DIE SAMMELTÄTIGKEIT DES HISTORISCHEN VEREINS UND DES LIECHTENSTEINISCHEN LANDESMUSEUMS / N. W. HASLER und Renaissance».9 An der selben Versammlung teilte der Vorsitzende mit, «dass das vor einigen Jahren zirka 100 Meter oberhalb der Schaaner Baumschule aufgefundene Steinbeil - der erste steinzeitliche Fund in Liechtenstein - durch cand. phil. Albert Schädler dem bekannten Anthropolo- gen Professor Johannes Ranke in München vorge- zeigt worden sei, welch letzterer das Beil als echt erklärt habe».10 Am 5. Dezember 1909 fand in Vaduz die achte Jahresversammlung des Historischen Vereins statt, an der Dr. Albert Schädler einen Vortrag über die Urgeschichtes unseres Landes mit Bezugnahme auf die prähistorischen und römischen Funde in Liech- tenstein hielt. «Anschliessend an den Vortrag be- merkt der Redner, dass seine Arbeit nur als Beitrag zur Urgeschichte unseres Landes aufzufassen sei. Manches sei auf diesem Gebiete noch zu tun, aber es sei gewiss wünschenswert gewesen, die bisheri- gen Berichte über gemachte archäologische Funde zu sammeln und zu ergänzen, und die Ergebnisse in Form eines Referates mitzuteilen. Bei dieser Ge- legenheit möchte er zugleich anregen, den Vereins- vorstand zu beauftragen, sich mit der fürstlichen Regierung ins Benehmen zu setzen, dass die Sammlung liechtensteinischer Altertümer von an- deren Sammlungen getrennt und dem Verein in be- sondere Obhut übergeben werde. Es sei notwendig, 7) JBL 3 (1903). S. 207. 8) JBL 4 (1904), S. 238-239. Er führte u.a. an: Spuren einer römi- schen Villa und Funde römischer Münzen in Triesen; das römische Kastell bei der St. Peterskapelle in Schaan; der Fund von zwei römischen Bronze-Helmen im Wald oberhalb von Schaan; eine römische Villa und Fund eines Bronzebeils in Nendeln; Spuren einer sehr alten primitiven Befestigung keltischen oder rätischen Ur- sprungs auf dem Gupfenbühl in Mauren; ferner Funde von Bronze- gegenständen; im Torfgrund zwischen Ruggell und Nofels Fund einer grösseren Anzahl von Römermünzen aus der Zeit zwischen 313 und 340 n. Chr.; ferner im Schellenberger Riet Fund eines weissen Glasringes aus der La Tene-Zeit. Von einer Sammlung archäologi- scher Funde beim Historischen Verein kann hier noch nicht die Rede 
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SCHLOß £S HOCHEMLIECHTEIIÄTEIM • Fotolithogravüren der Pläne von Schloss Vaduz von Johann Jacob Heber (1721), die sich im Origi- nal im Fürstlichen Haus- und Hofarchiv in Wien befanden, waren die ersten Sammlungseingän- ge des 1901 gegründeten Historischen Vereins für das Fürstentum Liechten- stein; eine Schenkung des Prinzen Franz von Liech- tenstein, 1903, des nach- maligen Fürsten Franz I. 9) JBL 5 (1905), S. 219. 10) Ebenda. S. 221. Hier heisst es unter Anm. 1: «Das interessante Fundstück aus prähistorischer Zeit wurde jüngst von der fürstlichen Regierung für unser Landesmuseum erworben». 249
        

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