die bisherigen Funde zu ordnen und genau nach der Fundstelle und den andern näheren Umstän- den zu registrieren. Zu diesem Zwecke empfehle es sich, einen Konservator zu bestellen. ... Er glaube im vollen Einverständnisse der Versammlung zu handeln, wenn er unser Vereinsmitglied Egon Rheinberger, der sich für die Stelle eines Konserva- tors vorzüglich eigne, vorschlage. Kabinettsrat von In der Maur begrüsst diese Anregung und erklärt, dass die fürstliche Regierung gewiss gerne in dieser Angelegenheit entgegenkommen werde. - Darauf wird den Anträgen des Vorsitzenden durch einstim- migen Applaus der Versammlung zugestimmt.»11 Anlässlich der Jahresversammlung vom 20. Ok- tober 1912 wurde der Antrag des Vorstandes auf Ergänzung der Statuten einstimmig angenommen. Die Satzungen des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein beinhalten nun neu un- ter Paragraph 2, Absatz III: «Der Verein wird die seiner Obsorge anvertraute Sammlung liechtenstei- nischer Altertümer, für welche er einen Konserva- tor aufstellt, möglichst zu erweitern suchen».12 Da- mit war - elf Jahre nach der Vereinsgründung - eine weitere zentrale Aufgabe des Historischen Vereins, nämlich eine kulturhistorisch landeskund- liche Sammlung aufzubauen, erstmals auch sta- tutarisch festgeschrieben. Dies bedeutete die Grund- steinlegung für ein künftiges Liechtensteinisches Landesmuseum. In einem beherzten Vortrag zum Thema «Hei- matschutz» wandte sich 1915 Kanonikus Johann Baptist Büchel an die versammelten Vereinsmit- glieder. Er beklagte den nach wie vor herrschenden Verlust am architektonischen Erbe wie an heimi- schem Kulturgut. So führte er aus: «Der Heimatschutz soll auch noch erhalten, was an Kunstgegenständen noch vorhanden ist, beson- ders in Kirchen und Kapellen, aber auch im Privat- besitz. Leider ist schon sehr vieles davon ins Aus- land gewandert. Was aber noch da ist, sollte in ein Museum gesammelt werden können. In dieser Hin- sicht wünsche ich also, dass: 1. ein Gesetz geschaf- fen wird, das die Veräusserung von Kunstgegen- ständen und Altertümern ins Ausland verbietet, und 2. zur Aufbewahrung von solchen Gegenstän-den 
im Lande ein Museum eingerichtet werde. Für Aufstellung von kirchlichen Gegenständen Hesse sich vielleicht die jetzt leerstehende alte Pfarrkir- che von Balzers verwenden».13 Der noch junge Ver- ein hatte nicht nur um finanzielle Mittel,14 sondern auch um geeignete Räumlichkeiten zur Unterbrin- gung der Sammlungen zu kämpfen. An der Jahres- versammlung vom 5. Oktober 1919, die erstmals in Mauren stattfand, berichtete der Vorsitzende «über ein Angebot der Gemeinde Balzers, dem Ver- eine die alte Kirche zur Aufbewahrung historischer Gegenstände gegen dem zu überlassen, dass Erhal- tung und Reparaturen der Kirche vom Vereine ge- tragen werden und die Kirche dabei Eigentum der Gemeinde bleibe. Die Vereinsvorstandschaft konnte jedoch auf dieses Angebot nicht eingehen, weil da- mit voraussichtlich unsere Vereinsmittel viel zu sehr beansprucht würden. Ilingegen nahmen wir in Aussicht, nach Möglichkeit anschliessend an unser historisches Vereinszimmer Raum zu schaffen, um vorläufig besonders interessante alte kirchliche Gegenstände geeignet aufbewahren zu können. Es sind noch manche derartige Sachen vorhanden, es sei nur an alte Holzfiguren, Altarstücke u.s.w., auch an das alte Hungertuch in Bendern erinnert».15 Nach Abschluss der Renovationsarbeiten (1914) bis zum Jahre 1938 war Schloss Vaduz Denkmal, Museum und gelegentliche Residenz des Fürsten. «Von den wieder hergestellten historischen Räu- men waren einige Fluchten für den gelegentlichen Aufenthalt des Fürsten und seines Hofstaates re- serviert, die übrigen standen den Museumsbesu- chern offen. Die Räume waren mit Kunstwerken und kunstgewerblichen Gegenständen aus der fürstlichen Sammlung ausgestattet, vor allem aber hatte die umfangreiche Waffensammlung, die zu- vor auf verschiedene Schlösser verteilt gewesen war, auf der wiederhergestellten Burg einen ange- messenen Rahmen gefunden».1'' Dies war jedoch nicht das Landesmuseum mit den Sammlungen des Historischen Vereins, sondern vielmehr eine Prä- sentation der fürstlichen Schätze. Nach wie vor sind es vor allem archäologische Funde, die in die Sammlung des Historischen Ver- eins eingebracht werden. So berichtet die Vereins- 250
        

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