Von der Vereinsgründung 1901 bis zur Eröffnung des Landes- museums 1954 Im Jahre 1905 wurde die grundlegende Renova- tion von Schloss Vaduz in Angriff genommen, und die Museumsgegenstände wurden im neuen Regie- rungsgebäude untergebracht, zuerst im Gerichts- saal, dann in einem anderen Raum, und schliess- lich waren sie in einfachen Vitrinen im Gang des Regierungsgebäudes im zweiten Stock zu sehen. 
Anlässlich der Jahresversammlung vom 26. Juli 1903 teilt der Vorsitzende Dr. Albert Schädler mit, dass Seine Durchlaucht Prinz Franz von Liechten- stein, der frühere österreichisch-ungarische Bot- schafter in St. Petersburg (und nachmaliger Fürst Franz I.) in den fürstlichen Archiven in Wien eine aus dem Jahre 1721 stammende, daher wohl die älteste Karte des Fürstentums und verschiedene, im nämlichen Jahre aufgenommene Pläne des Schlosses Vaduz entdeckt habe. Er habe «vorzügli- che photographische Kopien davon anfertigen las- sen und dieselben dem Vereine zum Geschenke ge- macht».7 Es handelt sich dabei um die Karte des Lindauer Kartographen Johann Jacob Heber und dessen Grund- und Aufrisspläne von Schloss Va- duz. Damit war der Grundstein für die kulturhisto- rische Sammlung des Historischen Vereins gelegt. In der folgenden Jahresversammlung (1904) kam der Vorsitzende Dr. Albert Schädler auf die bisherigen Veröffentlichungen über archäologische Funde in Liechtenstein zu sprechen. Er führte aus, «dass wir, um über die Urgeschichte unseres Lan- des etwas zu erfahren, den Spuren aus prähistori- schen Epochen und aus der Römerzeit nachgehen müssen. Solche Reste ältester und alter Vergangen- heit seien in unserem Lande schon mehrfach ge- funden worden und gestatten uns, einen Blick in alte fernabliegende Zeiten zu tun. ... Es gehöre zu den Aufgaben des Vereins, seine Forschungen auch auf dieses Gebiet auszudehnen. Die bisherigen Funde seien fast ausschliesslich in auswärtigen Zeitschriften besprochen worden».8 Damit hatte er eine der nachhaltigsten Aufgaben des Historischen Vereins angesprochen, die ar- chäologische Erforschung Liechtensteins, die bis Ende des Jahres 1998 in der Obhut des Vereins lag. An der Jahresversammlung, die am 29. Juni 1905 stattfand, legte Egon Rheinberger, der seit der Gründung dem Vereinsvorstand angehörte, «eine Auswahl von interessanten Fundstücken, die man im letzten Winter bei dem Ausräumen der beiden Rondelle des Schlosses Vaduz zu Tage gefördert hatte» vor. «Die Fundstücke erwiesen sich zumeist als Reste alter ornamentaler Kachelöfen vom 15. bis 18. Jahrhundert aus den Stilperioden der Gotik 248
        

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