noch Jahre nach seiner Anstellung gemahnt. Von David Rheinberger wurde Menzinger folgender- massen beurteilt: «... an und für sich ehrlich, war er aber ein schwacher, unselbständiger Mann, der nach der Pfeiffe seiner Frau tanzte.» Diese Beurtei- lung dürfte von einer gegenseitigen Abneigung der beiden Beamten geprägt sein. Von seinem Sohn Moritz wurde Menzinger als «liberal» eingestuft. Nach dieser Quelle soll Menzinger der «Revolu- tionsricherei» abgeneigt gewesen sein. (LLA SF Staatsbeamte «Nationale» vom 30. 12. 1842, und 31. 12. 1860, Conduitliste 1835, LLA RC 31/15, 67/7, 89/20, 109/159. - Moritz Menzinger, Die Menzinger in Liechtenstein. In: JBL 1913, S. 35 ff. Geiger, S. 47 und S. 250; Quaderer S. 105) RUDOLF MILICZECK wurde am 20. September 1807 auf der Herrschaft Goldenstein in Mähren geboren. Sein Vater war liechtensteinischer Braumeister in Steinitz. Er be- suchte ein Gymnasium und absolvierte anschlies- send ein zweijähriges Studium in der Philosophie. Zudem besass er Kenntnisse in der «Ökonomie» und sprach deutsch und böhmisch. Am 1. Novem- ber 1828 trat er als Praktikant auf der Herrschaft Aussee in den fürstlichen Dienst. Vom 1. Juni 1829 bis 30. September 1832 war er Amtsschreiber in Judenau, vom 1. Oktober 1832 bis Juli 1845 Amts- schreiber in Vaduz. Auf den 1. August 1845 wurde er zum Wirtschaftscontroleur in Hintersdorf beför- dert. Miliczeck starb am 23. Juni 1849 als Rech- nungsführer in Judenau. - Miliczeck scheint eini- ges Vermögen gehabt zu haben, jedenfalls hatte er nach seinem Tod noch mehrere Hundert Gulden Guthaben bei Gläubigern in Vaduz. Während sei- ner Dienstzeit in Vaduz war er unverheiratet, wie das bei Amtsschreibern üblich war. Da er während vielen Jahren ohne Beförderung (trotz lobender Be- merkungen seiner Vorgesetzten Pokorny und Men- zinger) und weit entfernt von seinen Verwandten in Vaduz arbeiten musste, wurde er in zunehmendem Masse seiner Stellung überdrüssig. Seine wieder-holten 
Versetzungsgesuche wurden mit Verspre- chungen auf baldige Beförderung beantwortet. An- lässlich eines Heimaturlaubs 1845 erreichte er offenbar seine Versetzung. Bemerkenswert an den Familienverhältnissen Miliczecks ist der Umstand, dass mehrere Verwandte ebenfalls in fürstlichen Diensten standen: Neben seinem Vater wurden noch vier Brüder und zwei Onkel vom Fürsten be- schäftigt. (LLA SF Staatsbeamte Nationale 30. 12. 1842. Con- duitlisten von 1832/33 und 1841. LLA RC 31/8, 45/26, 56/32 und 101/131) FRIDOLIN MÜLLER wurde am 28. Dezember 1812 auf der Herrschaft Reichenau in Mähren geboren. Sein Vater war Bür- germeister der Stadt Reichenau. Er besuchte die deutsche Schule, die Grammatikalklassen und die Humanitätsklassen. 1833 und 1834 legte er auch Prüfungen in der «Landwirtschaftslehre» ab. Von 1830 bis 1832 war er Burggrafenamtspraktikant im Dienst des Grafen Sternberg in Böhmen. Vom 1. August 1834 bis 31. August 1845 war er Amts- und Kanzleischreiber auf vier verschiedenen liech- tensteinischen Herrschaften. Vom 1. September 1845 bis ins Frühjahr 1848 war er Amtsschreiber in Vaduz. Nachdem der Kanzlist Langer an die Grenze gestellt worden war, floh Müller am 17. April 1848 nach Feldkirch. Am 25. Juli 1848 reiste er dann in «dringenden Familienangelegen- heiten» endgültig ab. Am 1. Oktober 1848 wurde er als Amtsschreiber auf der Herrschaft Ostran einge- stellt, am 15. April 1849 wurde er wiederum als Amtsschreiber nach Wilfersdorf versetzt. - Müller war nach der Bewertung Landvogt Menzingers Reissig und hatte ein gutes Betragen, war «aber lei- der in seinen Äusserungen unbedacht». (LLA SF Staatsbeamte Nationale vom 31. 12. 1845 und Conduitliste 1848. LLA RC 31/8, 73/45, 83/60, 87/32. Geiger, S. 75 ff, S. 87) 134
        

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