Franz Xaver Menzinger Johann Michael Menzinger 
schreibt Langer mit folgenden Worten: «Er war ein unverschämter, arroganter und gewaltthätiger Bur- sche, voll Hochmuth und Eigendünkel und dabei ein ganz leerer Kopf, der sich überall verhasst machte, nur bei der Gnädigen (Frau Landvogt) nicht, wo er täglich zum Handkuss erschien und den fleissigen Zuträger machte.» Von Gustav Alfons Matt wird er als «Musterbeispiel jener Gattung von Staatsbeamten» dargestellt, «die ebenso herrisch nach unten wie unterwürfig nach oben sich gebär- deten.» Langer scheint durch unüberlegte Aussprü- che wiederholt den Zorn der Untertanen erregt zu haben. (Conduitlisten von 1844 und 1845; LLA RC 52/8. - David Rheinberger, Notizen aus der Zeit und dem Leben unserer Voreltern. Gustav Alfons Matt, Der Trümmelihans von Balzers. Geiger, Geschichte des Fürstentums Liechtenstein S. 75/76) FRANZ XAVER MENZINGER wurde am 1. Juni 1740 in Möskirch als Sohn eines Kastenvogts und Amtmannes geboren. Vom 20. De- zember 1788 bis 1. Oktober 1808 war er Landvogt in Vaduz. Menzinger starb am 29. April 1809 in Feldkirch. Er war verheiratet mit Maria Theresia von Stubenrauch, der Tochter eines kaiserlichen Reichshofratsagenten, die am 20. Oktober 1805 starb. - Franz Xaver Menzinger wurde von seinen Zeitgenossen völlig unterschiedlich beurteilt: Der Amtsbot Johann Rheinberger bezeichnete ihn - und damit gab er wohl eine unter den Untertanen nach 1808 weit verbreitete Ansicht wieder - als ei- nen «in jeder Hinsicht kenntnisvollen und ebenso gerechten Mann» (S. 234). Menzinger kannte die alten Rechte ausgezeichnet und brachte ihnen, ob- wohl er sie in manchen Fällen als schädlich für das Gesamtwohl ansah, einigen Respekt entgegen. Hof- rat Georg Hauser hingegen beschrieb ihn als «ei- nen alten decrepiten verdrüsslichen Mann, der im Jahr wenig seine Stube und Ofen verlässt, und ver- glichen mit den unwissendsten unserer Beamten noch ein Tiro ist». Er halte das Fürstentum «nur 132
        

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