VERWALTUNGSSTRUKTUR UND VERWALTUNGSREFORMEN ANHANG/PAUL VOGT PETER POKORNY wurde am 4. Oktober 1795 in Butschowitz in Mäh- ren geboren. Er absolvierte ein vollständiges juri- stisches Studium und war für Österreich, Böhmen, Mähren und Schlesien «in linea judiciali und politi- ca» geprüft, besass also das Wahlfähigkeitsdekret für einen Gerichtsbeamten. Er begann seine Lauf- bahn als Praktikant beim Rabensburger Justiz- und Kreisgericht. Im Oktober 1820 wurde er Oberamts- mann und Justiziär (Gerichtsverwalter) auf einer Herrschaft des gräflichen Hauses Kinsky. Im Ja- nuar 1822 trat er in liechtensteinische Dienste über und wurde Justiziär auf der Herrschaft Sternberg. Vom 1. Februar 1827 bis 30. Juni 1833 war er Landvogt in Vaduz. Er zeigte zunächst viel Initia- tive (neues Schulgesetz, Auseinandersetzungen mit dem Klerus, Schaffung einer Landespolizei, Ver- mehrung der Staatseinnahmen durch Schaffung von indirekten Steuern), wurde aber 1831 von ei- ner Untersuchungskommission getadelt, weil er nach anfänglichem Bemühen um ein geordnetes Gerichtswesen wieder zur früheren «bequemen Methode (der) inneren Amts Manipulation» zurück- gekehrt sei und viele Verfahren nur mündlich erle- digt habe. In seine Amtszeit fielen auch die Unru- hen von 1831, in deren Verlauf er sich als treuer Fürstendiener bestätigte. Über Pokornys späteren Dienst sind im LLA nur spärliche Angaben vorhan- den. 1834/35 wird er als Kammerburggraf in Jä- gerndorf erwähnt, 1847 als Oberamtmann in Rum- burg. Pokorny war mit Antonia Walter verheiratet und Vater mehrerer Kinder. Im fürstlich liechten- steinischen Dienst standen auch zwei Brüder Po- kornys (als Rentmeister und Justiziär) und später mindestens ein Sohn. (Conduitliste 1832/33, «Nationale» des Sohns Mo- ritz Pokorny LLA RC 31/15 und 44/26) 135
        

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