DIE FELDKIRCHER JESUITEN IM KAMPF GEGEN HEXEN UND DÄMONEN / MANFRED TSCHAIKNER sei dem ganzen Übel durch den Einsatz des geistli- chen Heilmittels ein Ende gesetzt worden.38 In den Aufzeichnungen des folgenden Jahres ist noch einmal belegt, dass die Jesuiten nicht nur ge- gen Dämonen und Totengeister, sondern ausdrück- lich auch gegen Hexengespenster kämpften-. Mit dem Ignatius-Wasser wollten sie 
damals striges et lemures vertrieben haben.39 
SEELSORGE FÜR DIE OPFER VON HEXEN- PROZESSEN EINSATZ BEI HEXENPROZESSEN UM DIE JAHRHUNDERTMITTE Der erste Superior der Feldkircher Missionsstation war der als tüchtig, umgänglich und sehr beliebt be- schriebene Pater Maximilian Eisenreich (1593- 1669) aus Braunau in Oberösterreich.40 Bereits un- ter seiner Ägide nahmen ein oder mehrere Patres 1650 als Seelsorger an Hexenprozessen teil, die an einem drei Stunden von der Stadt entfernten Ort stattfanden. Dabei handelte es sich zweifellos um Vaduz. Sagae in toparchia tribus ab urbe horis dissita ad supplicium sunt animatae; quarum una puella fuit a matre pridem daemoni mancipata. Haec, cum la- teri patris sagas animantis astaret deumque sup- plex rogaret, ut idem sibi pater in extremis adesset, utrumque mox obtinuit. Altero namque post die capta, eundem patrem et comitem viaeferalis et, uti spes omniumfuit, ad coelos ductorem habuit.*1 In einer Herrschaft, drei Stunden von der Stadt ent- fernt, wurden Hexen für die Hinrichtung seelsorg- lich betreut. Unter ihnen war ein Mädchen, das vor langer Zeit von der Mutter einem Dämon übergeben worden war. Als dieses an der Seite des Paters, der die Hexen betreute, stand und Gott flehentlich bat, 32) Ebenda, Nr. 170, 1662, S. 95; Nr. 110, 1662, fol. 176a. 33) Ebenda. Nr. 109, 1657, fol. 152a-153a; Nr. 165, 1657, o. fol. 34) Ebenda. Nr. III, 1666, S. 61. 35) Ebenda, Nr. 111. 1668, S. 53. 36) Ebenda, Nr. III. 1669, S. 63 37) Ebenda, Nr. 112. 1670, S. 70-74. 38) Ebenda, Nr. 114, 1684, S. 178. 39) Ebenda. Nr. 114, 1685, S. 187. 40) Ludewig (wie Anm. 8). S. 156-1 58. 41) BHStA München. Jesuitica, Nr. 108, 1650, S. 93. 219
        

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