Der Ansitz Sonderberg bei Götzis, Stammhaus der Sandholzer von Zunder- berg 
LANDVOGT (HANS) JAKOB SANDHOLZER VON ZUNDERBERG Die damaligen Hexenprozesse zu Vaduz sollen zu mehr als hundert Hinrichtungen geführt haben.24 Als Hauptverantwortlicher dafür hat neben dem Landesherrn der Verfasser des zitierten Briefes zu gelten. (Hans) Jakob Sandholzer von Zunderberg war aller Wahrscheinlichkeit nach ein Sohn des gleichnamigen Vaters, der aus Götzis stammte, in Dillingen studiert hatte und dem Feldkircher Kapu- zinerguardian, dem späteren hl. Fidelis von Sigma- ringen, in inniger Freundschaft verbunden war.25 Der junge Sandholzer hatte als gräflicher Stallmei- ster bereits an den Hohenemser Hexenprozessen von 1630/31 teilgenommen.26 Für die Zeit von 164727 bis 165028, als Liechtenstein von den schwer- sten Verfolgungen seiner Geschichte heimgesucht wurde, ist er als Vaduzer Landvogt nachgewiesen. Spätestens 1651 bemühte sich Graf Karl Fried- rich von Hohenems bei der Innsbrucker Regierung hartnäckig darum, die Ernennung (Hans) Jakob Sandholzers von Zunderberg zum Feldkircher Vog- teiverwalter zu erlangen. Die Oberbehörde lehnte dies jedoch ab und drohte dem Grafen im Mai dieses Jahres, wenn er das Amt nicht binnen sechs Wo- chen mit einer tauglichen Person besetze, nehme sie dies selbst vor.29 Sandholzer wurde von der Inns- brucker Regierung vermutlich im Hinblick auf die Hexenjagden der letzten Jahre abgelehnt. Mögli- cherweise spielte aber auch sein gesundheitlicher Zustand eine Rolle. Der Landvogt war nämlich während der Hochblüte der Hexenprozesse im Jahr 1650 selbst von einer tödlichen Krankheit befallen worden, von der ihn seine - aus Altdorf (Weingar- ten) stammende - Ehefrau Regina Watzin nur durch die Fürsprache der Rankweiler Muttergottes geret- tet haben wollte.30 Am 3. Oktober 1654 verstarb Sandholzer auf dem Ansitz Sonderberg in Götzis. Sein Epitaph steht heute noch an der rechten Seiten- wand der dortigen ehemaligen Pfarrkirche St. Ul- rich. 78
        

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