KM Weinrebe. Aquarell der Brüder Bauer, um 1783. Band 6, Folio 161 
Recht betrachtete man in Vaduz das Werk als alten liechtensteinischen Besitz und zog eine Veräusse- rung nicht in Erwägung».7 «Was blieb?» stellt H. Walter Lack die Frage und gibt im Epilog gleich die treffende Antwort: «Der Konvent der Barmherzigen Brüder in Feldsberg ist verwaist, das Grab von Ferdinand Bauer aufgelas- sen, die von Norbert Boccius angelegten und betreu- ten Gärten untergegangen, die spätbarocken Gar- tenanlagen von Schloss Feldsberg und Eisgrub längst umgestaltet," die meisten Studienzeichnun- gen des Codex Liechtenstein verloren. Einzig der Garten gemalt auf Papier ist erhalten, von höchster Qualität und überragender Naturtreue, Zeugen der Fähigkeit des Menschen, selbst so vergängliche Ob- jekte wie Pflanzen dauerhaft im Bild festzuhalten. Geschaffen wurde er in jahrzehntelanger Arbeit von Boccius und seinen Illustratoren, vor allem vom Ge- nie der Brüder Bauer - eine Sammlung von un- schätzbarem Wert, vergleichbar nur mit der collec- tion des velins der Könige von Frankreich und den Pflanzenillustrationen von Franz L, Kaiser von Österreich. Quantitativ steht der Codex Liechten- stein zwischen der collection des velins, die im Jah- re 1806 bereits 5321 Blatt Pflanzen- und Tierdar- stellungen umfasste, und dem Hortus Pictus von Franz I. Da an allen drei Werken viele Hände betei- ligt waren, sind allgemein vergleichende Aussagen zur Qualität problematisch. Eines steht aber ausser Zweifel - Spitzenblätter des Codex Liechtenstein be- sitzen das Raffinement der Spitzenblätter der bei- den anderen Werke und zählen zum Besten und Na- turgetreuesten, was je auf dem Gebiet der botani- schen Illustration erreicht wurde. Dazu zählen ins- besondere zahlreiche Blätter der Brüder Bauer. Kurz gesagt, im Codex Liechtenstein sind über 3100 verschiedene Pflanzenarten aus fünf Konti- nenten, darunter viele Raritäten und Novitäten, in verblüffender Perfektion dargestellt. Das Werk bil- det so eine 
    

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