— 46 — zu welchem auch die Herrschaften Vaduz und Schellenberg gehörten, auf. Weil vorauszusehen war, daß unsere Rheiugegend ein Haupt- schauplatz der kriegerischen Ereignisse sein werde, wurde die Burg Gutenberg mit starker Besatzung und schwerem Geschütz wohl ver- seheu, so daß sie die Feuerprobe bestehen konnte. Der Krieg begann im Viutschgau und im bündnerischen Münstertal zwischen den Tirolern und Bündueru; diese Episode beeudete der Friede zu Glurns. Unterdessen waren die Urner, 600 Mann stark, über die Oberalp nach Chur gekommen, in der Absicht den Bündneru zu helfen. Als sie aber hörten, daß Friede geschlossen sei, wollten sie auf dem Wege über Sargaus und Wallenstadt heimkehren. In Sargans verbrauuten sie einem Schweizer, der auf Gutenberg diente, ein Gebünde. Die übrigen Eidgenossen: Luzerner, Schwhzer, Nidwaldncr uud Zuger, die das schweizerische Nheinufer besetzt gehalten hatten, zogen ebenfalls heimwärts und kamen bei Trübbach vorbei. Da wurden sie von der Besatzung auf Gutenberg mit Schüssen und Schmühworten begrüßt. Dennoch zogen sie weiter. Als sie aber am Wallensce die llrncr trafen und ihnen den Vorfall erzählten, bewogen diese die ganze eidgenössische Mannschaft zur Umkehr. Als sie bei Trübbach ankamen, fand die Beschießung und Be- schimpfung') abermals statt. Nun bezogen die Eidgenossen ein gemeinsames Lager bei Azmoos. Ans dieser Seite des Rheines rückten auch die Kaiserlichen näher zusammen, um einem allfülligen Angriffe zu begegneu. Als die Schweizer dies sahen, riefen sie anch die Zürcher nnd Glarner zu Hilfe, die weiter unten im Rheintale standen nnd die Bündner verstärkten ihre Besatzuug auf der Luziensteig. Letzteres konnte, weil dieser Paß auf dem Ge- biete des Freiherrn Sigmund v. Brandis, des Besitzers der Herr- schaft Maienfeld lag, wohl nur mit dessen Einwilligung geschehen; tatsächlich stand er mit den Bündnern in einem Bundesverhältnis. In Feldkirch 
hatte sich die Hauptmacht der Kaiserlichen ver- sammelt, deren Hauptleute waren: Hans Jakob v. Bodman, Hans >) Die Österreicher sollen die Schweizer „Kuhgihcr" gescholten, ihnen „Mnh, innh, plä, plä" zugerufen, auch bei Guteuberg eine Kuh in Braut- kleider gesteckt uud die Schweizer iu Spottliedern als Hochzeitcr eingeladen haben. —
        

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