DIE URBARE DER GRAFSCHAFT VADUZ DORIS KLEE Urbar als «sulzisches» bezeichnete, wurde das in der lokalen Geschichtsforschung bis anhin als ho- henemsisch bekannte Urbar bei der Edition zum sulzisch-hohenemsischen Urbar umbenannt.35 ABSCHRIFT B (1701) Eine weitere Abschrift des sulzisch-hohenemsi- schen Urbars, hier Abschrift B genannt, diente als Vorlage für die Edition im liechtensteinischen Ur- kundenbuch.36 Sie weist eine Beglaubigungsformel aus dem Jahr 1701 auf.37 Der Urbarabschrift voran- gestellt ist eine Abschrift des Schellenberger Urbars. Zum selben Konvolut gehört zudem eine Taxord- nung. Direkt in die Urbarabschrift integriert ist die Abschrift eines Zollbuchs aus dem Jahr 1552.38 Wie am Schluss der Urbarabschrift festgehalten wird, wurde diese Urbarabschrift in der Kanzlei Kempten am 15. März 1701 vom kaiserlichen Notar «Ma- theuss Bader» beglaubigt, mit der Bemerkung, dass er «gegenwerthiges decopiertes urbarium seinem wahren Vaduzischen original mit allen seinen mar- ginalien undt bemerckhungen durchauss von wort zu worth collationando et auscultando gleichlau- thendt erfunden habe».39 Auf dem Titelblatt selbst wurde mit späterer Schrift notiert: «Beglaubigte Ab- schrift des Urbariums über die obere Landschaft Va- duz, d. a. 1701, bestehend aus 54 Blättern».40 Die Abschrift weist verschiedene Paginierungen auf. Die linke Spalte wurde sowohl von der Hand, welche den Grundtext niedergeschrieben hat, als auch mehrfach von anderer Hand für Randnotizen be- nutzt. Im ersten Teil der Abschrift enthält die linke Spalte vorwiegend Erläuterungen zu einzelnen Ein- trägen des Grundtexts. Diejenigen Notizen, welche das Jahr 1812 erwähnen, werden Landvogt Josef Schuppler zugewiesen.41 Bei Beginn der Auflistung der Lehensgüter unter Schaan sind die Einträge des ersten Lehenskomplexes durch die Buchstaben A bis J gekennzeichnet.42 Wie die Abschrift A enthält auch die Abschrift B einen Verweis auf seine Vorla- ge, das vaduzische Original. Das Original wird auch in einer Randnotiz bei einem Lehensgut erwähnt. Bei der Niederschrift der Lehensgüter von Maria 
Marxer notierte der Schreiber, dass ein Anstösser- name fehle, weil er «in dem original weckhgeschni- then» sei.43 ABSCHRIFT C (undatiert) Die dritte Abschrift, Abschrift C, ist undatiert und enthält analog zu Abschrift B das Zollbuch von 1552. Die Abschrift ist ebenfalls mit einer Abschrift des Schellenberger Urbars zusammengebunden.44 26) Vgl. LLA Vaduz, U 43, fol. 6v. 27) So beispielsweise Ammann Albrecht Wolf, die Erben von «Jos Cünczi», «Jacob Senn» und «Jacob Buhrkle». 28) LUB 1/4, S. 11/341. 29) LUB 1/4, S. 23/273. 30) LLA Vaduz, AM 
1, 2 und 3. 31) Hausarchiv Liechtenstein Wien (HALW), HS. Nr. 7. 32) Diese Urbarabschrift, befindet sich im Besitz des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein. Im LLA Vaduz liegt eine Fotokopie desselben vor. 33) Dieses Buch befand sich einst im Pfarrarchiv Bendern und kam von dort in den Besitz des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein (Schädler, Rechtsgewohnheiten, S. 42). Im LLA Vaduz befindet sich eine Fotokopie davon. Zum Landsbrauch allgemein vgl. Albert Schädler: Die alten Rechtsgewohnheiten und Landesordnun- gen der Grafschaft Vaduz und der Herrschaft Schellenberg, sowie des nachherigen Fürstentums Liechtenstein. In: JBL 5 (1905). S. 39- 85, sowie Wilhelm Beck: Eheliches Güterrecht und Ehegattener- bracht nach unseren Rechtsquellen. In: JBL 17 (1917), S. 107-122. 34) LUB 1/4, S. 441. 35) Ebenda, S. 327. 36) Ebenda. S. 441. 37) LLA Vaduz, AM 1. 38) LUB 1/4, S. 18/347-23/352. 39) LLA Vaduz, AM 1. fol. 54. 40) LUB 1/4, S. 441. 41) Josef Schuppler hatte 1808-1827 das Amt des Landvogts des Fürstentums Liechtenstein inne. vgl. Alois Ospelt (Hrsg.): Landesbe- schreibung des Landvogts Josef Schuppler aus dem Jahre 181 5. In: JBL 75 (1975), S. 189-461. hier S. 206 f. 42) LUB 1/4, S. 33 f/361 f. 43) LLA Vaduz, AM 1, fol. 34v. respektive LUB I/4, S. 68/397. 44) LLA Vaduz. AM 3. 139
        

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