Herausgeber:
Verlage
Bandzählung:
119
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000256_119_1_2/11/
  
Schweizerische Spuren im liechtensteinischen Treuhandrecht 
merken, dass es sich um einen Entwurf eines praktischen liechtensteinischen 
Juristen handelt. 
Die Zweifel an der These der alleinigen Urheberschaft WILHELM BECKS 
verdichten sich, wenn ein weiteres Attribut des Entwurfsverfassers in die 
Überlegungen miteinbezogen wird, nämlich die besonders gute Kenntnis des 
englisch-amerikanischen Rechts. Eine solche konnte WILHELM BECK, jeden- 
falls bis zur Erlassung des PGR im Jahr 1926, nämlich nicht aufweisen. Er 
hatte in Zürich Jura studiert°® und zwei Auslandssemester in München absol- 
viert. Seine weitere Ausbildung und sein weiterer beruflicher Werdegang 
nach Abschluss des Studiums sind recht gut und ohne grössere Lücken doku- 
mentiert*!. Bis zur Erlassung des PGR ist weder ein längerer Auslandsaufent- 
halt WILHELM BECKs in einem englischsprachigen Land nachgewiesen noch 
eine besondere Vertiefung BECKs in das englisch-amerikanische Recht. 
b) Vorentwurf MARCUS WYLERS 
Aus den im liechtensteinischen Landesarchiv aufbewahrten Regierungsak- 
ten” ergibt sich, dass der in St. Gallen und später in Zürich tätige schwei- 
zerische Rechtsanwalt Dr. MArcus WYLER (1882-1961) zur Kodifikation 
des PGR einen Beitrag leistete. Welcher Art seine Mitwirkung war, lässt sich 
den Akten mangels entsprechender Hinweise nicht entnehmen. Fest steht le- 
diglich, dass WYLER 1926 von der Fürstlichen Regierung einen Dankesbrief 
und den Betrag von sFr. 800.- für seine Mitwirkung am PGR erhielt**. Vor 
diesem Regierungsschreiben hatte WILHELM BECK bezüglich der Honorie- 
rung WYLERs ein Urgenzschreiben an die Regierung gerichtet”. Nach dem 
In-Kraft-Treten des PGR beschäftigte sich WYLER in juristischen Fachzeit- 
schriften mehrfach mit dem liechtensteinischen Personen- und Gesellschafts- 
recht, wobei sich seine Beiträge°“ vor allem durch eine profunde und detail- 
50 WILHELM BECK promovierte 1911 an der Universität Zürich mit einer Dissertation über das 
Fundrecht nach dem schweizerischen ZGB. 
51  Vgl. KRANZ/BRUNHART/HILTI/QUADERER, Die Schlossabmachungen vom September 1920 
(1996) 109 ff. 
52  Liechtensteinisches Landesarchiv, Re 1926/50. 
53 Im Jahr 1932 verlegte MArcus WYLER seine Anwaltskanzlei von St. Gallen nach Zürich 
(schriftliche Auskunft von Herrn Reto Wyler v. 17.9.1999). 
54 Liechtensteinisches Landesarchiv, Re 1926/50, Brief der Regierung v. 22.5.1926. 
55 Liechtensteinisches Landesarchiv, Re 1926/50, Schreiben Wilhelm Beck v. 20.5.1926. 
56  WyLer, The New Civil Law of the Principality of Liechtenstein, J. Comp. L.8 (1926) 197 ff.; 
DERS., Les lois sur les sociétés et sur le Trust de la Principauté de Liechtenstein, Rev. Crit. leg. 
jur (1927) 355 ff.; DERS., Für ein schweizerisches Treuhandrecht, SJZ 32 (1936) 129 ff; 
DERS., Über das Treuhandrecht (mit besonderer Berücksichtigung der Regelung im Fürsten- 
tum Liechtenstein), ZSR NF 56 (1937) 293 ff. 
 
        

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