3 Stand der Forschung In folgendem Kapitel werden zunachst Grundlagen der Einstellungsforschung beschrieben, bevor im Anschluss daran auf die Einstellung gegenüber Menschen mit Behinderung eingegangen wird. Darauf folgend werden Ergebnisse aus aktuellen Studien zur Relevanz der Einstellung zur Integrativen Schulung dargestellt. Im Anschluss daran werden Faktoren, die die Einstellung beeinflussen, aufgezeigt. Der zweite Teil des Kapitels befasst sich mit Innovationen im Bildungssystem, also damit, wie diese ins Bildungssystem implementiert werden und welche Merkmale und Strukturen dabei unterstützend wirken. 3.1 Einstellung ,Menschen sind keine neutralen Beobachter ihrer Umwelt, sie bewerten, was ihnen begegnet" (Aronson, Akert & Wilson, 2008, S. 194). Die Einstellungsforschung beschaftigt sich einmal damit, wie Einstellungen entstehen, beeinflusst und geändert werden können. Zum anderen möchte sie erfahren, wie Einstellung und Verhalten einer Person korrelieren, also wie das Verhalten von der Einstellung beeinflusst wird. Nachfolgend werden Erkenntnisse zu diesen Inhalten kurz zusammengefasst in Anlehnung an Aronson et al. (2008) dargestellt. 3.1.1 Wesen und Ursprung von Einstellungen ,Eine Einstellung (attitude) ist eine psychische Tendenz, die dadurch zum Ausdruck kommt, dass man ein bestimmtes Objekt mit einem gewissen Grad an Zuneigung oder Ablehnung bewertet" (Eagly & Chaiken, 1993, S.1). Durch Einstellungen bringen wir unsere wertenden Urteile gegenüber einem Reiz zum Ausdruck. Die meisten Einstellungstheorien gehen davon aus, dass die Einstellung ein Konstrukt aus drei Komponenten ist (Cloerkes, 2007). Aronson, Wilson und Akert (2008) beschreiben die Einstellungs-Komponenten, die zusammen die Bewertung eines Einstellungsobjektes bilden. Dies sind die kognitive Komponente, die affektive Komponente und die Verhaltenskomponente, die nachfolgend in ihren Eigenschaften dargestellt und in Abbildung 3 in Anlehnung an Rosenberg und Hovland (1960) illustriert werden. 20