zum Schicksal von Mägden und Knechten aus liechtensteinischen Unterschichtsfamilien. Oder die im Jahr 2012 erschienene Monographie von Klaus Biedermann «Aus Überzeugung, dass er der Gemeinde von grossem Nutzen seyn werde» Einbürgerungen in Liechtenstein im Spannungsfeld von Staat und Gemeinden 1809-1918. Im Hinblick auf „geschlossene“ Häuser ist die 2007 im Kloster St. Elisabeth stattgefundene Tagung zu erwähnen, deren Produkt unter dem Titel Orfe der Verwahrung, Die innere Organisation von Gefängnissen, Hospitälern und Klöstern seit dem Spätmittelalter als Publikation erschienen ist. Für den Raum Liechtenstein widmete sich Rupert Tiefenthaler dem Strafvollzug. Zur Geschichte spezifischer Armenhäuser in Liechtenstein findet sich ein Beitrag in der Gemeindeinformation Mauren-Schaanwald aus dem Jahre 1993, der einen Überblick über die Entwicklung dieses Hauses bietet. In einer Informationsschrift zur Bürgerabstimmung bezüglich des Neubaus des Bürgerheims in Triesen wird auf zwei Seiten ein kurzer geschichtlicher Abriss über das umzubauende Objekt geboten. Weiter in der Region findet sich eine Geschichte über die Armenanstalt in Flums (CH). Das Schaaner Armenhaus ist bisher noch nicht genauer erforscht worden. (Noch) nicht publiziert ist die Masterarbeiten von Lisa Fischer, welche sich mit der saisonalen ‚Kinderemigration aus Liechtenstein nach Oberschwaben im 19. Jahrhundert’ auseinandersetzt. Die Masterarbeit von Manuela Nipp zum Armenwesen und dem 1956 gegründeten Kinderheim wird im Jahrbuch Bd. 115 des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein erscheinen. Anhand des Armenhauses in Schaan möchte ich ein konkretes Element der Sozialfürsorge im 19. Jahrhundert in Liechtenstein untersuchen. Hierzu stellt sich in erster Linie die Frage, inwiefern eine Sozialpolitik vorhanden war und welche Rolle das Armenhaus als Institution darin spielte. Hierfür wird zu Beginn ein kurzer Überblick über die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen in Liechtenstein geboten, eine Definition der Armut und ihrer Ursachen in Liechtenstein gegeben. Um der Frage nach der Sozialpolitik nachzugehen, wird ein Blick auf die Maßnahmen zur Versorgung bzw. dem Umgang mit den Bedürftigen vor der Errichtung der Armenanstalt geworfen werden. Im zweiten Teil soll auf die Funktions- und Wirkungsweise des Armenhauses eingegangen werden. Dementsprechend werden hier die bauliche Entwicklung der Anstalt, ihre Verwaltung und ihre Insassen untersucht. Hierbei gilt es, dem Spannungsfeld zwischen Fürsorge und Disziplinierung Rechnung zu tragen sowie, zumindest punktuell, Einzelschicksale zu berücksichtigen.