Foundation Governance bei privatnützigen und gemeinnützigen Stiftungen rechtigt, die Anmeldung vorzunehmen. Im Zuge dieser schriftlichen Anmeldung ist eine Stiftungsur- kunde im Original oder eine beglaubigte Kopie einzureichen und sind die in Art. 552 $ 19 PGR aufge- zählten Angaben zu machen. Ob eine bisher nicht eingetragene Altstiftung eintragungspflichtig ist, ergibt sich aus dem Gemeinnüt- zigkeitsbegriff des neuen Rechts. Der Art. 107 Abs. 4a PGR ist gem. Art. 1 Abs. 4 der Übergangsbe- stimmungen“ auch auf Altstiftungen anzuwenden. Ebenso wurde in Art. 1 Abs. 4 letzter Satz ÜB aus- drücklich klargestellt, dass Altstiftungen, die nach der neuen Rechtslage eintragungspflichtig wären, bis zum 01.04.2010 im Handelsregister zur Eintragung anzumelden waren. Anders als bei einer gemeinnüt- zigen Stiftung, die nach neuem Recht errichtet wird, wirkt die Eintragung einer gemeinnützigen Altstif- tung jedoch nicht konstitutiv. Soweit sie nach altem Recht ihre Rechtspersönlichkeit bereits erlangt hat, setzt sie diese ohne Unterbrechung ihrer Kontinuität fort. Die in Art. 1 Abs. 4 letzter Satz ÜB vorgese- hene Eintragungspflicht ist eine an die Mitglieder des Stiftungsrates gerichtete Ordnungsvorschrift. Sollte der Stiftungsrat der Anmeldepflicht nicht entsprechen, so kann die Eintragung auch nach Mass- gabe des Art. 552 § 19 Abs. 4 PGR herbeigefiihrt werden. + 3. Foundation Governance Wenn es um Stiftungsaufsicht im weitesten Sinne geht, spricht man von ,,Foundation Governance". ^ Dieser Begnff wurde vom mittlerweile etablierten, aus der Wirtschaftswissenschaft entspringenden Be- griff der Corporate Governance abgeleitet.“ Eine international gültige Definition für Foundation Gover- nance gibt es bislang nicht, dafür sind die nationalen Ausgestaltungen auch zu unterschiedlich.^9 Bei der Foundation Governance geht es im Wesentlichen darum, die Stiftung und ihre Beteiligten durch ein angemessenes Organisationsgefüge zu kontrollieren und vor einem Fehlverhalten der Exekutivor- gane zu schützen.“ Dies führt zur Notwendigkeit der Einnchtung eines adáquaten Kontrollsystems.^ Der Stiftung fehlt das sogenannte korporative Element, es gibt keinen Eigentümer — das Stiftungsver- mógen gehórt sich selbst und dient einem bestimmten Zweck. Die Stiftung bedarf jedoch einer Organi- sation, die die Zweckverfolgung auch über den Tod des Stifters hinaus ermóglicht. Für Stiftungen sind 42 Übergangsbestimmungen zum neuen Stiftungsrecht, LGBl. 2008/220 vom 26.08.2008 idF LGBl. 2009/247. 43 BuA 85/2008, 14. 44 Jakob, Stiftung 193. 45 Schurr, Stiftung & Sponsoring (Sonderausgabe 2015) 2. 46 Sprecher, Was ist und was leistet Foundation Governance, Jusletter vom 27.04.2010. 47 Jakob, Stiftung 193; Jakob, Das neue System der Foundation Governance — interne und externe Stiftungsaufsicht im neuen liechtensteinischen Stiftungsrecht, LJZ 2008, 83 ff. 48 Schurr, PSR 2010, 65.