Landesinformationen — wie beispielsweise zur Wirtschaftsstruktur oder auch zum Schulwesen — gelegt wurde.” Diese Bestrebungen, auch ganz grundsätzliche Informationen über Liechtenstein zu vermitteln, kann dabei mit den Überzeugungen der Entscheidungsträger vom Vorhandensein eines unvollständigen oder gar falschen Liechtenstein-Bildes im Ausland erklärt werden. Mit umfassenden Präsentationen der liechtensteinischen Industrie (mit Ausnahme der OLMA 1964) sollte aber gerade diesem Wirtschaftszweig eine Hauptfunktion in der „Imagekorrektur“ zufallen. Dementsprechend betonte auch der liechtensteinische Organi- sationsleiter der Weltausstellung, dass „das Erscheinen Liechtensteins als wirtschaftende und produzierende ‚Macht‘ an einer Ausstellung [...] bestimmt zum Abbau gewisser Vorurteile über unser Land beitragen“ werde.” Neben der Vermittlung von allgemeinen Landesinformationen und der Präsentation der Industrie standen bei der OLMA vor allem land- und forstwirtschaftliche Themen im Vordergrund, während bei der Weltausstellung 1958 in Brüssel ein besonderer Fokus auf kulturelle Themen gelegt wurde. Mit Letzterem konnte dabei auch in besonderem Masse auf das vorgegebene Ausstellungsthema Bezug genommen werden und so gewissermassen Bilanz für eine menschlichere Welt“ gezogen werden. °* Mit einer Analyse der ausländischen Medienberichterstattung der drei Veranstaltungsjahre konnte zumindest teilweise die Überzeugungen verschiedener Personen vom Vorhandensein eines falschen oder unvollständigen Liechtenstein-Bildes im Ausland erklärt werden. Zugleich ermöglichte die Medienanalyse den Einfluss der Veranstaltungen auf die Medien- berichterstattung quantitativ abzuschätzen: Die Beteiligung Liechtensteins an der Weltausstellung erfuhr mit über 250 Medienberichten — sowie einem Anteil von mehr als 55% an der gesamten Berichterstattung des Jahres 1958 — sehr grosse Beachtung.” Und auch die OLMA gehörte im Jahr 1952 mit einem Anteil von über 2596 an der ganzjährigen Berichterstattung (71 Artikel) zu einem sehr wich- tigen Ereignis, wáhrend hingegen der Einfluss der OLMA-Teilnahme 1964 — aufgrund einer allgemein grósseren Medienberichterstattung zu Liechtenstein — mit rund 596 aller ver- zeichneten Presseartikel (56) verháltnismássig gering war. ?9* vgl. Kapitel 3.1. sowie Kapitel 3.2. dieser Arbeit. 9 LLA, RF 272/324, Unverbindlicher Kostenvoranschlag für die Weltausstellung 1958 von Alfons Goop, o.D. ?55 Hierbei handelte es sich um das offizielle Motto; vgl. Kretschmer, Geschichte Weltausstellungen, S. 219. ?? Vel. Kapitel 4.2. dieser Arbeit; aber auch Anhang IV. -96-