4) Als inländischer Erwerb nach Abs. 2 gelten: a) der Erwerb aus der Bewirtschaftung land- und forstwirt- schaftlich genutzten, inländischen Grundes sowie aus jeder anderen, im Inland betriebenen land- und forstwirtschaft- lichen Produktion; b) der Erwerb aus im Inland gelegenen Betriebsstätten; c) der Erwerb aus im Inland ausgeübter unselbständiger Tätigkeit. Als im Inland ausgeübt gilt auch eine unselbständi- ge Tätigkeit, die an Bord eines Seeschiffes oder Luftfahrzeu- ges, das im internationalen Verkehr betrieben wird, oder an Bord eines Schiffes, das der Binnenschifffahrt dient, ausgeübt wird, wenn sich der Ort der tatsächlichen Verwaltung des Unternehmens im Inland befindet; d) Sitzungsgelder, feste Entschädigungen, Tantiemen und andere Vergütungen, die die Mitglieder der Verwaltung sowie die Organe der Geschäftsführung von juristischen Personen und besonderen Vermögenswidmungen erhalten, wenn sich ihr Sitz oder Ort der tatsächlichen Verwaltung im Inland befindet; e) Leistungen einer inländischen öffentlich-rechtlichen Versiche- rungsanstalt oder Einrichtung der betrieblichen Personalvor- sorge auf Grund eines früheren inländischen öffentlich-recht- lichen oder privatrechtlichen Arbeitsverhältnisses; f) Leistungen auf Grund der Auflösung einer Freizügigkeits- police oder eines Sperrkontos, welche in Verwendung von Freizügigkeitsleistungen der betrieblichen Personalvorsorge im Inland errichtet wurden; g) der Sollertrag im Sinne von Art. 5 des inländischen, steuer- pflichtigen Vermögens nach Abs. 3. Art. 7 ZEITLICHE BEGRENZUNG DER STEUERPFLICHT 1) Die Steuerpflicht beginnt mit dem Tag, an dem der Steuerpflichtige im Inland Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt nimmt, über inländisches Vermögen verfügt oder einen inländi- schen Erwerb erzielt. 2) Die Steuerpflicht endet mit dem Tod des Steuerpflichtigen oder dem Wegzug des Steuerpflichtigen in das Ausland oder dem Zeitpunkt des Wegfalls inländischen Vermögens oder inländischen Erwerbs. Der ruhende Nachlass führt bis zur Einantwortung die bisherige Steuerpflicht des Erblassers fort. Art. 8 ZUSAMMENRECHNUNG 1) Vermögen und Erwerb von Ehegatten, die in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe leben, werden unter jedem Güterstand zusammengerechnet (gemeinsame Veranlagung). 2) Vermögen und Erwerb von minderjährigen Kindern, die in häuslicher Gemeinschaft mit den Eltern leben, werden — vorbehaltlich Abs. 4 — den Eltern zugerechnet. Die Eltern haben das Vermögen und den Erwerb der minderjährigen Kinder in ihrer Steuerklärung zu deklarieren. 3) Falls die Eltern getrennt oder geschieden sind, oder ein Elternteil gestorben ist, werden - vorbehaltlich Abs. 4 - Vermögen und Erwerb von minderjährigen Kindern demjenigen Elternteil zugerechnet, bei welchem die Kinder in häuslicher Gemeinschaft leben. Dieser Elternteil hat das Vermögen und den Erwerb der minderjährigen Kinder in seiner Steuerklärung zu deklarieren. Leben die Kinder nicht in häuslicher Gemeinschaft mit einem Elternteil oder sind beide Elternteile verstorben, so werden die Kinder für Vermögen und Erwerb selbständig veranlagt. 4) Für aus Erwerbstätigkeit stammenden Erwerb werden die minderjährigen Kinder, die in häuslicher Gemeinschaft mit den Eltern oder einem Elternteil leben, auf jeden Fall selbständig veranlagt, soweit dieser Erwerb den Betrag nach Art. 15 Bst. i übersteigt. 5) Abweichend von Abs. 1 können Ehegatten auf Antrag mindestens eines Ehegatten als Ledige behandelt werden (ge- trennte Veranlagung). Abs. 2 ist mit der Massgabe anzuwenden, dass eine Zurechnung zu beiden Elternteilen jeweils zur Hälfte erfolgt. Soweit nichts anderes bestimmt ist, stehen den Ehegat- ten die Abzugsbeträge, die gemeinsam veranlagten Ehegatten gewährten werden, je zur Hälfte zu. 2. Vermögenssteuer Art. 9 SACHLICHE STEUERPFLICHT 1) Gegenstand der Vermögenssteuer ist das gesamte beweg- liche und unbewegliche Vermögen des Steuerpflichtigen. 2) Das Vermögen der personenrechtlichen Gemeinschaften ist den beteiligten Gesellschaftern zuzurechnen und von diesen zusammen mit ihrem übrigen Vermögen zu versteuern. 3) Auf Antrag eines Begünstigten oder mehrerer Begünstig- ter mit Zustimmung des für Ausschüttungen zuständigen Organs unterliegt das Vermögen von unwiderruflichen besonderen Ver- mögenswidmungen oder stiftungsähnlich ausgestalteten Anstalten und Treuunternehmen eigenständig der Vermögenssteuer. Die Veranlagung der entsprechenden Vermögenssteuer erfolgt in diesem Fall stellvertretend für die ansonsten von den Begünstigten zu entrichtenden Vermôgens- oder Erwerbssteuern. 4) Das Vermögen von widerruflichen besonderen Vermo- genswidmungen oder stiftungsähnlich ausgestalteten Anstalten und Treuunternehmen ist dem Errichter zuzurechnen und von diesem zu versteuern. Abs. 3 gilt entsprechend mit der Massgabe, dass die Steuer nach dem Steuersatz zu entrichten ist, der dem gesamten Vermögen und dem gesamten Erwerb des Errichters einschliesslich des nach Abs. 3 eigenständig besteuerten Vermö- gens entspricht. Art. 10 STEUERFREIES VERMÖGEN Von der Vermögenssteuer sind befreit und bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Vermögens nicht zu berücksichtigen: a) der Hausrat sowie die privat genutzten Motorfahrzeuge des Steuerpflichtigen, soweit ihr Wert insgesamt den Betrag von 25 000 Franken, bei gemeinsam veranlagten Ehegatten den Betrag von 50 000 Franken, nicht überschreitet; b) die für die Ausübung einer landwirtschaftlichen oder ge- werblichen Erwerbstätigkeit oder zur sonstigen Ausübung eines Berufes erforderlichen Geräte und Werkzeuge, soweit ihr Wert insgesamt den Betrag von 2 000 Franken nicht über- schreitet; c) Sammlungen von künstlerischer, historischer oder ähnlicher Bedeutung, die ohne Erwerbsabsicht des Eigentümers einer regelmässigen öffentlichen Besichtigung zugänglich gemacht sind und der Volksbildung dienen oder geeignet sind, den Fremdenverkehr zu fördern; d) das Vermögen an landwirtschaftlichen Produkten, wie Heu, Getreide, Früchte, gemäss Nachweis des Steuerpflichtigen; e) die im Ausland gelegenen Grundstücke, mit Einschluss des land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundes; f) die im Ausland gelegenen Betriebsstätten. Art. 11 SCHULDENABZUG 1) Bei der Ermittlung des reinen Vermögens dürfen von den Aktiven die Schulden und sonstigen Lasten abgezogen werden, für welche der Steuerpflichtige als Hauptschuldner verpflichtet ist. Ist er mit anderen Personen für eine Schuld mitverpflichtet, so kann nur der auf ihn entfallende Teil abgezogen werden. 2) Der volle Abzug der Schulden ist nur gestattet, wenn der Steuerpflichtige sein ganzes Vermögen im Inland versteuert. Wird