tender Globalisierung und Liberalisierung verlieren die grösseren Staa- ten frühere protektionistische und semi-protektionistische Möglichkei- ten, eine umfangreiche Produktion bevorzugt auf dem grossen Heim- markt zu fördern. Damit konnte auch ein grösserer Spielraum für eine nationale Wirtschafts- und Sozialpolitik geschaffen werden. Solche Möglichkeiten standen kleinen Staaten weniger zur Verfügung. Mit der internationalen Öffnung der Handelsbeziehungen verringern sich diese protektionistischen Möglichkeiten oder verschwinden zur Gänze. Die mittelgrossen Staaten nähern sich dem Bild der Kleinstaaten, die schon immer in grösserem Mass für Erzeugung und Absatz auf den Weltmarkt angewiesen waren. Soweit Regionalpolitik (Glokalisierung) möglich ist und an Bedeutung gewinnt, verringert sich die Bedeutung der Staaten- grösse ebenfalls. Kleine Staaten können ebenso wie grössere Regional- politik betreiben, wenn auch nicht in gleicher Zahl und Risikostreuung. Jedenfalls besteht kein offensichtlicher Grund, dass Kleinstaaten in ihrer Existenz durch die Globalisierung essentiell bedroht sind. Gemeinsam mit den grösseren Staaten verlieren sie Souveränitätsbestandteile und stehen vor der Aufgabe, sich durch genügende Flexibilität an einen fort- schreitenden Globalisierungsprozess anzupassen. Aber dies bedeutet nicht, dass sie die Möglichkeit verlieren, wirtschaftlich und kulturell ihre identitätsschaffende Funktion zu behalten und zu fördern.11 382Kurt Rothschild 11Das Liechtenstein-Institut und die Hochschule leisten einen wesentlichen Beitrag für diese identitätsstiftende Aufgabe.