188 Jahren in die Schweiz. Gegen ihren Willen, wie vorhandene Briefe von ihr sagen, wurde sie verheirathet. Obwohl ihr Ge- mahl, wie sie ebenfalls gesteht, sie gut behandelte, kannte sie keine Liebe zu ihm, sie haßte die Schweiz und sehnte sich nach Amerika und nach einem andern Gefährten. Die Unglückliche hatte ein weiches Gemüth, das ebenfalls an großer Ueberreizt-- heit trank war. Es ist n-cht wahr, daß die beiden schon län 172 ger ein LiebeSverhältniß gepflegt haben. Die ersten Schritte hiezu geschahen erst am 21. Oktober abhm. An diesem Tage nämlich erhielt Z. Egger einen Brief, unterzeichnet Max Ema- nuel und begleitet von einem Theaterbillet. Der Briesfchreiber versichert den Adressaten seiner Freundschaft und bittet ihn, da S Billet zu benüyen. Egger konnte den Ursprung der Sendung nicht enträthseln. Am 22. Oktober folgte ein gleicher anony» wer Brief mit gleicher Beilage, nur war dieser Brief viel über- schwenglicher alS der erste. Eine dritte ähnliche Sendung, immer anonym, langte am 25. Oktober an. DaS Gleiche geschah am 27. Oktober. Durch diese räthselhafte Korrespondenz über deren Ursprung der junge Mann keine Ahnung hatte, kam er in die größte GemüthSerregung. Da, eS war am Sonntag den 29. Oktober Mittags, ging er beim Theater vorbei, um vielleicht beim Billetverkauf diejenige Person wahrzunehmen, welche ihm die Geschenke verschafft hatte. Sein Zweck wurde nicht erreicht, er wiederholte den Versuch am Montag, jetzt wurde feine Erwartung erfüllt. Denn Marzelline F war da und gab ihm zu verstehen, daß sie Max Cmanuel sei. Egger war höchst, erstaunt, denn, obwohl ihr Nachbar, Hatte er Mfr dahin keine Gedanken an sie. Der ganze fernere Berkehr der beiden Unglücklichen bestand in drei ferneren Briefen von ihr und zwei solchen von ihm, welche alle eine fast widerliche Ueberfchwenglichkeit in der Versicherung der Liebe an den Tag legen. Außerdem sahen sie sich einmal Mittwoch den 1. Ro^ vember. An diesem Tage kam Marzelline F. unter nichtigem. Vorwanve in unser HauS auf Besuch. Der Besuch dauerte ungefähr eine Stunde und da die andern keine Ahnung über das Verhältnis der Beiden hatten, wurde das Gespräch über ganz fremde Dinge geführt. Bei dm Beiden war inzwischen die Sachlage eine andere geworden. Sie sprachen in den Briefen von den intimsten Verhältnissen, in denen sie stehen, von der Aussichtslosigkeit einer Verbindung, von Träumen und amerikanischer Freiheit Marzelline F. fügte bei, daß sie am Freitag ihrem Gatten die Trennung der Ehe und die Rückreise nach Amerika vorschlagen werde. Wenn er nicht einwillige, so werde sie sich daS Leben nehmen und für ihn sterben AlS sie auf dem Nachmittags 3 Uhr ausgemachten Rendezvous nicht erschien, glaubte Egger sie AbendS todt und dieser Brief und dieser Glaube muß seine Seele mit unnennbaren Schmerzen erfüllt haben und war die Veranlassung der unglücklichen Tbaten (Schluß folgt ) Verantwortlicher Redakteur u. Herausgeber: vi-. Rudolf Schädler^ Schieitheim. Kanton Schaphausen, badische «Station Stühlingen. Wir empfehlen uns zum Verspinnen von Hanf, Flachs und Abwerg imLohne unter Zusicherung gewissen- hafter und billigster Bedienung. Agenten in Sullett: Wittwe Tiner, Handlung. Sevelen: Eggenberger, Färber» Trübbach: Kuhn, Handlung. Maienfeld: A. Möhr, Handlung. Ferner ertheilen nähere Auskunft und nehmen Sen- düngen entgegen in Vaduz: Seger Handlung. Eschen: Landrath Oehri. Gamprin: Gebrüder Rascher, Wirtschaft. Denzler: Ruoß & Co. Für die bekannte Flachs-, Hanf-, Wergspinnerei, Weberei, Iwirnerei & Bleicherei in Bäumenheim (bayer. Bahnstation), Krämiirt auf de» A«sstell«»ge» Miinchen 1868,1871, 1872, 1874, Ulm 1871, Wie» 1873 nehmen Flachs, Hanf und Abwerg fortwährend zum Lohnverspinnen, Weben, Zwirnen und Bleichen an: Herr Anton Real in Triesen. „ Felix Real in Vad uz. Schnellste und beste Bedienung wnd zugesicheit. Die Eisenbahnfrachten hin und zurück bezahlt bci größeren Sendungen die Spinnerei. Die Versteigerung wird um benannten Tage in der Wirth- schast zum Schwert in Ruggell abgehalten, nähere Auskunft wird am Ganttage ertheilt. Pachtluftige werden hiemit bestens eingeladen zu der Ver- fteigerung zu erscheinen. Im Austrage des Gemeinderaths: Ruggell, den 20 November 1876. Rudolf Oehri, Vorsteher. Thermometerstand nach Reanmnr in Vaduz. 74 Mühlpacht-Steigernng. Die Gemeinde Ruggell gibt Donnerstag den 21. De 172 zember l I. die vor einigen Jahren neuerbaute Frucht-Mühle mit zwei Mahlgängen, Rölle, Hanfreibe, Bretter- und Zirkular- Sage sammt 4 geräumigen Wohnzimmern und circa 1000 Klafter Wies- und Streuboden auf dem Wege der Versteige- rung für 4 nach einander folgende Jahre gegen eine Kaution von 500 ff. ö. W. und Vorauszahlung eines vierteljährigen Pachtzinses in Pacht. Der Antritt deS PachtübernehmerS kann am 1. Jänner 1877 geschehen. Monat Morgens 7 Uhr Mittags 12 Uhr Abends 6 Uhr Witterung. 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