waren da also: ihr äußerster rechter Flügel war südlich und westlich über Schitkowatz hinausgelegt und zog sich nördlich von diese?» Dorfe bis Przilowitza, auch hatten die Serben Mrsol MW, nahe att der Straße auf dem linken Morawa- Ufer, soWe?HaS Dorf Belja auf ansteigendem Terrain. Süd- «Mich von Belja hatte der linke Flügel der Serben feine StellWgenWei Alezinatz in nordöstlicher Richtung. Der rechte türkische Flügel stand bis Tefchitza hinab, nahe an der Straße die an Mrsol und Gchitkowatz vorbeigeht, aber südlich von diesen Stellungen. Ihre Linien dehnten stch dann nordwestlich über Drenowatz und nahezu nördlich auf Stublina. Sie waren auf mäßigen Steigungen verschanzt und hatten auch einen Theil deS linken Flügels auf den Abhängen der hohen Berge um Iakofle. Der Kampf war Anfangs einige Stun- den lang fast nur Artilleriekampf aus 3 Batterien, die über Drenowatz vorgeschoben waren und denen Anfangs nur 2 ser- bische Batterien antworteten. Die Türken rückten nur langsam in nordöstlicher Richtung vor, indem die serbischen Batterien, welche in Belja und am weitesten nördlich in Snotna waren, ein wohlgenährtes regelmäßiges Feuer unterhielten. Der Kor- refpondent liefert nun eine Beschreibung des TerrainS oder der Thal-DestteS durch welche Abdul Kerim seine Infanterie durch- bringen mußte. Der Korrespondent schreibt darüber: „Unsere Stellung gestattete uns das ganze zwischen der Morawa und den westlichen Höhen befindliche wellige Land zu überblicken, und gleichzeitig die Truppen zu sehen, welche Alexinatz verlas- sen um aus Pontonbrücken die Morawa zu überschreiten. DieseS wellige Land besteht aus Hügeln und Senkungen. Ge 172 rade in der Mitte befindet sich ein kleiner isolirt stehender Hügel mit einem kleinen Defile an jeder Seite. Dieser kleine Hügel spielt eine wichtige Rolle in dem heutigen Kampfe. Denn Abdul Kerim Pascha muß, um sein Ziel zu erreichen, seinen ganzen linken Flügel durch das dahinter liegende Thal; bringen und die beiden DefileS setzen ihn dem Feuer der ser- bischen Batterien auS. Deßhalb spielt die Artillerie anfangs eine so große Rolle. Die drei türkischen Batterien auf der Lintey find nicht im Stande die 2 serbischen zum Schweigen zu bringen welche nördlich der Defileen postirt stnd. ES ist jetzt 11 Uhr und bereits 2*/ 2 Stunden dauert das Feuer. Der Tag ist schön, die Lust klar und jedeS Wölkchen ist zu sehen, welches bei dem Abfeuern eineS Geschützes aufsteigt. Bis j^etzt hat noch keine Seite einen Bortheil errungen. Die Tür- ken haben mehr Kanonen, aber die Serben haben die bessere Stellung." Nach 11 Uhr verstärkten die Türken ihre Batte 172 rien vor Drenowatz von 3 auf 6 und rückten etwa eine halbe Meile vor. „Ihr Feuer wird jetzt schrecklich, nicht allein ihre Batterien, sondern auch jedes Geschütz derselben steht gesondert, aber ihr Feuer geht merkwürdig koneentrisch aus die beiden ser- bischen Batterien, und die Schußweite ist so genau gewonnen, daß die serbischen Kanoniere getroffen werden. Zehn derselben wurden verwundet und aus dem Gefecht getragen seit die sechs türkischen Batterien eine halbe Stunde lang gespielt hatten. Aber an diesem Tage, wo so viele in der serbischen Infanterie eine so elende Feigheit gezeigt haben, muß man billig hervor- heben, daß die serbische Artillerie, regulären Truppen zugehörig, sich herrlich gehalten hat. Nichts konnte mmhiger sein als wie Offiziere und Mannschaft bei den Kanonen standen, ob- wohl ich noch Gelegenheit haben werde zu zeigen, daß wenig- stenS ein Theil der serbischen Artillerie im kritischsten Moment außer Aktion gebracht war. Dieselbe hätte vom größten Nutzen sein können, da die beiden genannten serbischen Batterien noth- wet dig der Uebermacht unterliegen mußten. Auf dem vorhin bezeichneten isolirten Hügel zwischen beiden DesileS befand sich ein dritte serbische Batterie, gegen welche zwei türkische Batte- rien ihre Anstrengungen richteten. Mit großer Gewandheit wechselte sie fortwährend ihre Stel- lung, und während zweier Stunden gelang eö ihr die tür 172 tischen Kanonen in Respekt zu halten. Aber trotz alledem dringt der Feind langsam nordwärts und gegen Osten vor. Bisher hatte, er seine Infanterie zurückgehalten, aber 20 Mi- nuten vor 12 Uhr hörten wir das erste Kleingewehrfeuer.' ES kam aus einem kleinen Gehölz hinter den Hügeln. So weit war die türkische Infanterie vorgerückt. Noch durfte sie stch nicht am Eingang der Defileen blicken lassen, denn die ser- bischen Kanonen stehen zu nahe. Aber weit davon ist sie nicht, und wenn die tapfere serbische Batterie auf dem isolirten Hü- gel einmal zum Schweigen gebracht sein wird, entbrennt die Schlacht sofort. AuS Alezinatz stürmen Infanterie und Ea- vallerie über die Pontonbrücken um dem Angriff der türkischen Infanterie entgegenzutreten, und Tschernajeff, umgeben von seinem Stah, ist überall. Die serbische Infanterie steht in dem Thale nördlich deS kleinen Hügels, und in Zwischenräumen von etwa einer Viertelstunde sind schwache Gewehrfalven zwi- schen dem Donner der Kanonen von einigen Dutzend Bat- terien hörbar. Der wüthende Kampf hatte seinen Höhepunkt erreicht als um halb zwei Uhr dicke Rauchwolken und hohe Feuersäulen auS einem Thale rechts von uns zum Himmel emporstiegen. Die FeuerSbrunst ist riesig; noch heller und glän- zender als daS Sonnenlicht erscheint die feurige Lohe den Bli- cken, wie sie, umgränzt durch dichte Rauchmassen, zu unserer Seite emporlodert. DaS nördliche der beiden Suotnas steht in Flammen. Die türkischen Granaten der vorgerücktesten Bat- terien haben den Ort in Brand geschossen, und in wenigen Minuten ist derselbe vom Erdboden verschwunden. Schleunigst verlassen die serbischen Truppen den Flammenherd, ohne indeß den Kampf aufzugeben. Die Türken ihrerseits avanziren unter dem Schutz ihrer Artillerie ohne Unterlaß, jetzt in Schützen- linien, dann in Massen, hierauf im Schnellschritt. Doch die Serben haben noch nicht allen Much verloren. Noch hält ein Theil ihrer Infanterie Stand. Aber immer zaghafter wird die Vertheidigung, immer grööer die Zahl der „Drücker", die sich auS dem Feuer wegzuschleichen suchen. Schwächer und dünner werden die Glieder der serbischen Bataillone. Es ist jetzt 2 Uhr vorüber. Die serbische Artillerie scheint einen Augenblick hindurch sogar wieder vorwärts zu kommen. Jene Batterie auf dem kleinen Hügel, welche bisher so Tüchtiges geleistet hat, ist den Türken näher auf den Leib gerückt und überschüttet die Stellungen deS Gegners mit Geschossen. Aber die Türken lassen sich dadurch keineswegs außer Fassung bringen. Das Knattern ihreS InfanteriefeuerS dringt in den Thälern mehr und mehr gegen Norden vor, die Salven der dort stehenden serbischen Bataillone werden schwächer; auch der Artilleriekampf scheint an Heftigkeit nachzulassen. Da steigt eine neue Flam- mensäule vom Schlachtfeld zum Himmel empor. DaS ^orf Proß Adrowatz, dicht bei Schitkowatz gelegen, ist jetzt ebenfalls in Brand gerathen. Suotna brennt noch, die klare Herbstluft ist angefüllt durch dichte dunkle Rauchmassen. Dazu ertönt unaufhörlich daS Brüllen der Geschütze, daS wilde Knattern deS KleingewehrS. Seit Stunden schon erreichen die türkischen Geschosse auch Schitkowatz, aber noch ist ver Ort verhältniß- mäßig unversehrt. Dagegen brennt das dicht dabei gelegene Przilowitza. Eine vollständige Panik ergreift angesichts deS un- aufhaltsamen Bordringens der Türken die serbischen Truppen, ganze Bataillone ergreifen die Flucht. Ein russischer Oberst, Commandeur von zwei Bataillonen, befiehlt, obgleich verwun- det, denselben vorzugehen. Aber doch thun wenigstens noch ein paar Regimenter Infanterie und die gesammte Artillerie ihre Schuldigkeit. Ueber zwei Stunden lang dauert es, ehe die Le- gionen der drei Paschas auch nur eine halbe (englische) Meile vorwärts kommen. Aber doch ist der Vortheil längs der gan- zen Kampflinie auf Seiten der Türken. Abdul Kerim Pascha hat seinen linken Flügel bis nach Gredetin, nördlich des bren- nenden Adrowatz, seinen rechten Flügel aber bis Belja vor- poussirt. Und es ist erst vier Uhr. Die Verlufte sind auf bei-