188 bedeutenderen militärischen Operation hindernd in den Weg tritt. Aus Bosnien liegt die Nachricht vor, daß am 6. d. bei Vu- kova Rosa (Nord-Bosnien) ein vierstündiges heftiges Gefecht mit günstigem AuSgang für die Aufständischen stattgefunden hat Am 7. wurde die Eisenbahnbrücke bei Prljugovatz ge- sprengt und die Strecke Dobretin-Novi unfahrbar gemacht. Die Telegraphendrähte find nach allen Richtungen zerschnitten und der Betrieb auf der Bahnlinie Novi-Banzaluka ist gänzlich eingestellt. Nach einer der „D. Ztg." zugegangenen Nachricht beabsichtigen die Aufständischen einen Angriff auf Novi. — Aus der Herzegowina berichten zwei Telegramme der „N. Fr. Pr " auS Ragusa und Zara, daß zwischen Klek und Trebinje mehrere kleinere Jnsurgentenbanden aufgetaucht sind und tür- kifche Proviantsendungen weggenommen haben. Am 7. d. haben über 500 Türken die Ausständischen bei TiSkovatz an- gegriffen. Letztere flüchteten nach zweistündigem Gefecht mit Zurücklassung vieler Todten und Verwundeten nach Grahovo. Zu allem andern Unglück ist nun noch in der Zuppa und in Klek die Blattern-Epidemie ausgebrochen. Verschiedenes. * Aus der Wache. (Sin neugebackener Lieutenant mit etwaS weniger als eidgenössischer Minimalbildung tritt auf einen wachthabenden Kanonier zu, der auS einer helmathhchen Ulmerpfeife gewaltige Quatmwolken von Pfälzerkraut in'S „Universum" bläSt. „Müller, wollt Ihr Eueren Kohlenmeiler ablöschen bevor Ihr daS ganze Quartier und Euch selbst ver« peftet!" — „Was verpesten, Herr Lieutenant? Ich rauche zu meinem Vergnügen, also ist es gesund. Sie spaßen wohl nur, Herr Lieutenant?" — „Merkt Euch das, Kanonier Müller, ich spaße nie, mit einem Untergebenen schon gar nicht. Was Eueren Tabak anbelangt, so wißt, daß er ein faules Gift ist." — 5 Aber Herr Lieutenant, ich habe einen Großvater, der von Kindsbeinen an solchen Tabak raucht und dessenungeachtet nächstens 74 Jahre alt wird." — „Kanonie^ Müller, Ihr seid der größte Dummkopf der alten Welt; wäre eS nicht leicht möglich, daß Euer Großvater, wenn er nicht geraucht hätte, gegenwärtig 90 Jahre alt wäre." * Paris, 8. Nov. (Tramway-Locomotive.) Der „Messager de Paris" berichtet: „Heute Vormittag haben die Nord- und die Eüd-Tramway-Gefellschaft in Gegenwart des Oberingenieurs des Departements eine Probe mit einer kleinen Dampflocomotive von 6—7 Pferdekräften gemacht, mit der man das gewöhnliche Gespann ersetzt hatte. Die Maschine macht kein Geräusch, erzeugt auch keinen Rauch, macht also die Pferde, die ihr auf der Fahrt begegnen, nicht scheu, und hat ! 2 Kilometer in der Stunde zurückgelegt. Der Versuch ge- schah von der Porte de. Chatillon auS bis zum Bahnhofe Montparnasse durch die Straßen Chatillon u Orleans, Bou- levard d'Enfer u. Boulevard Montparnasse. Die Wagen, die mit dem Tramway sich kreuzen oder parallel gehen, gewahren diese Aenderung nicht einmal. Wir brauchen nicht zu sagen, welche bedeutenden Ersparnisse die beiden Gesellschaften auS der Ersetzung der Pferde durcd den Dampf erzielen. DaS Pro- blem schien allen zugegen gewesenen Personen gelöst zu sein." Verantwortlicher Redakteur u. Herausgeber : vr. Rudolf Schadler. Amtliche Anzeigen. Cdikt. Von dem fürstl. Landgerichte ist auf Ansuchen deS Herrn Joh. Georg Marxer zu Vaduz in Vollmacht des Jos. Vogt in BalzerS als Vormund der m.j. Kinder nach Alois Frick VyN BalzerS, die Einleitung der Amortisirung nachstehender 2 Hypothekarforderungen bewilligt worden. Diese sind: 1. die zu Gunsten der Katharina Kaufmann von BalzerS ohne Schuldtitel im Balzn. B. 2 Fol. 190 versicherten 160 fl. R. W. 2. die zu Gunsten deS Gotteshauses Psäffers laut Obliga- tion vom lt. Janner 1803 im Balzn. B. 1 Fol. 466' versicherten . . . 60 st. R. W. Es werden daher alle diejenigen, welche auf obige Forde- rungen noch Ansprüche zu haben glauben, aufgefordert, bei die- sem Gerichte binnen Einem Jahre, d. i. bis 29. Oktober 1876 sich zu melden, widrigenfalls die Löschung dieser Satzposten im Grundbuche erfolgen würde. Vaduz, den 28. Oktober 1875. Fürstl. Liechtensteinisches Landgericht. 33 Keßler. Nichtamtliche Anzeigen. Gänzlicher AUSVERKAUF. Wegen Zurückle.;ung des Geschäftes eröffne ich vom 5. November an Behufs vollständiger Räumung meines Tuch- und Schnittwaarenlagers einen Ausverkauf zu herabgefetzten Preise«. Indem ich dieses hiemit zur allgemeinen Kenntniß bringe, beehre ich mich, an das ?. I. hochgeehrte Publikum in Stadt und Land die ergebene Einladung zu recht zahlreichem Zuspruch zu richten, mit dem Bemerken, daß e6 sich hiebei nicht um einen gewöhnlichen Ausverkauf einzelner ungangbarer oder schadhast gewordener Artikel, sondern vielmehr um gänzliche Räumung eines kurrenten Waareulagers handelt. Feldkirch, am 1. November 1875. • Paul Deisböck. Kornpreise vom Fruchtmarkt ln Bregenz vom 12. Nov. Der halbe Metzen beste mittlere geringe 1 fl. kr. | fl kr. 1 fl. kr Korn 1 3 40 3 I 15 3 05 Roggen .... 2 80 2 | 60 2 50 Gerste 2 70 2 50 2 30 Türken .... 2 80 2 50 2 20 Hafer ,1 70 1 60 1 50 Thermometerstand nach Reaumur in Vaduz. Monat Morgens 7 Uhr Mittags 12 Uhr Abends 6 Uhr Witterung. Novbr. 10 + 6% +13 >11 trüb; Föhnwd. * ii. 4-12 Vi + 10 + 7 halbhell „ „ 12. + 4% + 6</i + 5 trüb . 13 + 1 + 6V 2 + S'/i . 14. + 4 +10</ 2 + 9 Vi hell,Föhnst. . 15. + 7 + 7 + 4V 2 fast trüb . 16. 0 + 4% + 3 hell. Telegrafischer Kursbericht von Wien. 17. Nov. Silber 104.90 20-Frankenstücke 910 Druck von Heinrich Graff in Feldkirch.