Dritter Jahrgang. TT - - - — i —- : 1 — T7» Vaduz, Freitag Nr. 44. den 29. Oktober 1875, Die liechtensteinische Wochenzeitung erscheint jeden Freitag. Sie kostet für da< Unland ganzjährig « fl., halbjährig 1 fl. sam«t Postversendung und Zustellung in's HauS. Mit PostVersendung für Oesterreich ganzjähng 2 fl. 50 kr., halbjährig l fl. SS kr.; für M «brige Ausland ganzjährig 2 fl., halbjährig l fl. 10 tC ohne Postversendung. - Man abonmrt für daß In- und Autland dei der- Redaktion in Vaduz oder bei den betreffenden Postämtern. — Etnrückungsgebühr für die Sgespaltene ZeUe S kr. — Bnefe und Gelder «erden franco erbeten an die Redaktion in Vaduz. Landtagsverhandlung en.- (Fortsetzung) Da sich nach Verlesung der in der letzten Nummer ange- führten Adresse an Se. Durchlaucht, keine weitere Debatte an- knüpfte, wurde sofort zur Abstimmung geschritten. Dieselbe ergab die Annahme der Adresse mit allen gegen 4 Stimmen (Oehri, Matt, Kaiser, Heed). III. Berathung und Beschlußfassung wegen einer Subvention von 300 fl. für die Demeinde Triesenberg zu Straßenbauzwecken. Der darauf Bezug nehmende Commisstonsbericht lautet wie folgt: , Bereits wurden vom h. Landtage mit Beschluß vom 27 Juni v. Z. die zum Baue dieser Straße nvthwmdig werden- den, auf 900 fl. präliminirten BodenauSlösungSkoften aus der LandeSkasse bewilligt. Durch Abänderung des StraßenzugeS und Verlegung desselben in eine sürstl. Walvparzelle dürften bloße 400 fl. zur Bodeneinlösung ausreichen. Diesen Umstand benützt die fürstl. Regierung, an den löb- lichen Landtag den Antrag zu stellen: „der Gemeinde TrieSnerberg nebst Uebernahme der auf- „laufenden Bodeneinlösungskosten auch noch einen Straßen- „baubeitrag von 300 fl. aus der LandeSkasse zuzusichern, «jedoch sei dieser Betrag erst nach Vollendung der Mase- „scher Straße-flüssig zu machen." Von der Commission wird dieser Antrag einstimmig Ihnen zur Annahme empfohlen. Wird mit 7 gegen 5 Stimme« genehmigt. IV. Berathung und Beschlußfassungbezüglich Bewilligung einer Teuerungszulage für die Elem entar lehr er von je 50 fl. pro 1875 Der bezügliche Commisstonsbericht läßt sich wie folgt ver- nehmen: Die Finanzcommission erachtete daS, Ihnen, meine Herren, bereits zur Kenntniß gebrachte Gesuch der Elementar- schullehrer um Aufbesserung ihrerGehaltS- bezüge erst einer weitern Behandlung und Berathung un- terziehen zu sollen, wenn die schwebende Zollerneuerungsfrage chre Erledigung gefunden haben wird. AuS dieser Ursache stellte die fürstl. Regierung mit Schreiben vom 29. September 1875 an den löblichen Landtag daS Ersuchen, folgendem An- trag seine Zustimmung zu ertheilen: „den Gesuchstellern für daö heurige Jahr, jedoch ohne „Präjudiz für die Zukunft, eine TheuerungSzulage „von je 50 fl. aus der LandeSkasse zu bewilligen." In dem Gesuche der Elementarschullehrer ist eine Erhöhung ihrer GehaltSbezüge pro 1875 nicht in Aussicht genommen, dessenungeachtet k nimmt der Finanzausschuß keinen Anstand, dem löblichen Landtage den Regierungsantrag zur Genehmig ung zu empfehlen. Wird mit 8 gegen 4 Stimmen (Erne, Rheinberger, Dr. Schlegel, Dr. Schädler) verworfen. V. Berathung und Beschlußfassung über das Gesuch der Kheinbrücken-Korporationen behufs Einführung von Brückenzöllen. Die FinanzeommisKon ließ hierüber folgenden Bericht e*r statten: DaS betreffende Gesuch wurde Ihnen, Herren Abgeordnete, in der letzten Sitzung des Landtages bekannt gegeben. Der Ausschuß ist jedoch der Ansicht, dieses Gesuch ab- lehnen zu sollen, und zwar hauptsächlich aus nachfolgenden Gründen: 1. Durch die Einführung von Brückengeldern wird, der Ber- kehr nur gehemmt In dem vorliegenden Falle aber inSbeson- dere würde diese Maßregel schwer empfunden werden, weil das Brückengeld auch auf Personen ausgedehnt werden müßte, um sich eine ausgiebigere Einnahmsquelle zu verschaffen. 2. Der Verkehr auf allen vier Brücken findet hauptsächlich nur von Leuten auS den zwei einander gegenüber liegenden Ortschaften statt, welche die 'Brücken zur Erleichterung u. Be 172 förderung deS Verkehres gebaut und hiezu Opfer gebracht ha- ben. Durch Einführung der Brückengelder würden also inSbe- sondere nur diese mit einer neuen Steuer betroffen werden. 3. Der Finanzausschuß geht von dem Grundsatze aus, alle Wege im Lande dem Verkehre offen und frei zu lassen, ohne Erhebung von Gebühren, daher die vier benannten Eintritts- punkte in die Schweiz allein nicht belastet werden dürfen. 4. DaS Land und Seine Durchlaucht haben bis anher Be- deutendes sowohl zur Erstellung als zur Unterhaltung (Hebung) beigetragen und den Gemeinden somit ihre Last erleichtert. Die hierauf erfolgte Abstimmung ergab Ablehnung de< Ge- fucheS mit 10 gegen 2 Stimmen. (Fortsetzung folgt.) Vaterländisches. (m) Bilder ans der vaterländischen Geschichte. 53. Die Grafen von HohenemS—Vaduz. Die Hexenprozesse. (Fortsetzung.) Bald war eS nicht mehr bloß Aberglaube der seine Opfer suchte, sondern Rache, Feindschaft und Habsucht. ES bildete sich eine eigene Bande, die man „Brenner" oder „Brenner- knechte" nannte. Sie hielten ein Verzeichniß derjenigen, die im Gerüche der Hexerei standen und überlieferten sie den Ge- richten. Die Bande war eine im Finster» schleichende, un 172 heimliche Macht, welche in erster Linie von Haß und Rachsucht