sen stand das Waffer ellenhoch. AuS dem Smichower R«th- Haus wird das Wasser durch Feuerlöschpumpen entfernt. In Graubünden gingen am 7. und 8 Juli schwere Ha 172 gelwetter nieder: besonders wurde betroffen das linke Rhein- ufer deS VorderrheinthaleS, daS Tawetscherthal, auch zum Theile die ^5 Dörfer" und „die Herrschaft". Eine seltene Gewittererscheinung wurde bei Lüneburg beobachtet. ES wurde nämlich dort gegen 12 Uhr NachtS qm 29. Juni während eines heftigen und anhaltenden Gewitters auf einem Dachfirst in der Nähe des Michaelsklosters eine sehr ttgenthümliche Erscheinung gesehen Zwei blaue, je dreizüngige Flämmchen, fast in dev Form der alten französischen Wappenlilien, erschienen auf die Dauer von etwa zwölf Sekunden in wunderbarer Pracht auf dem von Blitzen grell erleuchteten Hintergrunde des Himmels. In den wenigen Momenten, in welchen das grelle elektrische Leuch 172 ten nachließ, war die Erhellung der unheimlich finstern, wild zerklüfteten. Wolken durch die blauen Flämmchen eine wahrhaft magische, von unvergleichlicher Wirkung. Es ist wohl zwei 172 fellos, daß man in dieser Erscheinung das DioSturen- oder St. Elmsfeuer vor sich hatte, welches sich bekanntlich zeigt, wenn die Atmosphäre ungewöhnlich stark mit Elektrizität ge> schwängert ist Politische Rundschau. Deutschland. Die preußische Hauptstadt Berlin trägt sich lebhaft mit dem Gedanken, die nächste W e l t a u S st e l - lung zu übernehmen. Es hat sich bereits ein Comite gebil- det, welches demnächst mit einem Programm an die Oeffent- lichteit treten will. Die Regierung soll daS Projekt lebhaft unterstützen. Die deutschen Hchutzzöllner bereiten eine lebhafte Agitation vor gegen das freihändlerische Programm der Minister Camp, hausen, Delbrück und Michaelis. Vorerst beabsichtigen sie das von der deutschen Reichspartei mit Vorliebe gerittene Stecken- pferd des TabakSmonopolS dem nächsten Reichstag wieder vor- zufübren. Wie bestimmt verlautet, soll in nächster Zeit daö so viel berüchtigte Pferdeausfuhrverbot wieder ausgehoben wer- den. Der Minister für Landwirthschast hat sich durch persön 172 liche Anwesenheit in den durch daS Dekret schwer betroffenen Gegenden von den großen Verlusten und Unbequemlichkeiten desselben überzeugt. Im Uebngen herrscht in Deutschland gegenwärtig politi 172 sche Windstille. -Die Blätter beschäftigen sich daher um so mehr mit der ReichSmünzfrage. ES ist in dieser Hinsicht vielfach die Ansicht verbreitet: daß daS ReichS-Münzgesetz überhaupt ein verfehltes und daß der Uebergang zur Goldwährung nicht an- derS als mit großen Opfern zu ermöglichen sei. Die fortschrtt- liche „Berliner VolkS-Ztg." berechnet d,e unmittelbaren Kosten des UebergangS zur Goldwährung auf nicht weniger als 40 Millionen Thaler und empfiehlt, deßhalb — ohne Zweifel aus 172 sichtslos — die Doppelwährung. Aufsehen erregen Artikel der „Kreuz-Ztg " über diese Angelegenheit. DaS Organ der Hoch- konservativen betrachtet die Durchführung der Goldwährung geradezu als unmöglich und glaubt damit die völlige Unfähig- keit der liberalen Partei auf dem wirtschaftlichen Gebiete zu konstatiren Oesterreich. DaS Leichenbegängniß des Kaisers Ferdinand gieng in Wien unter großem Pompe vor sich. Hinter dem Sarge schritten — so schreibt ein Berliner Blatt — in Wien der Erbe der deutschen Kaiserkrone, die Thronerben von Ruß- land und Italien. Ihre Gegenwart bei dieser Feier war ein unwitzerleglicheS Zeugniß für die Herzlichkeit der Beziehungen, welche zwischen Oestreich-Ungarn u. seinen Nachbarn obwalten. DaS HauS Havoyen, welches einst dem jungen König von Ungarn in der Tochter König Viktor Emanuels I. eine Gattin, Kaiser Ferdinand bis zu dessen letztem Augenblicke eine treue u. aufopferungsvolle Lebensgefährtin gab, ist an seinem Sarge durch den Erben jener königlichen Krone von Italien vertreten, welche nur in heißem Ringen gegen Oesterreich gewonnen und geschmiedet werden konnte. Der Enkel König Friedrich Wilhelms III, welcher letztere in Gemeinschaft m>t Kaiser Nikolaus im I 1833 zu Mün- chengrätz mit Kaiser Franz und dem damaligen Kronprinzen Ferdinand die bündigsten Versicherungen übet die Fortdauer der heiligen Allianz tauschte, erscheint heute als Erbe der deüu schert und einer ungleich mächtigeren Krone. Der Enkel des Kaisers Nikolaus endlich weiß, daß heute in Löien von den Jahrzehnten ernster Spannung zwischen Ruß- länd und Oesterreich kaum noch die Erinnerung vorhanden ist, u daß die Drei Kaiser-Zusammenkunft die »rei Nachbarmächte eng verbunden hat für die vielen ihnen gemeinsamen Interessen. Schwei) Die gewesene Kaiserin von Frankreich, Eugenie, ist zu einer Badekur in Ragaz angelangt. In Basel findet gegenwärtig daS eidgenössische Sängerfest statt. 77 Vereine mit 394 t Mitgliedern werden zu dem Feste erscheinen. Die 70 Ehrengäste, 50 Delegationen badischer Vereine, 90 Mann Orchester und die KomiteS steigerten die- Gesammtzahl der Festgäste aus 4360. Italien. Das „Secolo" von Mailand läßt sich aus Rom ; melden. Garibaldi werde schon nächstens HruScati, wo er eben die Sommerfrische genießt, verlassen und nach Civitavecchia gehen, um dort einige Zeit die Seebäder zu gebrauchen. Von Civitavecchia werde er dann direkt nach seinem Eilande Ca- preia zurückkehren, und zwar um die Hoffnung ärmer, seine mit so großer Vorliebe gehegten und entworfenen Projekte baldigst ausgeführt zu sehen, da er durchaus nicht gesonnen sei, die Modifikation derselben, wie sie von der mit der Prüfung dieser Projekte beauftragten parlamentarischen Kommission vorgeschlagen wurde, anzunehmen. Verantwortlicher Redakteur u. Herausgeber: Dr. Rudolf Schädler. ■"W # | i i g & Frisch angekommener Tiroler Wein, weiß und rotb, sehr gut und billig, ist zu haben bei I. G. Eltensohn zum Feisenkeller 22 Feldkirch. Thermometerstand nach Reaumnr in Vaduz. ! Monat Morgens 7 Uhr Mittags 12 Uhr Abends 6 Uhr Witterung. Juli 7. 4-t33/ 4 +22 +19 halb hell w 8. +13</ 2 +22 + 16 do AbdS. Reg n 9 + 13 + 17 + 14 trüb; Reg. » 10 + 11% + 18 + 16 fast hell H Ii. +9 % +20 + 14% halb hell, Abd.Re. 1f 12 +11% +13% + 12% trüb n 13. + 10 + 10% + 14 halb hell Telegrafischer Kursbericht von Wien. 14. Juli Silber 100.80 20-Frankenstücke 8 87% Druck von Heinrich Graff in Feldkirch. \