Liechtensteinische Dritter Jahrgang Vaduz, Freitag Nr. 29. dm Iß. Juli 1875. Die liechtensteinische Wochenzeitung erscheint jeden Freitag. Sie tostet für das Znland ganzjährig 2 ff., halbjahrig 1 ff. fammt Postversendung und Zustellung in's Haus. Mit Postversendung für Oesterreich ganzjährig 2 ff. 50 kr., halbjährig 1 fl. 2S kr.; für das übrige Ausland ganzjährig 2 fl., halbjährig 1 fl. 10 kr. ohne Postverfendung. — Man abonnirt für das Zn- und Ausland bei der Redaktion in Vaduz oder bei den betreffenden Postämtern. — Einrückungsgebühr für die zgespaltene Zeile 5 kr. — Briefe und Gelder werden kranco erbeten an die Redaktion in Vaduz. Landtagsverhandlungen. Fortsetzung deS Sitzungsberichtes. Als vierter BerathungSgegenstand in der LandtagSsitzung vom'3 Juli erschien ein Gesetzentwurf über die Ein- fübrung einerneuen Maß- unvGewichtSordnung nachdem metrischen System. (Anmerkung der Redaktion: Der genannte Gesetzentwurf und der darauf bezugnehmende Kommissionsbericht sind bereits in Nr. 26 unseres Blattes erschienen und können dort einge- sehen werden ) Sowohl die einzelnen Punkte dieses Gesetzes als auch schließlich das Gesetz im Ganzen gelangten unverändert nach dem Entwürfe der fürstl Regierung einstimmig zur Annahme. V. Gesetz betreffend die Abänderung »er Statuten der landschaftlichen Spar- und Leih- kassa. (Der bezügliche von der fürstl. Regierung vorgelegte Ent« Wurf kann in Nr. 27 unseres Blattes eingesehen werden) Die GesetzeSkommiffion, welche diesen Gegenstand einer Vorberathung unterzogen hat, ließ durch ihren Referenten Abg. Rheinberger nachfolgenden Gericht erstatten; Geehrte Herren! Zufolge eimS LandtagSbeschlußeS vom 27. Juli 1874 wurden von der fürstl.Regierunq die bereits in Ihren Hängen befindlichen zwischen der fürst! Regierung und dem LanbeSauS- schuffe vereinbarten „revidirten Statuten der land- schäftlichen Spar- und Leih kassa", der GejttzeSkvM' Mission zur neuerlichen Berathung und Antragstellung vorge- legt. Ich habe die Ehre Ihnen meine Herren im Auftrage der Kommission über die Beschlüsse und Vereinbarungen derselben Bericht zu erstatten. Schon im vorigen Jahre kam im Landtage die Frage der neuen Fixirung des Gehaltes deS landschastl. Spar- kassavenraUerS zur Verhandlung, ohne hierüber eine Einigung und endgültiges Resultat zu erzielen, fonpern man kam viel- mehr zur Ansicht, daß überhaupt die Vornahme einer Revision der Statuten der landschastl. Sparkassa zeitgemäß sei. ES wurde dann auch der Beschluß gefaßt in dieser LandtagSsession gleichzeitig mit der Revision den Gehalt der betreffenden Beam- ten gesetzlich zu regeln. Die GesetzeSkommiffion einigte sich nun mit dem fürstl. Herrn Kommissär dahin, den Antrag zu stellen, bei dem vorliegenden Statutenentwurf nachfolgende Abänderung eintreten zu lassen: »6 § 1 und 2 verbleiben nach dem Entwürfe. „ 8 3 der erste Satz bleibt bis „ausübt " Zweiter Satz soll heißen: „Die Kontrollskom Mission besteht aus dem Lan- deSverweser und drei vom Landtage ,c. zc. sä § 4 pt. 1, 2, 3, 4, 5 sollen unverändert bleiben, pt. 6 anstatt StaatSobligationen käme zu setzen „Werth- cssekten " Pt. 7, 8 und 9 verbleiben. ad § 5 die Sparkassa nimmt, Einlagen von 2 fl bis 1000 fl. an, auch größere, diese doch nur mit BewiUlgung der LandcSkontrollkomnltssion. DaS Höchste, welches mittelst all- mähHgen Einlagen für ein und dieselbe Partei ohne vorherige Eindolung der Zustimmung der Kon trollSkom Mission angenom 172 men werden darf wird auf 2000 st festgesetzt. ad § 6 blS 12 verbleiben nach dem Entwürfe. „ § 13 Sowohl das EinlagSkapital als a«ch die Zinsen werden gegen Vorweisung deS ErlagSbüchelS an den Inhaber ohne Rücksicht auf den Namen deS ErlegerS bezahlt. Der Inhaber wird solange für den rechtmäßigen Eigenthümer del Büchleins gehalten, bis der Verwaltung das Gegentheil rechtS- beständig erWefen oder- förmlich' angezeigt ist. Besingt sich der Einleger, daß daS Kapital nur an ihn bezahlt werde, so ist diese Bedingung vom Kaffabeamten im ErlagSbüchlein und im Hauptbnche anzumerken, wo denn die Kapitalszahlungen nur an ihn geleistet werden, sobald er sich im Zweifel an der Identität der Person ausgewiesen hat. Wenn EinlaqSbüchel, die den Vorbehalt der Einleger enthalten, daß die Rückzahlung nur an ihre Peron stattzufinden habe, ondirt oder veräußert werden, so hat sich der Anmelder nur die Rückzahlung solcher Kapitalien über seine Ptrsönlichkeit auszuweisen Die Zession solcher Einlagsbüchel, wie auch die . Vollmacht zur Erhebung d<r Summen, worauf dieselben lauten, hat aus dem EinlagS- büchel selbst unter Unterschrift deS ErlegerS und desjenigen, an welchen die Abtretung stattfindet unter Mtlsenigung zweier Zeugen zu geschehen. »6 § 14. Der gehörig nachgewiesene Verlust eineö ErlagS- bücllS ist von der sürstlichen Regierung in allen Gemeinden zu verlautdaren, gleichzeitig aber auch bei der Kassaverwaltung in Vormerkung zu nehmen. Wenn sich der Inhaber desselben binnen 3 Monaten vom Tage der Kundmachung an nicht meldet, so wird dem ausgewiesenen E<genthüm«r des EinlagS- büchleins ein Duplikat ausgefertigt und dies im Hauptbuch? vorgemerkt. sä § 15. Der erste Satz bleibt unverändert. Zweiter Satz der Ankauf von ausländischen Wertheffekten ist an die Zu- stimmung der Sparkassatommission und an die Genehmigung der Regierung gebunden Der letzte Satz: „Loose bis neueren fätlt weg. aä § IL Die Worte: „viertel bis zu einem halben" sind zu streichen, soll also heißen: „auf die Dauer eines JahreS" weiterS »6 pt. 6 mit Zusatz: Bestätigung „des OrtSvorftandeS";c. sä § 17 und 18 bleiben nach dem Entwürfe. „ S 19. Erster Satz bleibt bis „werden kann." Dann