Dritter Jahrgang Vaduz, Freitag Nr. 27. den 2. Juli 1875. Die liechtensteinische Wochenzeitung erscheint jeden Freitag. Sie tostet für das Inland ganzjährig % fl., halbjährig l fl. sammt Postversenduyg und Zustellung in's HauS. Mit Postversendung für Oesterreich ganzjährig % fi. bo kr. , halbjährig l fl. SS kr.; für das übrige Ausland ganzjährig 2 fl., halbjährig t fl. 10 kr. ohne Postversenvung. — Man abonnirt für das Zn- und Ausland bei der Redaktion in Vaduz oder bei den betreffenden Postämtern. — EinrückttngSgebühr für die zgesvaltene Zeile 5 kr. — Briefe uttd Gelder werden franco erbeten an die Redaktion in Vaduz. Landtagsverhandlungen. Bezüglich der Revidirung der Statuten der landschaftlichen Spar- und Leihkassa hat die fürstl. Regierung nachstehenden Entwurf vorgelegt: Ich genehmige im. Einverständnisse mit dem Landtage die beiliegenden revidirten Statuten für die landschäftliche Spar- und Leihkassa und ordne an, daß das in das Landesgesetzblatt Jahrgang 1864 Nr. 9 aufgenommene Gesetz vom 3t. Dez. 1864 vom 1. Jänner 1876 an, außer Wirksamkeit trete. Wien, am . . . . . G Revidirte Statuten yer landschaftlichen Spar- und Leibkassa - in Vaduz. § 1. Unverändert wie 5 1 der gegenwärtigen Statuten. § 2. Die Spar- und Leihkassa ist eine Landesanstalt, für welche das Fürttenthum als solches sowohl rücksichtlich der Sicherheit der geschehenen Ginlagen als auch rücksichtlich allfälliger aus der Kreditirung sich ergebender Verluste haftet. § 3. Die Verwaltung der Spar- und Leihkassa geschieht in gleicher Weise wie jene der LandeSkassa und der öffentlichen Fonde durch den angestellten landschaftlichen Kassabeamten unter Ueberwachung der Regierung und welche die Kontrole durch eineSparkassakommission ausübt. Letztere besteht aus dem fürstl. LandeSverweser und 2 vom Landtag aus der wahlfähigen Bevölkerung des Landes ge- wählten Mitgliedern, deren AmtSdauer 3 Jahre währt, jedoch nach Verlauf derselben wieder gewählt werden können und welche an Taggeld 2 fl., wenn sie in Vaduz domiziliren, sonst aber 3 fl. auS den jährlichen Ueberschußgeldern der Svarkassa beziehen. § 4. Der Sparkassa-Kommission liegt ob: 1. Von den unvermutheten oder periodisch wiederkehrenden regierungsämtlichen Seontrirungen der landschaftlichen Kassen soweit es die Sparkasse betrifft, Kenntniß zu nehmen; 8. von der RechnungSgebahrung der Kassenverwaltung durch Einsicht der Journale und Bücher dieses land- schäftlichen Geldinstitutes sich in verschiedenen Zeitab 172 schnitten die Ueberzeugung zu verschaffen; 3. alle Vierteljahre die für Kreditdarlehen ausgestellten Bürgschaftsurkunden in Betreff der Zahlungsfähigkeit der namhaft gemachten Bürgen zu prüfen; 4. die vom landschaftlichen Kassenbeamten angefertigte JahreSrechnung einzusehen und zu revidiren; 5. erhobene Anstände in der RechnungSgebahrung der Re- gierung zur Entscheidung mitzutheilen; 6. in den Fällen, wo die eingezahlten Einlagegelder wegen Mangel an Nachfrage im Fürstenthum nicht gegen pupillarmäßigeS Unterpfand oder als Kreditdarlehen an - Mann gebracht werden können, bei der Regierung die Genehmigung zum Ankaufe von auswärtigen Staats- öbligatiottey einzuholen; 7. alljährlich die dokumentirte Rechnung des abgelaufenen Jahres der Landesvertretung zur Prüfung vorzulegen und gleichzeitig den Vermögensstand der Sparkaffa zu veröffentlichen; 3t" darüber zu wachen, daß die buchhalterischen RechnungS- bemängluygen rechtzeitig' 'ertäMtt Md ^ Mfchligjge/W^ fungen der Censurbehörde von der Köstenverwaltung , genau durchgeführt werden; 9. bei RegierungSsitzungen, welche Sparkassaangelegen- heiten oder dieSfällige Parteibyschwerden zum Gegen 172 stande haben, mit entscheidender Stimme zu intervenixen. 8 5. Die Anstalt nimmt Einlagen von 2 fl. bis 2000 fl an, niederere oder höhere ist sie nicht verpflichtet anzunehmen. Die Einlagen können nur in der gesetzlichen Landeswährung statt- finden. . 8 6 wie 8 6. 8 7 unverändert. 8 8 unverändert. 8 9 bleibt. 8 10 unverändert. 8 11 deßgleichen. 8 12 deto. 8 13 unverändert. 8 14 deßgleichen nur statt „Landgericht" zu setzen „bei der Regierung". 8 15. Die eingezahlten Einlagen sollen in der Regel nur im Fürstenthum gegen pupillarmäßigeS Unterpfand oder gegen genügend erkanntes Faustpfand zu 5/^ angelegt werden. Der Ankauf von auswärtigen StaatSpapieren ist an die Zustimmung der Gparkassakömmission Und an die Genehmigung der Regierung gebunden. Loose, Aktien, wie Jndustriepapiere überhaupt, dürfen nicht angekauft werden. 8 16. Eingezahlte Einlagsgelder können auch gegen Bürgschaft und gegen Entrichtung der statutengemäß festgesetzten 5%,