wird. Per Enkel des Prinzen Tun ist muthmaßlich^dem grö- feren Einfluß deS Prinzenj Kung erlegen, und Der Sohn des letzteren ist wahrscheinlich nicht gewählt worpen, weil der Um 172 stand daß er und der verstorbene Kaiser eines AlterS waren, hinderlich war, und auch weil eir dem seit dem Staatsstreich von 1861 herrschenden Triumvirat die Gelegenheit zum Wei- terregijeren benommen haben würde, Die angewandte Form ist daß der neue Kaiser von seinem Vorgänger als Söhn ädop- tirt worden ist. Dasselbe Decret worin dieß veröffentlicht wird, schreibt aber auch vor daß, falls dem verstorbenen Kaiser noch ein leiblicher Sohn nachgeboren werden sollte lwozu Aussicht yorhanden ist), derselbe wieder vom neuen Kaiser aoopnrt werden muß und dessen Nachfolger wird. Die „Peking Ga- zetta" ist jetzt sethMr-stÄndlich voll von auf Ven Tod des Kai 172 sers bezüglichen Deereten; eines derselben verfügt daß dte bei 172 den Leibärzte Sr. hochseligen Majestät^ deren Rang erhöht wurde, als ihr Patient sich zu bessern schien, den neuen Rang wieder verlieren und daß ihnen ihre Knöpfe und Pfauenfe- dem genommen werden. Ein mi-dmS Deere! e»tfbindet die Gouverneure der Provinzen und andere HW Beamte von der ihnen sonst obliegenden Pflicht am Grabe des KaiseyS zu beten. Die Einleitung bei den auf die Thronfolge, die Vor- mundschaft?c. bezüglichen Decreten ist: daß Se. Majestät der Kaiser mit dem Drachen gen Himmel gestiegen ist um hoch oben ein Gast zu sein." Verschiedenes. * Aussichten der Stickerei industri e. Angesichts der enormen Ausdehnung der Maschinen-Stickerei namentlich in der Ostjchweiz und der fieberhaften Hast, mit welcher sich gegenwärtig an vielen Orten alles auf diesen Industriezweig wirft, setzt ein Einsender in der „Thurg. Ztg " den allzurostgen Erwartungen einen Dampfer auf und erhebt einen beachtungS- werthen Warnungsruf. Er bemerkt dabei unter Andern: 'Wer ist denn eigentlich der Hauptabnehmer unserer Brode- rien? ES ist fast ausschließlich Amerika. Frankreich leidet fett dem letzten Kriege noch schwer am finanziellen Weh und hat für unsere schönen Bandes und Entredeux falle Aufmerk- samkeit verloren. Deutschland fabrizirt selbst mehr als für den eigenen Bedarf. Für England genügen die Leistungen einiger hundert unserer Arbeiter. Nach Amerika also geht die ganze ungeheure Masse unseres Fabrikats. Nach Amerika, woher gegenwärtig so bittere Klagen über Arbeits- und Verdienstlo- stgkeit kommen. Wohin wird dieses führen? Einen Vorge 172 schmack hievon hatten wir schon im Jahre 1373 Als damals im Mai und Zum in New-Aork eine FinanzkrisiS ausbrach, wurden hier sqfort einige hundert Maschinen außer Thütigkeit gesetzt. Fallimente folgten Schlag auf Schlag. Das Tag 172 blatt der Stadt St. Gallen", „offizielles Organ dieser Ge 172 schäftsbranche", brachte Monate nacheinander Nummer für Rummer Anzeigen fchulventriebrechtlicher Versteigerungen von Stickmaschinen, welche, fast sämmtlich neu für 25—^800 Fr. angeschafft, für 5—800 Fr. nicht einmal immer Käufer fan- den — imd doch stand neben New-Iork der Weltmarkt so weit offen wie heute> der Handel war so in intelligenten Hän- den wie heute; der Unterschied war nur der, daß die Schweiz damals nur mft. etwa 6000 Maschinen arbeitetet, während eS deren jetzt mindestens 8000 sind; Ende dieses Jahres, wenn nicht schon vorher eirie Krists einbricht, werden es über 10,000 sein. Ein Modeartikel in unsinnigem Quantum fabrizirt, führt schnell zur. Überschwemmung des Marktes, sinkt rasch im Preise, wird Gemeingut der weniger bemittelten Klasse und hört dann auf, »Mode- zu sein; ist es so weit gekommen, so wird er von Niemanden mehr gekauft, hat, wie der Kaufmann sagt, die Saison passirt und eben auf dieses Ziel wird nun mit ra 172 sender Eile gearbeitet. Es wird doch Niemand im Ernste glaü- . h^,.daß Wt hex eyorMN Hermehrupg d« Stickm^schiMn sich aujh' der WelMartt immer tote&etv in gletchem Ber^ältniß er- Wjtere. Es iväre dieö denn doch das einzige Geschäft der Hezt, das man immer und immer wieder verdoppeln öder ver 172 hundertfachen könnte unb^daS trotzdem immer gleich gut bliebe. ! HS maßen unö nicht an^ einen prophetischen Blick in die Zu- j kunft zu haben, glauben aber nach natürlichen Gesetzen berech- yeN zu können, daß dem jetzigen Maschinenfieber bald eine j furchtbare Erschlaffung, Klagen über die verlornen vielen Hun- ' verttausend Fr. (weil mit dem Eingehen dieser Industrie daS ^ ganze Maschinenka^ital zu Grunde geht), eine große Zahl öko- ! nomisch zerrüttet^ Hchnilien, kürz eine LanöeSkalamität folgen I wird. ! * Zur Zeit deS letzten französischen Kaiserreiches fuhr ein Kutscher wie rasend durch die lebhaftesten Straßen von Paris, wer ihm ju nahe kam, wurde mit Peitschenhieben begrüßt und mußte fürchten, unter die Räder zu kommen. Bon Polizei war trotz allen RufenS nichts zu sehen und zu hören. Da faßte Einer in der Verzweiflung sich ein Herz, sein Ruf: ES lebe die Republik! scholl weit hin und aus allen Ecken stürzten wie anderwärts beim Feuerruf Polizeisoldaten herbei. * Zwei Zeitungsannoncen. Jemand, der Schulden halber lm Arrest sitzt, wünscht dieses Lokal gegen ein schöngelegenes Landgut zu vertauschen; unv: Ein Mann, der zu zehnjähriger Schanzarbeit verurtheitt ist, sucht einen Mitarbeiter. * Der kaum zwanzigjährige Börne befand sich einst in ei> nem Kreise diSpmireNder Herren u. wurde wider seinen Willen in'S Gespräch gezogen. Ein schon ältlicher Herr, der seine un- gereintte Meinung mit großer Hitze vertheidigte, fuhr den iun> gen Börne, der ihm zu widersprechen gewagt hatte, mit den Worten an: „Sie, junger Mann, Sie wagen eS, mir zu wi 172 dersprechen ? In Ihren Jahren war ich in solchen Sachen noch ein Esel." — „Da haben Sie fich außerordentlich gut conser- virt," erwiederte Börne und kehrte ihm den Rücken zu. * P ostal isch^S. Der „HdlS. Cour." theilt in seinem „Postmoniteur" folgenden außerordentlichen Borfall im Ba- lorenbureau von Biel mit zur Lehre und Warnung: Am 25. März wird ein Postpaket daselbst abgeladen und bald bemerkt,' daß eS durchfeuchtet war, und zwar von Innen heraus. ES muß geöffnet werden. Während dies geschah, wird eS den umstehendenD Beamten unwohl und schwindelig.' Einer nach dem andern, Veteran Wyßmann an der Spitze, muß sich niederlassen. Ihm folgen Laubscher, Henzi, Reußer, Suter, Landolt und Boillat. In diesem Augenblicke, sagt der Augenzeuge, trete ich ein, überblicke die Lage und erftnne den Geruch von Chloroform AlSbald Oeff, nen von Thüre und Fenster, — die frische Luft wirkt und bald fühlten sich die wackern Leute des Valorenbureaus wieder hergestellt. Hr. Apotheker Stern konstatirt die betäubende Flüssigkeit, von der ein Loth genügt, einen Menschen in den ewigen Schlaf zu ^ befördern. Hier hat lier glückliche Zufall geholfen, ein Unglück abzuwenden, allein deßhalb ist nicht min- der groß die Unvorsichtigkeit einer ungenügenden Verpackung, die eine so große Gefahr herbeigeführt hat. * Weinbau. Nach einer Zusammenstellung über den Weinbau im Kanton St. Gallen in einer Corr. der „N. U. Ztg." hätte Werdenberg 250—300 Juch. Reben (Wartait allein ca. die. Hälfte) mit einem DurchschnittSertrag von 1500 Maß per Iuchart. Unterrheinthal hat $00 Juch. Reben mit einem Ertrage 80,000 Eimer (4 25 Maß); davon kommen auf Thstl 30,000 Rheineck 4000, St. Margarethen 3000, Äu Ä000, Berneck 20,000 und Balgach 10,000. j Im Bezirk Rorschach wird aus einer Gemeind,e gemeldet, ! daß der Gesammtertrag auS einer. Juch. Rebland sich auf die j enorme. Kumme yoy Fr. 3900 belaufe. I Was jm Speziellen die WtjAhrjg^n ^trifft, so stellten sich diesetbey im tzeebezirk per S.aum (1g0 MM tot.