taria von den spanischen RegierungStruppen besetzt, währs/d die Carlisten die Höheu an der Küste und am Eingange !eS Hafens inne haben. Der Kommandant des „Nautilus" ?r- fuhr von Fischern, daß der Kapitän der Brigg „Gustav" md der Steuermann des Schiffes (ich noch in Zarauz bei len Carlisten befanden. In Folge des Erscheinens des deutsch» Kriegsschiffes ^kam ein Boot aus dem Hafen von Guetaia auf das Kanonenboot zu. Das Boot wurde bei der Ausfahrt aus dem Hafen von den Carlisten, die sich fortwährend in dr Nähe von Guetaria halten und den Verkehr durch Gewehr- feuer belästigen, beschossen, erreichte aber glücklich den „Nal- tiluS" und nahm ein Schreiben an Kapitän Zeplien in Ett<- pfang mit der Bitte an den Militärkommandanten von Gue- taria das Schreiben mittelst des Parlamentärs nach Zaraiq zu schicken. Bei der Rückfahrt nach der Stadt zog das Boot die Parlamentärflagge auf, worauf das Feuern der Carlistet aufhörte. Der „Nautilus", welcher inzwischen ebenfalls tw Parlamentärflagge aufgezogen hatte, blieb bis man sich über- zeugt hatte, daß das Boot ungehindert nach Guetaria gelangt war. Kapitän Zeplien, welchen der Kommandant deS „Nau- tiluS" ersucht hatte zu ihm zu kommen um ihm nähere Aus' fünft über das Schicksal der Brigg „Gustav" zu geben, ant« wortete unter dem Datum deS 14.: er werde kommen sobald er einen Paß erhalte. Da Kapitän Zeplien nicht eingetroffen ist, so ist eS zweifellos, daß die Carlisten sich geweigert haben ihn abreisen zu lasseil, um ihn als eine Art von Geisel zu be- handeln und die spanischen Kriegsschiffe von der Beschießung von Zarauz abzuhalten. Aus der Erzählung ergibt ilch, daß der Nautilus keinen Schuß abgefeuert hat, und daß die Kar, listen nicht auf den „Nautilus", sondern auf das spanische Boot geschossen haben. Wäre das Feuer auf den „Nautilus" gerichtet gewesen, so würde derselbe selbstverständlich diese Ver- letzung der militärischen Ehre mt der Beschießung von Zarauz beantwortet haben. Eine direkte Bestätigung der gestern ein- getroffenen Nachricht, daß die Karlisteu im Falle der Beschie 172 ßung von Zarauz durch die spanischen Kriegsschiffe sich an den beiden in ihren Händen befindlichen Deutschen rächin würden, liegt bis jetzt noch nicht vor. Ist dem so, so wird die spani- sche Regierung auch nicht in der Lage sein, die Karlisten zur Bezahlung der Entschädigung für die Brigg „Gustav" zu zwingen; sie wird aber gleichwobl die Entschädigung leisten. Frankreich. Hr. Cazeaux, der bonapartistische Candidat, ist im Departement der HauteS-Pyrenöeö mit 30,000 Stirn* men gegen 23,000 Stimmen erwählt worden. Es ist dieß ein großer Sieg für die bonapartistische Partei: die Nie- Verlage für deren Gegner ist um so schmerzlicher als sie unerwartet eingetroffen ist. Zwar wird dadurch die Zahl der bonapartistischen Depmirten nicht wesentlich erhöht; aber die Thatsache, daß sich auch dießmal wieder ein ganzes Departe- ment gegen den septennalistischen Candidaten erklärt hat, lie- fert den Beweis daß die Regierung des Marschalls Mac- Mahon weit entfernt ist neue Freunde im Lande gewonnen zu haben. Die Nationalversammlung, in der die vereinigten Legitimisten und Orleanisten noch immer die Majorität bilden würden, hat seit langer Zeit aufgehört die politische Meinung Frankreichs zu repräsentiren. Frankreich schwankt heute zwi- schen dem BonapartiSmuS und der Republik, und will weder von der orleanistischen noch von der legitimen Monarchie et- waS wissen. Das Land läßt keine Gelegenheit vorübergehen um sich darüber klar und deutlich auszusprechen. Wenn die orleanistische Sache dessenungeachtet noch nicht als verloren betrachtet werden darf, wenn man im Gegentheil heute noch mit Recht sagen kann daß der Graf von Paris bessere Aus- sichten hat auf den Thron zu steigen als Heinrich V. oder Napoleon IV. so hat dieß seinen Grund einfach darin, daß die Orleanisten vorläufig noch am Ruder sind und die poli- tischen Ereignisse nach Wilkür lenken können. Schweiz. Ueber den am 13. d. M. neugewählten Abt deS Klosters Einsiedeln, den P. Basilius Oberholzer von Utz- nach, ist nachträglich noch zu berichten daß derselbe gleich Dr. H. Schmidt, seinem Vorgänger, seine Studien in der Schule deS Klosters machte, an welcher er nachdem er 1843 Profeß abgelegt, dann selbst als Lehrer der Grammatik, Syntax und Rhetorik wirkte. Später im Jahre 1849, wurde er vom Abte mit dem Statthalteramte der dem Kloster gehörenden großen Besitzung Pfäfsikon am Zürichs« betraut, das er bis zu sei« ner Wahl zum Abte inne hatte. Im Jahr 1821 'geboren, ist ?. Oberholzer jetzt 53 Jahre alt. Spanien. AuS Peralta (Navarra) wird gemeldet: Kö 172 nig Alfonso hat einen Aufruf an die Bewohner von Bizcaya u. Navarra erlassen, worin er den lebhaften Wunsch der Herste!- lung deS Friedens ausdrückt, u,dann sagt: seine Thronbesteigung sei nach seinem Wunsche ohne Blutvergießen erfolgt. Wenn sie (die Bewohner von Bizcaya und Navarra) ihm oie sactische Gewalt bestritten, bleibe nur der Krieg übrig. Gelte ihr Kampf der Anhänglichkeit an die Monarchie, so sei er der Nepräsen- tant der Dynastie; gelte er dem katholischen Glauben, so sei er ein katholischer König Er werde die der Kirch? zugefüg- ten Unbilden wieder gut machen und ein constitutioneller Kö- mg sein. Wenn die Bewohner von Bizcaya und Navarra sich ihm unterwerfen würden, so würden sie ihre Freiheiten und ihren früheren Wohlstand wieder erlangen. — In einer Proklamation an die Armee hebt der König hervor daß die- selbe LandSleuten gegenüber stehe; eS bedürfe der Energie nicht behufS Erlangung von Waffenruhm, sondern dehufS Erreichung deS Friedens. Wenn die Gegner seinen Aufruf unbeachtet ließen, würde nur der Kamps übrig bleiben. Als- dann würde Gott denjenigen seinen Schutz zuwenden welche den Frieden wollen, nicht denjenigen welche die Waffen gegen daS Vaterland tragen. Türkei. Die Bevölkerung dieses Landes, über deren NU-' merische Verhältnisse bis in die allerneueste Zeit stets ein ge- heimnißvolleS Dunkel herrschte, stellt sich nun nach den Anga- ben deS unermüdlichen Chefs deS serbischen statistischen Büre- au's, Wladimir Jakschitsch, der Zahl nach viel geringer heraus als man bisher annahm, und ferner zeigt sich das interessante Verhältniß, daß die Zahl der Muhamedaner bedeutend unter derjenigen der Christen steht. Es leben in der Türkei näm- lich in runder Summe: Christen 4,665,000 Muhamedaner 3,629,000 Juden 73,000 zusammen 3,367,000 Bewohner. Unter den Erstgenannten befinden sich in runder Summe Vi Serben, % Griechen und % Bulgaren. Montenegro. Die Podgoriczer Affaire, die wir seiner Zeit ausführlich in unferm Blatte mitgetheilt haben, hätte bei- nahe zu einem Kriege zwischen Montenegro und der Türkei geführt; doch gelang eS den europäischen Großmächten beide Parteien zum Nachgeben zu bringen und ist sömit die Kriegs- gefahr vorläufig als beseitigt zu betrachten. Verschiedenes. * Der große Plan, England mit Frankreich durch seinen un- terseeischen Tunnel zu verbinden, reift wie eS scheint, der Aus 172 führung entgegen. Man meldet aus Paris, der Minister der öffentlichen Arbeiten habe dem Lord-Major von London bei seiner Anwesenheit in der französischen Hauptstadt mitgetheilt, daS Abkommen wegen deS Tunnelbaues sei abgeschlossen. Eine Gesellschaft mit einem Kapital von 25 Millionen soll gebildet, die Konzession auf 30 Jahre verliehen werden. DaS Unter- nehmen nimmt also greifbare Gestalt an, eS tritt aus der