Liechtensteinische Dritter Jahrgangs Vaduz, Freitag Nr. 3. den 15. Jänner 1875. m-A? 1 r liechtensteinische Wochenzeitnng erscheint jeden Freitag. Sie kostet für daS Inland aamiäkria 2 fl kalbiskria 1 a * UnÖ in'Sj&auS. jyftt Postversendung für Oesterreich ganzjährig 2 fl. 50 kr., halbjährig 1 fl 25 kr für dbS halbjährig 1 fl. 10 kr. ohne Postversendung. — Man abonnirt für das Zn- und Ausland bei der werd-n i?anco ®& «n biV ~ ^'"'^ngSg-bühr für die -gespaltene Zeile s kr. - Brief, und Gelder Die verehrl. Mitglieder des Garantievereins der „Liechtenst. Wochenzeitung" werden ans Sonntag den 17. d. Mts. Nachmittags 3 Uhr im Gasthaufe des Herrn Kirchthaler in Vaduz zu einer Plenarversamm« lnng eingeladen. Dieselben werden ersucht, vollzählig erscheine» zu wollen Vaduz, den 12. Jänner 1875. Die Redaktion. Vaterländisches. Im) Bilder ans der vaterländische« Geschichte. OO« - <3 Cl\ (Fortsetzung.) Die Leute des Landes SarganS hatten ihrem Herrn dem Grafen Heinrich den Gehorsam verweigert. Deßhalb rief dieser die Orte Schwyz und GlaruS, sowie seine ad ligen Nach- barn zu Hilfe. Die Schwyzer und Glarner rückten vom Wal- lensee her in daS Land, während Graf Heinrich in BaizerS feine Streitkräfte sammelte und in daS treugesinnte Städtchen Sargans einrückte. Unter den Leuten des Grafen, welche auS 700 Mann bestanden, befanden sich auch die Unterthanen Wolfhards v. Brandis. Auf der Allmeind bei Pschärftlingen traf Graf Heinrich mit den Eidgenossen zusammen und zog gemeinschaftlich mit ihnen in SarganS ein. Alle Gemeinden mußten sich ihrem Herrn wieder unterwerfen und demselben alles veräußerte Gut und rückfälligen.Zinse und Gefälle zu- rückerstatten. Ungefähr zur gleichen Zeit entstand zwischen den^ Schwy. zern und Zürchern Krieg. Da derselbe einen für Zürich un- günstigen Verlauf nahm, schloß diese Stadt mit Oesterreich ein Bündniß. Diesen Anlaß benutzte Kaiser Friedrich III. einen ausgedehnten Bund verschiedener Herrschasten zu gründen, welcher eine Art Gegeneidgenossenschaft bilden sollte. Zu die- ser Verbindung sollten alle österreichischen Lande diesseits! des Rheines, nebst Vorarlberg gehören, ebenso die BiSthümer Chur und Konstanz und die Abtei St. Gallen. Zürich sollte den Vorsitz führen. Durch die Eingehung dieses Bündnisses machte sich Zürich alle Eidgenossen zu Feinden. Sie schlössen sich Schwyz an und Zürich wurde geschlagen. Wolfhard v. ^nm- diS kam theilS in seiner Eigenschaft alS österreichischer Vogt zu Feldkirch, daS im erwähnten Bunde war, theilS als Land- mann von Schwyz und GlaruS in eine sehr heikle Stellung. Schwyz und GlaruS nahmen die Herrschaften Freudenberg nnd Riedberg, Wolfhard aber zwang die Eidgenossen von der Ruz- zung dieser Besitzungen abzustehen. Er sammelte auS feinen eigenen Herrschaften, sodann auS Feldkirch, Pludenz und dem Wallgau bei 6000 Mann und überschwemmte mit denselben daS Sarganserland. Freudenberg und Wallenstadt wurden genommen und in dieses Städtchen, sowie nach SarganS eine starke Besatzung verlegt. Darauf kehrte daS übrige Volk über den Rhein zurück. Auf Anstiften der Berner unternahmen die Appenzeller einen Raubzug über den Rhein. Bei Mömlingen, wo sie mehrere Häu« ser verbrannten, überschritten sie denselben. Die Oefterreicher, welche ibnen entgegengezogen waren, mußten zurückweichen. Deßhalb verwüsteten die Appenzeller die ganze Gegend von Feldkirch bis Bregenz, verbrannten Fußach und kehrten dann über den Rhein zurück. Damit waren ibre »!*' — ... huldigen. gen die den Leuten am Eschnerberge daS Vieh weg. Wolfhard v. Brandis schickte ihnen deßhalb durch einen Boten ein Schrei- ben zu, worin er sie von den Feindseligkeiten gegen sein Land' und seine Leute abmahnte. Der Hauptmann der Appenzeller aber trat den Brief mit Füßen und sprach zu dem Boten: Die Appenzeller wollen noch anders mit dem Brandis um- gehen." Sie hielten auch Wort, denn am Schollenberg mach- ten sie Halt, giengen über den Rhein und verbrannten daS Dorf Balzers, nachdem sie eS ausgeplündert halten. Darauf belagerten und eroberten sie SarganS, plünderten MelS und FlumS und zogen mit Beute beladen dem Wallensee zu. Dieser Raubzug lehrte die Leute unsere« Landes größere Wachsamkeit. Man legte nun nach Bendern einen starken Wachtposten nnd eS sammelte sich viel Volk auS dein Wall- gau daselbst. Man wollte sogar einen EntschädigungSzug in daS Gebiet der Eidgenossen unternehmen. AlS aber die Letz- lern diesen Plan frühzeitig erfuhren und sich zur Gegenwehr rüstete», unterließ man die Ausführung. (Fortsetzung folgt.) Politische Rundschau. Deutschland. Der deutsche Reichstag hat seine Bera- thungen am 7. d. MtS. wieder aufgenommen und beschäftigt sich gegenwärtig mit der Einführung der ReichSgesetze für El« saß-Lothringen und zum zweiten Male in dieser Saison mit der Diätenfrage. Oesterreich. Der im Jahre >866 semeS Thrones ver. lustig gewordene Kurfürst von Hessen ist letzte Woche in Prag gestorben. Die Testamentseröffnung enthielt einen Brief an den Kaiser von Oesterreich, ferner eine RechtSverwahrung ge- genüber Preußen. Sein nach Böhmen gerettetes Vermögen beträgt circa 4 Millionen. Die Fürstin richtet« an den deut.