Liechtensteinische Nr. 4t. den 31. Oktober 1873. Der «Me Steuerkatasttr imfr die Grundsteuer. Deff neue MWyWWHe Steuerkataster ist eine jener wich- tig« deren Durchführung und Vollendung Mr drr Neuzeit M verdanken^haben. Die Grundsteuer bildet ein wichtiges StaaMnko«men, welches in den letzten Jahren 5W0 K., also zirka % der gesammten Staatseinnahmen aus- machM WU M^ ÄMe 18^4 tritt eine Erhöhung der Staats- grundstmer M, DK Knstig hauptsächlich .mr Abtraauna der RheikbMsWtld p«Mey und eine Höhe voi^WMO fl betragen wird. RchMtb-WMti' wurden Zither jWWWkur 5000 fl. aus der LandeSkaAezuden Rheinbauten beHWeuert, jetzt macht die Auslage zur Deckung der Rheinbauschul^pch'Jahr 8750 fl. Eine viel wichtigere Rolle aber spielt die Grundsteuer in dem Haushalte der Gemeinden, namentlich in jenen, welche rheinbaupstichtig sind. > Di« Grundsteuer ist bereits die einzige Quelle, auS welcher Regulirung des alten fehlerhaften Steuersatzes durch den neuett Steuerkataster war ein von manchem Bürger lange schmerzlich vermißter Akt der Gerechtigkeit. ES dürfte daher manchem Leser dieses Blattes von In- teresse sein, zu wissen, nicht nur wie hoch sich die neuen Steuer- ansähe der einzelnen Gemeinden deS Landes belaufen, sondern auch überhaupt einige weitere Details über das Zustandekommen deS Katasters zu erfahren. Der Kataster umfaßt folgende Arbeiten: «)DieDetailvermessuyg sämmtlicher Grundparzellen, ihte Kartirung und die Anfertigung der Grundparzellenver- zeichnisse ic., ausgeführt in 6 Jahren. (1865—1871.) b) Die Grundeinschätzung, bewirkt durch eine Lan- deS-Kommission unter der umsichtigen und persönlichen Leitung deS Herrn LandesverweserS v. Häufen. Genannte zwei Arbeiten lieferten die zwei Faktoren (Maß und Werth) deren Produkt der Steuersatz bildet. o) Die GrundbuchSregulirung, zu welcher die vor 172 genannten Arbeiten daö Material lieferten, ist bereits auch er- folgt. BZerfen wir nun einen kürzen Blick auf tWMundein- schätzung, den Hauptfaktor in der SteuerwerthkWßnükig, wel- Der deswegen von fo delikater Natur ist, weH-^Mcht)' wie VD trunyflächen, eine meßbare Größe ist, sondern weil feine t nach menschlicher Beurtheilung gewerthet wertzLnMMch^ > Um allseitig gerecht zu werden, hatte daher M Schätzung auch ihre großen Schwierigkeiten. . MWsaUhW- yder niederer gegriffen macht meist schon ^MMhked " Steuersätze aus/während kleinere Maßd^^MMmnen unser« ßättnißmäßig geringem Einfluß auf die habyt. D^ Mr habe» folgeche. Klaffifizimng... zu unterscheiden: a) Äecker, Wiesen, Weiden per a QuadlÄMMp ^ 1 2 3 4 5 6 7 'MMffe 50 40 30 20 *.10 b) Wein berge i 5 2 2 3 1 Kreuz. 4 KlaTe 150 100 60 40 Kreuz. 1 2 3 4 Klaffe c) Wälder —— . . 4 3 d) Alpen, geschätzt nach Stößen. e) Kulturlofe Flächen, Wasser, FelS, Straßen, W- rolle Zc. ohne Werth. k) Häuser. Die Steueransätze der Häuser waren im Alpenforstwirthschaft. (Fortsetzung^ * Die Mehrzahl der Wildbäche führt in gewöhnlichen trockenen Zeiten nur wenig Waffer, in Folge dessen sackmelt sich im Bett derselben auch während dieser Zeit, ganz befvndHF'im Frühling / 9 AY t W P * i fvi ,, y ' - •' .fjjil i beim Auf- und Zufrieren der Bäche SchUtt^Keil W von den die Runfen begränzenden kahlen Abhängen uMMlKroch^ kleinere und größere Theile ablösen und in die TieHMklen. Zur Fort- schafsung dieses Materials genügt die Keuzegende Kraft der ge- wohnlichen geringen Wassermasse nicht, sie sammelt sich daher in um so größerer Masse, je länger es geht/bis in Folge eines Gewitters, anhaltenden Landregens oder raschen Schneeabgangs ein größerer Wasserstand eintritt und je mehr kahle Schutthalden in den Runfeneinfchnitten vorhanden sind. Stellt sich nun in Folge der angeführten Ursachen mehr Wasser ein, so wühlt das- selbe das im . Bachbette liegende lose Geschiebe aus und trägt es auf den Schuttkegel hinunter, auf dem es um so weiter vorgescho 172 ben wird,je größer die Wassermasse im Verhältnis zur Menge des Geschiebes ist und je weniger sich Wasser und Schutt auf dW Ablagerungsgebiet ausbreitete. So groß die Geschiebsmasse ist, welche auf diesem gewöhnlichen Wege aus den Runfen auf die Schuttkegel getragen wird nnd soviel dieselbe zur Erhöhung der letzte- ren beiträgt, so werden doch diese Vorgänge wenig beachtet. Ihre schädlichen Folgen machen sich nur ganz allmählig geltend und erst' nach langen Zeiträumen findet auch der weniger sorgfältige Beobachter, der Zustand der Schuttkegel und Runsen habe sich verschlimmert und die unproduktiven Flächen seien größer geworden. Kaum aber würde sich, wenn nicht von Zeit zu Zeit größere, das Leben und Eigenthum in ernstester Weife gefährdende Verheerun- gen eintreten würden, das Bedürsniß nach Beseitigung des UebelS geltend machen. Diese außergewöhnlichen, sich aber leider häufig wieherholenden Ereignisse haben die nämlichen Utsachen und im Ganzen den nämlichen Verlauf. Das Regen- und Schneewasser entführt den Bachbetten nicht Nur den Schutt, der sich von einem Hochwasser zum andern in denselben sammelt, sondern es wühlt auch die Sohle auf und vertieft die Runse; dadurch verlieren die