vi täten stark angestiegen, seien es die realen Exportströme, die Direkt in - vestitionsflüsse oder die Kapitalzuflüsse. Die Entwicklung in den letzten 30, 40 Jahren ist eindeutig: Die grenzüberschreitenden Tätig kei ten sind wesentlich schneller gewachsen als beispielsweise die reale Pro duktion. Dies hat mit der zunehmenden internationalen Ar beit s teilung zu tun. Wenn man zudem weiss, dass mittlerweile jeden Tag 1600 Mil liarden US-Dollar Devisen auf internationalen Finanz- und Devisen märkten hin und her geschoben werden, so zeigt das, welches ge waltige Volumen auf den internationalen Märkten tagtäglich um ge setzt wird. Was bedeutet die Globalisierung zunächst aus ökonomischer und dann auch aus politischer, institutioneller Sicht? Zunächst einmal zeigt sich, dass nationale Märkte einfach gesprengt worden sind, dass alles, was mit nationalem Protektionismus, Distanzschutz, mit nationaler Abschottung zu tun hatte, heute aus verschiedensten Gründen nicht mehr möglich ist. Aktivitäten lassen sich heute nicht mehr national be - gren zen. Dort, wo es versucht wird, ist Abwanderung die Folge. Für die einzelnen Menschen bedeutet das im Wesentlichen, dass der Stand ort - wettbewerb in jeder Disziplin und in jeder Dimension härter geworden ist. Vor allem dieser letzte Punkt scheint mir auch für Liech ten stein und die Schweiz sehr wichtig zu sein, weil immer wieder das Argument zu hören ist: «Das betrifft ja vor allem die weniger Quali fi zierten, dieje ni - gen Arbeitskräfte, die wenig zu bieten haben. Wir sind ja höher quali fi - ziert, verfügen über Humankapital, Bildung usw., uns wird das nicht so sehr betreffen.» Diese Argumentation ist ziemlich falsch. Der Stand ort - wett bewerb nimmt gerade bei den höher qualifizierten Be ru fen drama - tisch zu. Es sind eben gerade nicht nur die weniger qua li fi zier ten Berufe, die durch EWR, EU oder EU-Osterweiterung besonders unter Druck kommen, sondern vor allem die freien Berufe, jene Berufe, die vorher noch irgendwie wegen Abschottung, durch fehlende Diplom aner ken - nung oder wegen spezifischer Erfordernisse, den Beruf ausüben zu kön - nen, geschützt waren – Anwälte, Ärzte, Lehrer, im öffentlichen Dienst Tätige und so weiter. In diesen Berufen und bei diesen Qualifi ka tionen verstärkt sich der Wettbewerb mit einer Kraft und in einer Breite, die auch Nischenstandorte betrifft. Plötzlich werden andere Regionen, an - dere Standorte spezialisierte (Dienst-)Leistungen ebenso anbieten kön - nen wie Liechtenstein oder die Schweiz, vielleicht im einen oder anderen Fall von derselben Qualität aber eben billiger.157 Kleinstaaten im globalen Standortwettbewerb