mit gliedschaft in den Vereinten Nationen10noch auf eine Definition oder auch nur auf eine Aufzählung der Kleinststaaten selbst einigen. Einig keit herrschte einzig in der Überzeugung, dass die Abgrenzung der Kleinst - staaten ein politisch äusserst sensibles Problem sei, da jede Defi ni tion ein Element der Willkür enthalte. Der kleinste gemeinsame Nen ner konnte etwa in der 1967 gemachten Bemerkung des UN-General sekretärs U Thant gesehen werden, «Micro-States» seien «entities which are excep - tion ally small in area, population and human and economic resour ces».11 Auch heute existiert noch keine allgemeingültige Antwort auf die Frage, was ein Kleinststaat sei. Die möglichen Kriterien der Defi ni tion eines Kleinststaates sind zahlreich, doch eine starre Abgrenzung erscheint bei jedem Kriterium (Bevölkerungszahl, Grösse des Staats ge bie tes etc.) oder Kombinationen davon arbiträr.12Entschliesst man sich für ein einziges Kriterium, so kommt offensichtlich nur dasjenige der Be völkerungszahl in Frage.13Dieses ist denn auch unter den zahlreichen Vor schlägen zur Eingrenzung von Kleinststaaten das weitaus gebräuch lichste.14 Anschliessend an die oben angestellten Überlegungen erscheint es sinnvoll, eine Bevölkerungszahl von unter 1 Million – nicht im Sinne ei- ner absoluten Trennlinie, sondern als nützliche Orientierungshilfe – als Zeichen der Kleinststaatlichkeit anzusehen.15Für die von mir unter such - 294Markus R. Seiler 10Britische und amerikanische Vorschläge eines freiwilligen Verzichts auf bestimmte Rechte und Pflichten respektive eines neu zu schaffenden Status einer assoziierten Mitgliedschaft hatten schon im Komitee keine Chance. Vgl. dazu Gunter, 113 ff.; Klebes, S. 4 f. 11Erhardt, 74; Rapaport et al., S. 29. 12Dazu auch die Ausführungen von Vogel, 1979, S. 66 ff. 13Nicht nur hängen zahlreiche andere mögliche Kriterien wie etwa die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, die Staatenverkehrsfähigkeit oder auch das Machtpotential di- rekt oder mittelbar von der Einwohnerzahl eines Staates ab; allein durch die Existenz seiner Angehörigen wird die Notwendigkeit eines Staates überhaupt be- gründet. 14Seiler, S. 10; alle bekannten Definitionsvorschläge, die auf nur einem Kriterium be - ruhen, operieren mit dem Kriterium der Bevölkerungszahl. Vgl. auch Pukke, 7, mit Hinweisen. 15Von dieser Grössenordnung war einst auch der Europarat ausgegangen, als er dem Saarland, das 1951 als Staat «under special circumstances» nach Art. 5 des Statuts auf genommen worden war, drei Sitze in der Parlamentarischen Versammlung zu bil - ligte. Heinrich, Interview vom 12.4.1994. Es stellt sich überhaupt die Frage nach dem Sinn und der Notwendigkeit einer exak- ten Kleinststaaten-Definition. So schreibt auch Dommen, nachdem er die grund - sätzliche Notwendigkeit, eine nume ri sche Grenze anzugeben, bejaht hat: «It would however be a pity to stop there. Any preliminary list of countries drawn up