24. KAPITEL: FORMELLE VERFASSUNGSMÄSSIGKEIT DES VÖLKERVERTRAGSRECHTS Lehre Auf die Frage nach der formellen Verfassungsmässigkeit des Völker- vertragsrechts ist die Lehre — und zwar vor allem in Abhàngigkeit der Praxis des Staatsgerichtshofes — mehr oder weniger erschópfend eingegangen?0^^, Ihre Wiedergabe kann in diesem Kapitel aus die- sem Grunde unterbleiben. Praxis In seiner Praxis zur formellen Verfassungsmássigkeit des Vólkerver- tragsrechts hat sich der Staatsgerichtshof wiederholt über jene Versu- che hinweggesetzt, mit denen sich Landtag und Regierung seinen hohen Kundmachungsstandards (seiner "strengen Kundmachungs- rechtsprechung/90^5) sowohl auf Verfassungs- als auch auf Geset- zesebene enteegengestemmt hatten: Während eine Kundmachung vor allem der in Liechtenstein aufgrund der Wirtschaftsverträge gelten- den Schweizerischen Rechtsvorschriften in ihrem vollständigen Wortlaut der Absicht des Staatsgerichtshofes entsprach, entsprach es der Absicht von Landtag und Regierung, über die Möglichkeit einer Kundmachung in vereinfachter Form (sog. „Reproduktionsmetho- de/3946) verfügen zu können?047, a) StGH 1981/18 und StGH 1982/36 In StGH 1981/18 hat der Staatsgerichtshof erklärt, dass „zur Rechtsgültigkeit eines Gesetzes, und zwar auch eines auf Grund des Zollanschlussvertrages übernommenen Schweizer Gesetzes, die inte- grale Kundmachung im Landesgesetzblatt gehórt und der blosse Verweis auf die schweizerische Amtliche Gesetzessammlung nicht genügt^30^8. Nur dieser Kundmachung komme ,rechtsbegründende 3044 Siehe hierzu Kley (Verwaltungsrecht) S. 58ff, Becker (2. Teil) S. 84ff sowie dens. (Nachtrag) S. 96ff. 3045 StGH 1996/28, LES 2/1998 S. 58. 3046 Regierung (Diskussionspapier) S. 57. 3047 Art. 11 KmG. 3048 StGH 1981/18, LES 2/1983 S. 42. 555