TEIL IX STAATSVERTRAGSSCHRANKEN IN FORM VON STRUKTURPRINZIPIEN DER LIECHTENSTEINISCHEN VERFASSUNGSORDNUNG? 23. KAPITEL: PROBLEMATIK Ausgangslage In der Vergangenheit ist immer wieder darauf hingewiesen worden, dass vôlkerrechtliche Verträge — wie der ZV oder das EWRA — unter Umständen so beschaffen sein kônnen, dass von einem Eingriff in die rechts- und verfassungsstaatlichen Grundlagen Liechtensteins, d.h. in die Strukturprinzipien der liechtensteinischen Verfassungsord- nung ausgegangen werden kann“026, In diesen Fällen geht es um die Frage, welchen Stellenwert solche Grundsätze besitzen und ob sie nicht nur dem Landes-, sondern auch dem Vólkervertragsrecht ge- genüber geltend zu machen sind. Diese Frage betrifft die Dimension der Verfassungs- in Form von Staatsvertragsschranken: Bestehen Schranken für den Abschluss und für den Vollzug des Vólkerver- trags- im Landesrecht, welchen Inhalt haben sie und worin bestehen ihre Rechtsfolgen, d.h. wie wirken sie sich im Verfassungsgefüge aus? 3026 Siehe für den Finanzdienstleistungssektor Baudenbacher (Finanzplatz) S. 45, der dem EWR- Recht eine ,Philosophie" unterstellt, von der her sich ,das EG-Recht ... grundlegend vom liechtensteinischen Recht unterscheidet". 549