133 134 TEIL Ill HINTERGRUND - VERFASSUNGS- GESCHICHTE UND AUSSENPOLITIK LIECHTENSTEINS 4. KAPITEL: VERFASSUNGSGESCHICHTE LIECHTEN- STEINS(EXKURS) Einleitung Die (Verfassungs-)Geschichte!3? Liechtensteins!?^ bildet ein Lehr- stück über das Ringen eines Volkes um eine Beteiligung an der Staatsge- walt — um eine Position also, die noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Landesfürsten als einem Inhaber absolutistischer Herrschaftsmacht vereinigt war. Bis zur Verfassung vom 5. Oktober 1921 bedurfte es mehrerer Anláufe auf dem Weg zur Staatsform einer ,konstitutio- nelle(n) Erbmonarchie auf demokratischer und parlamentarischer Grundlage” und einer Verankerung der Staatsgewalt ,im Fürsten Dieses Kapitel stützt sich auf eine offizielle sowie auf jeweils eine liechtensteinische und eine auslándische wissenschaftliche Quelle: Auf den Überblick, den die Regierung (Verfassungs- geschichte) S. 43ff gegeben hat, auf die Abhandlung von Steger (Landesfürst) S. 41ff sowie auf das im Jahre 1969 in einer deutschen Übersetzung erschienene Standardwerk von Pierre Raton ,Le Liechtenstein — Histoire et Institutions". Die Verfassungsgeschichte Liechtensteins ist Gegenstand zahlreicher Beitráge geworden, die unter anderem auch der Entwicklung der Volksrechte und des Parlamentarismus' gelten. Hinzuweisen ist vor allem auf Rupert Quade- rer, Die Entwicklung der liechtensteinischen Volksrechte seit der vorabsolutistischen Zeit und der Landstände seit 1818 bis zum Revolutionsjahr 1848, in: LPS Bd. 8, Vaduz 1981, S. 9ff, und auf Peter Geiger, Die liechtensteinische Volksvertretung in der Zeit von 1848-1918, in: LPS Bd. 8, Vaduz 1981, S. 29ff. Die ,Verfassungstexte' zwischen 1808 und 1917 sind in ihrem originalen Wortlaut im An- schluss an Alois Ospelt, Die geschichtliche Entwicklung des Gerichtswesens, in: Beitráge zur geschichtlichen Entwicklung der politischen Volksrechte, des Parlaments und der Gerichts- barkeit in Liechtenstein, LPS Bd. 8, Vaduz 1981, S. 217ff aufgeführt. 75