Architektur im Spiegel der Identität Katrin Wenaweser / Horst Eisterer Es stellt sich die Frage, wie sich die Menschen unter anderem mittels Architektur identifizieren, oder besser gesagt, wie die Architektur dazu dienen kann, sich selbst zu finden und sich heimisch und wohl zu fühlen. Dazu braucht der Mensch «Schalen», die eigene Stube und weitere beständige und vertraute Orte in der Nachbarschaft, im Quartier, in der Gemeinde, im Land und in der Region (Abb. 1 und 2). Da sind einmal die Landschaft mit den bildprägenden Konturen der Berge, das über lange Zeiträume gestaltete Kulturland und dessen Vege - ta tion, die Gewässer, die Ortsbilder und die Siedlungen und die Häuser mit ihren Höfen und Strassen – immer einmalig, unverwechselbar und präg nant. Alle diese Elemente bilden unseren Lebensraum, der uns täg- lich Halt gibt und uns führt. Wenn all dies plötzlich weggewischt wäre, – für die meisten ein unerträglicher Alptraum. Kulturlandschaften wie Zivilisationslandschaften mit allen Bau wer - ken sind Ablagerungen menschlicher Arbeit. Während die ersteren wirt- 160 Abbildung 1 und 2