Land- und Hauswirchschaftliches. Ueber die Zubereitung des Futters für das Rindvieh. Auf Anregung der schlefifchen Gesellschaft für vater 172 ländische Kultur wurde ein Preis ausgesetzt für das beste Buch „über die zweckmäßigste Ernährungdes Rindviehes". Den Preis erhielt Dr. Jul. Kühn, früher ein praktischer Landwirth, jetzt Professor an der Universität in Halle. An der Hand dieses ausgezeich 172 neten Buches sei es uns erlaubt, einige erprobte Rathschläge über die Zubereitung der Futterstoffe mitzu 172 theilen. Der Landwirth muß natürlich vor allem für ausrei 172 chende Futtermengen und unverdorbene, nahrhafte Stoffe sorgen; alsdann aber läßt sich ^noch manches thun, um die Fütterung möglichst leicht verdaulich zu machen. Je leichter verdaulich das Futter, desto weniger geht unver 172 daut aus dem Körper. Grünfutter bedarf gar keiner Zubereitung. Nur wenn eS älter und hanstenglich wird, ist das Schneiden desselben nothwendig. Es hat dies neben besserer Ausnützung den Vortheil, daß die Thiere weniger Futter verschleudern. Will man aber recht haushälterisch und sparsam mit dem Grünfutter umge 172 hen, dann ist das Schneiden räthüch auch bei jüngerem Futter. Der sehr junge Klee ist mit geschnittenem Stroh zu mengen, bei nassem Grünfutter wird das erforderliche Beifutter^ von Stroh am Besten lang vorgegeben. Bei der Winterfütterung erreicht man durch das Zer 172 schneiden des Strohes und Heues, Zerkleinern der Kar 172 toffeln und Rüben und Schroten der Körner, daß die Thiere auch weniger schmackhaftes Futter gern fressen, auch wird das Verdauen, namentlich das Zerkauen da 172 durch gefördert. Doch dürfen diese Stoffe nicht zu sehr verkleinert werden, indem alsdann das Futter zwar schnell verschluckt, aber wenig eingespeichelt wird, was die Ver 172 dauung hindert. Darum schneidet man mit Recht das Stroh für Ochsen und Kühe nicht so kurz, als für Pferde. Das Zerschneiden des Heues ist seltener und nur dann erforderlich, wenn es sehr lang und hartsteng- lich ist, oder zum Theil mit anderem Futter gemengt werden soll, wie namentlich beim Brühfutter. Wurzel 172 früchte sollen nicht soweit zerkleinert werden, daß eine nußartige Beschaffenheit annehmen, weil dies der Ein- speichelung nicht günstig ist- Das Verabreichen ganzer Körner ist nach den Versuchen von Lehmann und Grou- ven unzweckmäßig, es gehen viele Körner unverdaut durch den Körper, wie der Augenschein lehrt. Das Schroten oder Brechen auf einer Mühle ist dem Einwei 172 chen vorzuziehen. Für vollständige Mischung mit ande 172 ren Stoffen ist die Mehlförm am geeignetsten. Das Kochen und Dämpfen der Futterstoffe bewirkt eine größere Erweichung aller Theile und ändert auch in man 172 chen Fällen die Nutzung des Futtermittels. Dies ist besonders bei Kartoffeln der Fall, die gedämpft oder ge 172 kocht mehr auf die Fettbildung, roh mehr auf die Milchabgabe wirken. Das in den Futterstoffen aufge 172 nommene Wasser geht weniger schnell ins Blut, als das im Getränk aufgenommene; darum befördert ersteres mehr die Erweichung und die Verdauung. Indeß ist das Kochen, Dämpfen, Brühen mit Unkosten verbunden, daher wird man dasselbe bei Heu zc. unterlassen können, wenn es nebenbei nicht an Wurzelfrüchten fehlt. So 172 bald man aber Stroh mit dem Heu verfüttern will, wie in futteramen Jahren, dann sollte man das Dämpfen nicht unterlassen. Man spart damit trotz des Aufwan 172 des an Brennholz. Dr. Grouven hat die Vortheile des Dämpfens nach allen Seiten untersucht und spricht sich also darüber aus: „Wenn ich nun all die Vor 172 theile der Futterdämpfung zusammenfasse, so meine ich, daß man damit wenigstens 10 Prozent Futter sparen kann (also auf 10 Zentner 1 Zentner Ersparniß), Ich empfehle deshalb die Dämpfung namentlich im Winter. Möge Niemand vergessen, daß zur rauhen Jahreszeit warmes Futter ebenso wichtig ist als warme Stallung." Zu verkaufen. Bei dem Gefertigten sind circa 160 sehr schöne Maulbeer-Bäume, 1 Zoll Durchmesser, 6 Fuß Höhe, das Stück für 16 Neukreuzer zu haben. Wenn Jemand diese Parthie nimmt, dann werden sie noch wohlftiler abgelassen. Steinmels, den 20. Februar 1866. Augustin Brunhart, Lehrer. Unterzeichneter, mit einem Theile der f. liechtensteini 172 schen Landesvermessung betraut, fände bei dieser Be 172 schäftigung noch genügend Zeit, um auf Nebenarbeiten sich zu verlegen, empfiehlt sich daher unter der Zustche- rung, gegebene Arbeiten auf's genaueste und billigste auszuführen, allen resp. Behörden und Privaten zur Ausarbeitung von Bauplänen und Kostenberechnungen des Hoch-, Straßen-, Wasser- und Kunstbauwesens. Wäre auch geneigt, Bauhandwerkern und jüngeren Leu 172 ten, die dem Baufache sich widmen wollen, unter billi 172 gen Bedingungen die nöthigen Schulfacher zu ertheilen. Allfällige Aufträge werden jeden Dienstag und Sonn 172 tag im Schäfte in Feldkirch entgegengenommen. Schellenberg, den 24. Jänner 1866. gz I. Kutter, Jngeniuer. Curs. Für 100 fl. Silber wurden in Wien bezahlt: Samstag, den 17. Februar , . fl. 10!.60 Banknote!». Donnerstag, den 22. » . . fl. 10S. » Herausgeber: Gregor Fischer. Verantwortlicher Redaktor: vr. Schädler. Druck der Grafischen Erben (Heinrich Grass) in Feldkirch.