23. August wurden auf einer Alpe des Unterlandes ein Mädchen und 3 Kühe vom Blitze erschlagen. — Am 18. September wird in Hohenems das Sängerfest des Vor 172 arlbergs Sangerbundes abgehalten, am 19. September in Bludenz die landwirthschaftliche Ausstellung für Vor 172 arlberg. Das Bauen ist in Eassel ein noch größeres Kunst 172 stück als anderswo; denn zu jedem Bau in der Stadt bedarf es der Genehmigung des Kurfürsten und diese ist meist schwer zu erlangen. Also vor dem Thore! dachte ein spekulativer Bürger, der eine Reitschule errichten woll 172 te. Er holte die polizeiliche Genehmigung ein und kaufte ein Grundstück, auf welchem der Bau errichtet werden sollte. Er hatte aber die Rechnung ohne den Wirth ge 172 macht: ein höchstes Reskript untersagte den Bau. Der Minister unterschrieb zwar das Reskript als gegen die Gesetze verstoßend nicht, aber der Polizeidirektor mußte es respektiren und den Bau verbieten. Der Kurfürst schließt so: Es ist das Recht des Staats, die Schulen und den Unterricht zu regeln und zu überwachen, folglich auch die Reitschulen und den Reit unterricht. Im Akklimatisations-Garten in Paris sind ein paar chinesische Schafe, die sich durch ungemeine Frucht 172 barkeit auszeichnen. In einem Jahre sind 2 Würfe, je 172 desmal von 3 Lämmern, erhalten worden. Für die Fleisch 172 produktion ist diese Thatsache von Wichtigkeit. Das chi 172 nesische oder tartarische Schaf hat einen großen Wuchs, ist kräftig gebaut, mit kurzen Beinen und kurzem Halse, kleinem Kops und hängenden Ohren. Das Fell ist voll, kurz und glänzend und eignet sich zu groben Wollenwaa 172 ren sehr gut. Das Fleisch ist saftig und wohlschmeckend, so daß es die Fremden in China bald allem anderen Fleische vorziehen. Die „Disentiser Zeitung" erzählt von einer Zeitkuh in der Cristaliner Alp, welche in eine Gletscherspalte fiel und sechs Tage unter dem Schnee verborgen blieb und darauf hervorgezogen wurde. Sie war stark verkältet, ist jetzt aber genesen. Ein Waadtländerblatt bringt folgendes Phänomen von der Pflanzenwelt: Man sieht zu Carouge, Pfarrei Me- zieres, Kt. Waadt, in einem Gartenbeet mitten unter Stangenbohnen aus einem Getreidekorn 105 Halme mit Aehren herauswachsen. Die Aehren haben durchschnitt 172 lich 50 Körner, macht zusammen 5250 Körner. Die 105 Halme sind 6 Fuß hoch, mehrere über 6^ Fuß. Es baben sich außer diesen noch kleinere Halme um die Pflanze angesetzt, deren Aehren jedoch noch nicht zum Blühen kamen; ist dies der Fall, kann man etwa 5600 Körner rechnen — ein Fruchtsegen, der selbst unter Kö 172 nig Pharao nicht vorkam. Professor Namias aus Venedig theilt der Akademie der Wissenschaften einen interessanten Vergiftungsfall mit; er erzählt, daß ein Schwärzer seinen'ganzen Kör 172 per in Tabakblätter einwickelte, und als er über die Grenze gekommen, alle Symptome der Vergiftung zeigte. Durch rasche Anwendung von Opium und Branntwem wurde dieser Cigarren gewordene Mann wieder zu sich gebracht. Land- und Hauswirthschaftliches. Ueber die Viehzucht in Vorarlberg. Im vorigen Jahre war von dem landwirtschaftlichen Vereine in Vorarlberg die Preisfrage ausgeschrieben worden: „Welcher der im Lande Vorarlberg vorhandenen Rind 172 viehschläge ist für die Bewirthschaftung daselbst der ge 172 eignetste und ist es räthlich die Einführung eines einzigen Viehschlages im ganzen Lande zu fördern oder nicht?" Der Ausschuß des Vereins prüfte die 5 Bewerbungs 172 schriften und fand, daß eigentlich keine dieser Schriften den Absichten des Vereins vollkommen entspreche. In 172 deß wurde dennoch beschlossen die zwei ausgeschriebenen Preise zu vergeben und zwar den I. mit 6 Dukaten dem Hrn. Joh. Peter Schädler in Lingenau und den II. mit 5 Dukaten dem Hrn. Dr. Vonbun in Schruns. Die Preisschriften wurden in der Feldk. Z. veröffentlicht. Da die Boden- und Klimaverhältnisse, sowie der Wirth 172 schaftsbetrieb in dem Nachbarlande Vorarlberg von den 172 jenigen in unserm Lande nicht wesentlich verschieden sind, so wird es die meisten unserer Leser interessiren Einiges über die Grundsätze dieser Preisschriften und über die bezüglichen Absichten des dortigen landw. Vereins zu erfahren. Hr. Schädler sagt nach einer allgemeinen Einleitung: Bekanntlich eristiren im Lande Vorarlberg unter dem Rindvieh hauptsächlich drei Schläge, und zwar 1. ein großer, schwerer, 2. ein mittlerer, und 3. ein kleiner, welche drei Schläge sich übrigens in den angezogenen Bezirken nebeneinander vorfinden. Wenn ich bemerkt habe, daß die drei Schläge Rind 172 vieh sich in den die Viehzucht auf verschiedene Bewirth- schaftungsarten betreibenden Bezirken des Landes neben einander finden lassen, so erzeugt doch unbestritten den großen schweren Schlag vorzüglich das Thal Montafon, und annäherungsweise auch Klosterthal. Diese Kolosse von Rindern, der Stolz des Montafons, und die Zierde seiner Märkte ziehen die Bewunderung manches reichen Dilettanten in der Nähe und Ferne auf sich, der an denselben nur den ungünstigen Einfluß der Masse auf die Schönheit bedauert. Allein der praktische Oekonom, der den Werth des Schlages nach dem Nutzen zu bemessen gewohnt, und meistens auch gezwungen ist, gebt auf dem Markte an diesem Schlage vorüber, und sucht sich Stücke des mittleren Schlages aus. In der That betreibt der Bewohner der schönen Thä 172 ler Montafon und Klosterthal wenig Alpenwirthschaft, und sind seine Alpen fast nur Galtalpen und Heumäder, im Gegensatze zum Bregenzerwälder, dessen Nahrungs 172 quelle eben die Erzeugung von Butter und Käse zc. bildet. Der Mittelschlag, der sich haupsächlich im Bregenzer 172 walde und Klosterthale findet, ist es nun, den der Bre 172 genzerwälder, und überhaupt der praktische Alpenwirth 172 schaftsbesitzer für seinen Zweck am tauglichsten findet.