Liechtensteiner Kandeszeitung. Vaduz, Samstag Nro. SV. den 30. Juli 1864. Dieses Blatt erscheint monatlich regelmiißiz Zinzl, nur zur Zeit der Landtagsverhandlungen öfter, und kostet für das Fürstentum Liechtenstein ganzjährig 1 fl., auswärts 1 fl. 50. — Einrückungsgebühr für die gespaltene Zeile 4 Nkr. — Man bestellt die Zeitung in Vaduz bei der Redaktion und in Feldkirch bei der löbl. Wagnerischen Buchhandlung. — Gesetze und Verordnungen, sowie die Landtagsverhandlungen erscheinen in Beilagen, wosür ganzjährig 50 Nkr. ferner zu bezahlen sind. Landtagsverhandlungen. II. Sitzung am 20. Juni. Nach Eröffnung der Sitzung wird vom f. Regie- rungskommissär, Hrn. Landesverweser v. Hausen, erklärt, daß bis zur Stunde eine landesfürstliche Bestätigung der Präsidentenwahl nicht eingetroffen sei. Der §. 9 der Geschäftsordnung bestimmt nun, wenn die landesfürstl. Bestätigung der Präsidentenwahl innerhalb 14 Tagen nach stattgehabter Mittheilung des Wahlresultats an S. Durchlaucht nicht erfolgt, so ist die Wahl als bestätigt anzusehen. Es wird demnach der I. Präsident Dr. Schäd- ler ersucht, den Präsidentenstuhl einzunehmen. Nachdem dies geschehen ist, eröffnet der f. Regierungskommissär den ordentlichen Landtag pro 1864 und legt die von der Regierung vorbereiteten Gesetzentwürfe auf den Präsi 172 dententisch. Zugleich erfolgt die Uebergabe einer kleinen Nachtrqgsforderung zum Budget pro 1864, betreffend die Löhnung der Briefboten und die Prämien für Wald 172 aufseher. Der Präsident spricht hierauf der Versammlung seinen Dank aus für seine Wiederwahl, und fordert die Ver 172 sammlung auf, Sr. Durchlaucht unserem Landesfürsten, dem hohen Geber und Schützer der Verfassung, ein 3 maliges Hoch auszubringen. Alle Anwesende stimmen kräftig zu. Nach der Wahl des Gesetzgebungsausschusses beschäf 172 tigt sich der Landtag sofort mit der Erledigung der Brief 172 botenlöhne. Es sind von der f. Regierung 2 Briefboten aufge 172 stellt worden. Einer für die Gemeinden Vaduz, Schaan, Triesnerberg und Triefen, ein anderer für die Gemein 172 den des Unterlandes. Für den ersten werden für 7^ Monate, bis Ende 1864, gefordert fl. 49. 75 und für den anderen fl. 43. 80, außerdem erheben die Boten für jeden Brief eine Bestellgebühr von 3 Nkr. Für Briefe, deren Annahme verweigert wird, erhalten sie eine Ver 172 gütung von 3 kr. per Stück aus der Landeskasse. Da 172 für haben sie die Verbindlichkeit täglich einmal die an 172 kommenden Briefe und Pakete auszutragen. Für Waldaufseher, welche sich bei der Aufforstung der Waldblößen und durch besondern Pflichteifer auszeichnen hat die f. Regierung 2 Prämien von 8 fl. und 5 fl. ausgesetzt, welche am Jahresschlüsse zur Vertheilung kom 172 men sollen. Der Landtag erkennt die Nothwendigkeit der Ausla 172 gen für Briefboten und die Nützlichkeit der Waldauffe- herprämien an und gibt seine einhellige Zustimmung. Hiemit schloß die Sitzung. III. Sitzung am 20. Juni 1864. Nach Genehmigung des Protokolls von letzter Sitzung erhält der Referent Keßler das Wort. Derselbe berich 172 tigt einige Druckfehler in den Commissionsberichten zum Sparkassegesetz und zur Staatsrechnung pro 1863. (Ver 172 gleiche Beilage zu Nr. 14. Einige Druckfehler wurden schon in Nr. 15 richtig gestellt. Nachträglich noch fol 172 gende Berichtigung: Beilage Nr. 14, Seite 4, Proto 172 koll der I. Sitzung II. Absatz ist zu lesen: „Ein Schrei 172 ben des Landeschef wird eröffnet und „dieses, sowie dieBeilage desselben, eine höchste Bot 172 schaft," verlesen.) Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die Prüfung der Staatsrechnung v. vorig. Jahr. Im Commissions 172 bericht, Beilage Nr. 14, Seite 3 sind nur die Mehr 172 ausgaben aufgeführt, weil nur diese eine Zustimmung des Landtags brauchen. Um nun der Meinung entge 172 genzutreten, als sei der Staatsvoranschlag nur über 172 schritten worden, finden wir es für gut auch eine Ueber 172 sicht der Ersparnisse und der Mehreinnahmen herzusetzen. Mehrausgabe. Ersparnis 1. Bundeskontingent 2. Bundeskosten 3. Besoldungen 4. Pensionen 5. Schulauslagen 6. Diäten 7. Viehveredlung :c. 8. Zoll- und Wegmauth 9. Wasser- und Straßenbau 10. Tar- und Stempelgefall 11. Unterschiedliches 5 fl- —.— 75,99 417.19 . 266,35 1.68 ^ ^ 837.— 215 — . . —.— 96.53 44,48 . . 46 t,— . 372,— 2348,35 428,57 Die Einnahmen, t. landschästl. Giebigkeiten Mehreinnahme fl. 2. verschiedene Steuern 3. Stempel und Taren 4. Zoll und Wegmauth 5. Diätenrückersätze 6. Gesandtschaftskostenrückersätze 7. Unterschiedliches k, 22,53 274.— 4239.83 29.58 66,92 804.— 42,07 2475.93