s« Ammer muß es im Wunsche der Bevölkerung dös Mi- des liegen, daß Se. Durchlaucht das Land so oft als möglich besuchen und die Verhältniße aus Höchsteigener Anschauung kennen lernen. Die Aufnahme dieses Wun 172 sches in die Adresse ist daher wohlbegründet. Das Angeführte dürfte hinreichend sein, den Stand 172 punkt der Kommission zu bezeichnen und den Inhalt der Advesse in Einzelnen zu rechtfertigen. . Wir empfehlen daher den Adreßentwurf zur Annahme. Der Adreßentwurf der Kommisston fand im Ganzen keine Gegner. Nur der Passus über die Reform der deutschen Bundesverfassung rief eine ziemlich lebhaste Dis 172 kussion hervor. Der Entwurf lautete: „Wir hegen — die vertrauens 172 volle Erwartung, daß Ew. Durchlaucht Regierung die Reform der deutschen Bundesverfassung nach Kräften un 172 terstützen werde." Abgeordneter Gmelch beantragte hie- zu folgenden Zusatz: „Wir hegen — die vertrauensvolle Erwartung, daß Ew. Durchl. Regierung die Reform der deutschen Bundesverfassung in Begründung eines Fürsten 172 kollegiums und Vertretung des deutschen Volkes am Bunde unterstützen und befördern werde." Gmelch: Meine Ansicht geht dahin, daß wir den Ausdruck „Bundesreform" etwas detailliren sollen. Ich wünsche eine detaillirte Erklärung. Einmal mag es den Fürsten intresflren, welche Ansicht sein Volk und wir die Ab 172 geordneten desselben über die deutsche Frage haben. Zwei 172 tens ist es gewiß nicht ohne Interesse, wenn diese unsere Ansicht im Archive des Landtags niedergelegt wird, damit die Nachkommen erfahren, wie wir gedacht haben. Drit 172 tens es wird im Volke auch von deutschen Dingen viel geredet, mehr als wir denken und glauben. Es wäle al 172 so am Platz, daß wir uns aussprechen, wie wir eS mei 172 nen, wtr die Vertreter des Volks. Ich meine, daß das Heil Deutschlands in dem liege, was ich hier mit kurzen Worten auszusprechen gewagt habe, nämlich: in einer anderen Vereinigung der deutschen Fürsten, nicht in ei 172 ner solchen leeren und todten Vereinigung, in welcher sie gegenwärtig mit einander stehen, als durch ihre Gesand 172 ten die nichts anders sind als alte Diplomaten, welche weder Kraft noch Muth, noch Geist genug besitzen, um etwas für Deutschland zu thun. Daher wünsche ich, daß die Fürsten sich in anderer Weise vereinigen, mitein 172 andergehen in den großen deutschen Fragen: der Militär 172 frage und der gemeinschaftlichen Vertretung nach außen; daß sie in fester Vereinigung nach innen und außen zu 172 sammengehen und wo sie sich versammeln, sich persönlich versammeln. Das 2. was ich noch ausspreche, das ist die Vertretung des Volks: das will sagen, einen deut 172 schen Reichstag, welcher entweder aus den einzelnen Land 172 tagen oder vom Volke zu wählen sei, und mit dem sich die Fürsten eng vereinen mögen, daß dadurch Deutsch 172 land groß und mächtig werde. Keßler: Ich muß sagen , es freut mich von Herzen, daß Herr Gmelch diesen wichtigen Gegenstand so ins Detail und so patriotisch behandelt hat. Ich würde nicht anstehen/auf dessen Antrag einzugehen, wenn das Für- stenthum in der Zahl der Bundesstaaten eine größere Rolle spielte, als es spielt. Die Kommission hat schon im Berichte hervorgehoben, daß dem Fürstentum eine be 172 scheidene Rolle zugewiesen sei. Es würde uns nicht gut angesehen werden, wenn wir uns aus's hohe Roß setz 172 ten und deutsche Reformpläne vorlegten. Dieser Grund bestimmte die Kommission zu diesem allgemeinen Passus. Wie gesagt, in anderer Stellung würde ich mit Vergnü 172 gen auf den Antrag des Hm. Gmelch eingehen. So aber glaube ich, die Fassung des Entwurfs vollkommen damit begründen zu können, daß das Fürstenthum nach semer ganzen Lage und Größe auf eine höchst bescheidene Stellung angewiesen ist. Kirchthaler: Es ist da viel von unserer bescheidenen Stellung gesprochen worden, und gerade in dieser Stel 172 lung ist es genug, was wir in der Adresse sagen. Es istv orgreifend, wenn wir, der liechtenst. Landtag, uns an- massen, den Fürsten den Weg zu zeigen, welchen sie zu gehen hätten. Sie werden ihr Kollegium vielleicht finden ohne uns, und es sragt sich, ob gerade ein solches Kol 172 legium von der Ration gefordert wird. Eins hat man ja schon, den Bundestag, und ein zweites wird selbst wieder durch Gesandte zu Wege gebracht werden. Es ist genug, unser Fürst steht aus der Adresse, was wir wünschen. Bei der Abstimmung wurde der Zusatz Gmelch's ab 172 gelehnt. Die vom Landtage beschlossene Adresse lautet: Durchlauchtigster Fürst, Gnädigster Fürst und Herr! Die infolge landesherrl. Einberufung zum ersten or 172 dentlichen Landtage versammelten Abgeordneten des Lan 172 des bringen Ew. Durchl. die aufrichtigsten, ehrfurchts 172 vollsten Huldigungen dar. Erfreulich und erhebend für uns ist, daß sämmtliche Beschlüsse des 1. außerordentlichen Landtags die höchste Genehmigung erhalten haben und gewissenhast vollzogen werden. Das günstige Ergebniß der jüngst beendeten Landtags 172 verhandlungen läßt uns hoffen, daß auch die gegenwär 172 tige Landtagsperiode eine fruchtbare sein werde. Die Gesetzentwürfe, welche uns theils übergeben, theils in Aussicht gestellt sind, werden wir mit aller Gewissen 172 haftigkeit und Umsicht prüfen. — Insbesondere werden wir dem nach den Grundsätzen des §. 22 der Verfassung ausgearbeiteten Entwürfe einer Gemeindeordnuncj un 172 sere ganze Kraft und Aufmerksamkeit widmen; wir wer 172 den aber auch die lweiteren Gesetzentwürfe über Erwer 172 bung und Verlust des Staatsbürgerrechtes, über Wasser- recht und über Gewerbswesen der reiflichsten Erwägung unterziehen. Wir hegen zu Ew. Durchlaucht Regierung das vollste Vertrauen, daß sie die mit der k. öfter. Regierung we 172 gen Erneuerung des Zolleinigungsvertrages eingeleiteten Verhandlungen zu einem, den commerziellen und finan 172 ziellen Interessen günstigen Abschlüsse bringen werde. — Der Landtag hält es daher für gerechtfertigt, daß der Staatsvoranschlag für das Jahr 1864 erst nach Been 172 digung der Zollvertragsunterhandlungen der verfassungs 172 mäßigen Mitwirkung des Landtags unterstellt werde. Wir wünschen, daß durch den Anschluß des kais