gers an. Knochen z. B. können ein sehr langsam oder sehr rasch wirkender Düngstoff sein; es kommt auf den Zustand der Löslichkeit an, in welchem sie zur Verwen 172 dung kommen. Ein ganzer Knochen kann viele, viele Jahre in der Erde liegen, ehe er zum wirkenden Dünger wird; zu Mehl zerstoßen und dieses durch Schwefelsäure aufgeschlossen, macht er gewöhnlich gleich das erste Jahr überraschende Wirkung. Soll aber der Dünger beim Baume möglichst rasch wirken, so muß er nicht nur in leicht löslichem Zustande gegeben, sondern er muß auch denjenigen Organen des Baumes, durch welche dieser Nahrung aus der Erde auf 172 zunehmen vermag, so nahe gebracht werden, daß die Auf 172 nahme wirklich erfolgen kann. Diese Organe des Bau 172 mes sind die Saug-, Haar- oder Faserwurzeln, an deren Enden die zur Ausnahme der dargebotenen Nahrung ge 172 eigneten Wurzelschwämmchen mit ihren vielen Zellen sich befinden. Bemerkte Saugwurzeln liegen aber bei erwach 172 senen Bäumen niemals in der Nähe des Stammes, son 172 dern am Ende der Hauptwurzeln. Hieraus ergibt sich nun von selbst, wo der Dünger angebracht werden muß, wenn er dem Baume unmittelbar zu gute kommen soll: nämlich in der Nähe der Saugwurzeln. An an-, dern Orten zugelegt oder zugelassen, kommt der Dünger wohl dem Boden aber nicht unmittelbar dem Baume zu gut, da die im Dünger befindlichen mineralischen Bestand 172 theile unbeweglich sind, also im Boden so lange an dem Orte, wo sie eingelegt wurden, verbleiben, bis sie durch Umarbeitung des Bodens an eine andere Stelle kommen. Gelangt nun durch weiteres Wachsthum zufällig eine Wurzel des Baumes später an einen solchen Ort, wo sich derartige unbewegliche Düngerbestandtheile als: Kali, Kalk, Kiesel, Phosphor u. a befinden, oder werden genannte Bestandtheile durch mechanische Bodenbearbeitung in die Nähe der Wurzeln gebracht: so hat der Baum davon Nutzen; aber dies ist sehr unsicher und vom Zufalle ab 172 hängig. Wir aber wollen den Dünger nicht vergeuden oder seine Wirkung dem trügerischen Spiele des Zufalles anheimstellen; wir wollen, uns dessen bewußt, und des Erfolges gewiß, ein sicheres Ergebniß ha 172 ben. Darum bringen wir die Düngstoffe an den Ort, wo sie wirken müssen und sogleich wirken, an die Saugwurzeln des Baumes nämlich. Zu diesem Zwecke nun, um den Dünger an die Saug 172 wurzeln bringen zu können, wird auf die halbe Kron 172 weite rings um den Baum ein kleiner Graben aufge 172 worfen oder es werden auf genannte Entfernung mehrere Löcher gegraben oder mit einem Pfahle eingestossen und in den Graben oder die Löcher wird der Dünger einge 172 gossen oder eingelegt; nachher werden die Vertiefungen mit der aufgeworfenen Erde wieder zugedeckt. Beim Auf 172 graben sind die Saugwurzeln möglichst zu schonen. Zum leichteren Verständniß füge ich noch Folgendes bei. Hätte z. B. die Krone eines Baumes nach einer Seite hin 6 Fuß Ausdehnung, wäre also die ganze Kronweite 6 Fuß, so würde etwa auf 3 Fuß Entfernung vom Stamme der ewähnte kleine Graben gezogen; denn hier würde man schon auf viele Saugwurzeln treffen. Bei alten Bäumen wird der Graben verhältnißmäßig weiter vom Baumstamme entfernt zu ziehen sein. Zum Behufe völ 172 liger Sicherheit können auch zwei solcher Gräben, etwas entfernt von einander, gezogen werden. Es geschieht noch häufig, daß man den Bäumen im Vorwinter Dünger gibt und denselben unmittelbar um den Stamm legt. Welchen Werth dieses Verfahren hat ist nach dem Vorausgegangenen klar. Der Dünger wirkt in dieser Jahreszeit nicht, weil die Lebensthätigkeit des Baumes geschlossen ist; er kommt aber auch später dem Baume nicht zu gut, weil er nicht an die Saugwurzeln desselben gelangt. Wer überflüssig Dünger hat und von demselben keine bestimmte Wirkung haben will, der mag in solcher Weise fortfahren. Wer aber seinen Dünger zu Rathe halten will und muß und denselben für den gesetzten Zweck möglichst nutzbringend zu verwenden trach 172 tet, der möge darüber nachdenken, auf welchem der an 172 gedeuteten Wege dies am ehesten zu erwarten ist. Eigen ist es übrigens: Beim Weinstocke, dem Mais (Türken), der Kartoffel verwendet man den Dünger ganz richtig nach dem Grundsatze: Man muß die Pflanze düngen, indem man den Dünger nahe an die Saugwurzeln legt; nur beim Baume macht man noch so vielfache Ausnahme hievon und verwendet dabei den Dünger noch meist un 172 zweckmäßig und nutzlos, während man allerwärts über Mangel an Dünger klagen hört! Vaduz, 12. Mai 1863. Hingr, Oberlehrer. Anzeige n. Bekanntmachung. Von der fürstlichen Domänenverwaltung wird hiemit bekannt gemacht, daß Mittwoch den 27. dies Mo 172 nats in dem f. Haus zu Guttenberg bei Balzers mehrere Jnventargegenstände, wie: Küchengeschirr, Glas 172 waaren, Leinwand, Fußteppiche, Betten, Roßhaar- und Federmatratzen, gereinigtes Roßhaar, Bettstellen, Bett 172 schränke, Sesseln, Eßbesteck, Bücher u. dgl. gegen gleich- baare Bezahlung an die Meistbiether hintangegeben werden. Kauflustige werden hiezu mit dem Beifügen einge 172 laden, daß die Versteigerung am genannten Tage Vor 172 mittags 9 Uhr beginnen wird. Vaduz, den 12. Mai 1863. Urbanek, Verwalter. Silberkurs. Freitag, den 8. Mai 110.75 Mittwoch> den IS. Mai 110.2s Herausgegeben von G. Fischer. Verantwortlicher Redaktor: Dr. Schädler. Druck von Z. Graff'S Wittwe in Feldkirch.