,,Die Verratenen von Jalta” Die eingangs erwähnten Geschehnisse und die Auslieferung von rund zweieinhalb Millionen antikommunistischer Russen und Kosaken durch die Alliierten an die Sowjets gemäß dem mit Stalin in Jalta getroffenen Abkommen sind in dem 1974 erschienenen Buch „The Last Secret” (Das letzte Geheimnis) des britischen Autors Lord Bethell in ihren Hin- tergründen beleuchtet worden; später erwähnte auch Nicolai Tolstoy in seinem Buch ,,Die Verratenen von Jalta” die Geschehnisse um General Holmstons Truppe, einbezogen in eben jene Schilderung der Ausliefe- rung in den Jahren 1944-1947. Die Tatsache, daß durchaus nicht alle von ihnen Sowjetsoldaten gewesen waren, vielfach nicht einmal Sowjetbürger, ist für unsere Geschichte nicht ohne Bedeutung, denn die I. Russische Nationalarmee mußte sehr konkret um ihr Leben fürchten, wäre sie den Alliierten in die Hände gefallen. Dazu ein Beispiel: In einem dem Autor vorliegenden Schreiben eines deutschen Kriegsteilnehmers, verfasst am 3. Februar 1985, schildert dieser ein Erlebnis als Kriegsgefangener im Lager Wetzelsdorf bei Graz (Wachpersonal 9th Manchester Regiment), wohin er nach einer noch am 8. Mai 1945 erhaltenen Verwundung gekommen war. Er erinnert sich: „Zusammen mit einem Feldwebel der Luftwaffe (von Beruf Gärtner) arbeitete ich für die Engländer. Wir beide erstellten gärtnerische Anla- gen vor den Baracken und konnten uns während der Arbeit frei bewe- gen. Es war entweder Ende August oder Anfang September, als ich Augenzeuge wurde, wie etwa zehn bis fünfzehn Kosaken, die in deut- schen Diensten gestanden hatten, auf einen Lastwagen steigen sollten, um abtransportiert zu werden. Die Leute weigerten sich ganz entschie- den, den LKW zu besteigen, wohl ahnend, was ihnen bevorstand. Es ertönte ein Kommando, und die englischen Soldaten flitzten in eine Baracke und kamen sofort wieder mit MPs bewaffnet heraus, die sie auf die Kosaken richteten. Den armen Teufeln blieb nun nichts anderes übrig, als den LKW zu besteigen. Schon damals war es unter den Land- sern bekannt, daß die armen Teufel zum Russen gebracht wurden und dort mit Sicherheit ein bitteres Ende fanden.” 27