121 besondere zur Schweiz, werden immer von wesentlicher Bedeutung sein. Dazu tritt aber die neue Dimension der multilateralen und inter ­ nationalen Beziehungen, wo wir sehr wenig Erfahrung mitbringen. Das Kleid des Zollvertrages von 1924, dem wir weitgehendst den heutigen Wohlstand verdanken, erweist sich für die heutige Zeit als zu eng geschneidert. Liechtenstein muß selbst auftreten, auf eigenen Füßen stehen. Wenn wir viel erreichen wollen, müssen wir noch mehr anstreben. Kleinmut kann sich nicht auszahlen. Die Träger der Außenpolitik Die Verfassung umschreibt in Artikel 8 die Kompetenzen in der Außenpolitik: «Der Landesfürst vertritt, unbeschadet der erforder ­ lichen Mitwirkung der verantwortlichen Regierung, den Staat in allen seinen Verhältnissen gegen auswärtige Staaten. Staats Verträge, durch die Staatsgebiet abgetreten oder Staatseigentum veräußert, über Staatshoheitsrechte oder Staatsregale verfügt, eine neue Last auf das Fürstentum oder seine Angehörigen übernommen oder eine Verpflich ­ tung, durch die den Rechten der Landesangehörigen Eintrag getan würde, eingegangen werden soll, bedürfen zu ihrer Gültigkeit der Zustimmung des Landtages.» Die Anforderungen der Gegenwart ver ­ langen aber mehr: Die Mitarbeit und das Mitdenken aller, den Ein ­ satz aller Mittel und Möglichkeiten, zumal keine Außenpolitik auf lange Sicht Bestand haben kann ohne Rückhalt und Zustimmung im Volk, um dessen Wohl es ja geht. Daher auch die berechtigte Forde ­ rung nach mehr Information, nach mehr Mitbestimmung im Mei ­ nungsbildungsprozeß . Postulat einer integralen Außenpolitik «Außenpolitik ist Präsenz in der Welt, ist Selbstdarstellung, ist vor allem Mitarbeit» (Regierungschefstellvertreter Dr. Walter Kieber). Aide-memoires, Notenwechsel, Staatsbesuche, Einladungen, Verträge, Abkommen usw. genügen nicht. Zu den klassischen Mitteln der Diplo ­ matie muß ein umfassendes Public-Relations-Programm kommen. Es geht darum, unser geistiges und kulturelles Potential in den Dienst der Außenpolitik zu stellen. Es gilt, das qualifizierte und vielschich ­ tige Beziehungsnetz des Fürstlichen Hauses, die spezifischen Chancen