Mitteilungen der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz — erscheint 2-3 mal jährlich — Redaktion und verantworllich für nicht gezeichnete Arlikel: Mario F. Broggi — Layout: Elisabeth Jansen — Geschäftsstelle: Postfach 254, 9490 Vaduz, Tel. 075 / 2 52 62 — Photos: Georg Bagladi, Mario F. Broggi, Roland Demarchi, Louis Jäger, Hubert Lonsky, Alfons Kleber, Xaver Jehle, Greti Oechsli, Josef Schädler, Klaus Schädler, Marlin Schwarz, Walter Wachter, Huberl Wenzel, Georg Willi — Die Texte widerspiegeln die Meinung ihrer Verfasser und decken sich nicht notwendigerweise mit der Ansicht der LGU — Druck: Gutenberg AG, Schaan, auf Altpapier — Juli 1981 — geht ausnahmsweise an alle liecht. Haushaltungen Die Umwelt braucht Ihre Stimme! Liechtenstein aktivierte in den vergange- nen Jahren seine Aussenpolitik und ar- beitet in zunehmendem Masse bei einer Anzahl multinationaler Organisationen mit. Eine der bedeutendsten Organisa- tionen für Liechtenstein stellt zweifellos der Europarat dar. Mit seinen 21 Mit- gliedstaaten ist er vor allem für den grenzüberschreiten- den Natur- und Um- weltschutz als Be- schlussforum von besonderem Inter- esse. Seit 1970 par- tizipiert Liechten- stein an den Natur- schutzarbeiten. Es ist deshalb von In- teresse, von «unse- ren Mannen» in Strassburg zu er- fahren, was auf europäischer Ebene Aktuelles läuft. Wir haben deshalb Dr. Franz Beck ge- beten, aus der dies- bezüglichen parla- mentarischen Arbeit zu berichten. Dr. Fe- lix Näscher hält wichtige Punkte aus der Tätigkeit des eu- ropäischen Natur- schutzkomitees fest. Der Leiter der euro- päischen Natur- schutz-Informa- tionszentrale, Hayo H. Hoekstra, betont die Notwendigkeit gemeinsamer europäischer Informa- tionskampagnen zur Sensibilisierung der Europäer für Umweltfragen. Auch Liech- tenstein beteiligt sich möglichst aktiv an der laufenden Naturschutz-Kampagne. Wir ziehen in diesem Bericht eine erste Zwischenbilanz. Der zweite Schwerpunkt der Bericht- erstattung behandelt den Themenkreis «Landwirtschaft und Umwelt». Es sind zwei Sorgen, die uns hier sehr beschäfti- gen, nämlich einerseits die Erhaltung einer kompakten Landwirtschaftszone, andererseits die Verträglichkeit der Landwirtschaft mit dem Umweltschutz. Es freut uns in diesem Zusammenhang, dass gesellschaftspolitisch relevante Gruppen beginnen, initiativ zu werden. Mit grossem Interesse verfolgt die LGU, was beispielsweise im Falle der geplan- ten Bauzonenausweitung «Mühlehölzle» in Vaduz geschieht. Das Bewusstsein der Bevölkerung hat sich zweifellos seit den 1970er Jahren für Umweltfragen ge- wandelt. Der Raubbau an unseren Res- sourcen wird sichtbar. Wenn Liechten- stein nicht zum Stadtstaat werden soll, so gilt es, neue Rahmenbedingungen festzulegen. Nicht mehr Wachstum um jeden Preis kann künftig die Devise heissen. Wir be- grüssen deshalb den Bürgermut, der sei- nen Freiheitsraum nutzt und hoffentlich zum Dialog über unsere ernsthaften raumordnerischen Probleme führt. In einer Sackgasse finden wir uns auch bei der Handhabung der Landwirtschaft, wo Strukturen der Industriegesell- schaft auf die Mate- rie «Boden» übertra- gen wurden. Auch hier wächst das Un- behagen über Pesti- zide, Hormonein- satz und vieles an- dere, das machbar erschien. Rote Li- sten gefährdeter Tier- und Pflanzen- arten zeigen die Um- weltmisere auf, in die wir uns durch die Art und Weise wie Landwirtschaft heu- te betrieben wird, hineingeritten ha- ben. Ausgerottete Tiere und Pflanzen sind Warnsignale, dass wir eindeutig in der Behandlung und Nutzung unseres Bodens etwas falsch gemacht haben. Der Boden ist ein sehr komplexes, unglaublich vernetztes Strickwerk, zu dem auch der Konsument in einem bestimmten Verhältnis steht. In einem längeren Beitrag versuchen wir, diese Zusammenhänge aufzuzeigen. Auch hier wird ein Umdenken nötig sein, wollen wir unser Liechtenstein weiterhin lebenswert gestalten.