Seite 10 LGU Intern Oktober 1980 genommen, wo bedeutende Mengen an Blatt- herbiziden zur Anwendung kommen sollen. Wir haben speziell auf mechanische Einsatz- möglichkeiten hingegwiesen und auch darauf aufmerksam gemacht, dass die Lägerflora das natürliche Ergebnis mangels Koppelwirt- schaft und Umtriebsweide darstellt. Erst mit der Verbesserung der Alporganisation kann die Unkrautbekämpfung längerfristig eine Chance erhalten. Die landesweite Landwirtschaftszone Die Hektik unserer Bautätigkeit ist bekannt. Es werden weitere Landwirtschaftsgebiete ih- rer Zweckbestimmung entnommen, es wer- den Landschaften von einmaliger Schönheit und Eigenart in wenigen Jahren aufgeglie- dert, der Druck auf die letzten geschlossenen Grüngebiete wächst. Am 26. September 1979 haben deshalb LGU-Präsident Dr. Franz Beck und LGU-Vizepräsident Josef Bieder- mann gemeinsam im Landtag ein Postulat zur Schaffung einer Landwirtschaftszone einge- reicht. Sie begründeten ihr Postulat u.a. da- mit, dass in den letzten 50 Jahren die land- wirtschaftliche Nutzfläche im Talraum sich um mehr als einen Viertel verringerte. Meist waren es die besten Böden, die der Landwirt- schaft verloren gingen. Dieselben Überlegun- gen gelten auch im Berggebiet, wo die besse- ren Flächen zur Bewirtschaftung erhalten werden müssten. Die LGU hat es deshalb bedauert, dass im Falle des Hotelbaues auf Gnalp-Triesenberg eine• Ausnahmegenehmi- gung erteilt wurde, bevor die Vorstellungen für die landesweite Landwirtschaftszone vor- liegen. Im übrigen ist seit der Postulateinrei- chung ein Jahr verstrichen, das heisst weitere 30-40 ha wurden inzwischen von der freien Landschaft abgetrennt, ohne dass wesentliche Fortschritte für diese Landwirtschaftszone er- reicht wurden. Die Zeit drängt! Einschränkung Motorfahrzeugverkehr Rheindamm Seit 1974 setzt sich die LGU vehement für die Einschränkung des Motorfahrzeugverkehrs auf dem Rheindamm in der Freizeit sowie an den Wochenenden ein. Der Rheindamm ist ein beliebter Ort der Entspannung und Erho- lung für Radfahrer wie Fussgänger. Die 1979 beschlossenen und 1980 realisierten Massnah- men mit Fahrverbot und Sperrpfosten haben wesentlich zur Beruhigung des Motorfahr- zeugverkehrs beigetragen. Ein damals we- sentliches Argument für die Offenhaltung durch Entlastung der Ortszentren Schaan und Vaduz ist durch die Eröffnung der N13 hinfäl- lig geworden. Die LGU dankt den zuständi- gen Behörden für die Durchsetzung der nöti- gen Massnahmen. Für ein Haus der Natur In der langfristigen Museumsplanung ist auch Platz für ein Naturmuseum. In den frühen 1960-er Jahren hatte Prinz Hans von Liech- tenstein im «Engländerbau» in Vaduz zwei Räume für eine kleine zoologische Samm- lung, die heute im Liechtensteinischen Gym- nasium magaziniert ist. Der Vorstoss für ein Haus der Natur wurde verschiedentlich unter- nommen, scheiterte aber an den Räumlich- keiten. Das Postulat für ein Naturmuseum vom 18. 2. 1977, von zehn liechtensteinischen Organisationen des Natur- und Umweltschut- zes eingereicht, die rund 4000 Mitglieder re- präsentieren, bleibt nach wie vor im Raume. Ein solches Haus kann auch nicht von heute Ausschnitt aus der Naturschutzausstellung «Mensch — Natur und Landschaft» aus Anlass des Europäischen Naturschutzjahres 1970 im Gemein- desaal in Balzers. auf morgen eingerichtet werden. Es braucht hierzu konkrete Vorstellungen. Als Denk- anstoss hat die LGU erste Gedanken hierzu formuliert und einem breiteren Interessen- kreis zur Vernehmlassung zugestellt. Uns schwebt ein kleines regionales Museum, das dem Besucher Information über seine Umwelt gibt, vor. Wir sehen weniger eine Schaustellung für den Schlechtwetterbesuch, sondern eher eine Stätte des Ansporns zum umweltgerechten Verhalten des Menschen im Alltag. Das Museum wäre so der Führer zum Naturverständnis. Es wäre wert, den Schwer- punkt auf eine zeitgenössische Auseinander- setzung für ein weiterhin lebenswertes Liech- tenstein zu legen. Der eminente Bildungsauf- trag für eine verbesserte Umweltinformation bei unserer Jugend (und natürlich nicht nur bei ihr) ist zu erfüllen. Das von der LGU ausgearbeitete Diskussionspapier will anre- gen, den Vorschlag für ein Haus der Natur nicht untergehen zu lassen. Wir werden in den kommenden Umweltberichten wieder auf die- ses Anliegen eingehen.