Mitteilungen der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) — Redaktion: Wilfried Marxer — Layout und Druck: Gutenberg AG, Schaan, auf Altpapier - LGU-Geschäftsstelle: Landstrasse 30, 9494 Schaan, Tel. 075/2 52 62 (Erscheint 2-3mal jährlich) Editorial Die Liechtensteinische Gesellschaft für Um- weltschutz hat sich zur Aufgabe gemacht, einzelne Ausgaben der «Umweltberichte» schwerpunktmässig einer Gemeinde zu wid- men. Dadurch soll nicht nur der besonderen landschaftlichen Situation dieser Gemeinde, sondern auch dem politischen und wirt- schaftlichen Umfeld dieser Gemeinde Rech- nung getragen werden, da erst die gesamt- hafte Betrachtung dieser Faktoren eine Beur- teilung einer Gemeinde aus der Sicht des Umweltschutzes erlaubt. Vaduz kann für sich unbestrittenermassen eine Sonderstellung in Anspruch nehmen. Die aus der Sicht des Umweltschutzes da- durch entstehende und bestehende Proble- matik liegt darin begründet, dass Vaduz wirt- schaftliches Zentrum unseres Landes, Sitz der Landesverwaltung und Touristenzentrum darstellt, die grösste Anzahl Einwohner auf- weist und zudem geographisch an der schmalsten Stelle zwischen dem Rhein und dem begrenzenden Gebirge liegt. Aktuelle Themen der Vaduzer Gemeindepolitik sind daher seit Jahrzehnten Bewältigung des Ver- kehrs, Ausdehnung des Baugebietes, Beibe- haltung von Entwicklungsreserven für die Gemeinde, Erhaltung der letzten Reste eines Orts- und Landschaftsbildes. Diese besondere Situation kann die Gemein- de Vaduz jedoch nicht entschuldigen, zumin- dest den Versuch einer Lösung der anste- henden Probleme zu unternehmen, um für die Lebensqualität und letzten Naturreserven entstehenden Konsequenzen durch eine wei- terhin ungeordnete Entwicklung zu ver- meiden. Sollte eine Lösung der grossen Probleme wie Verkehr und Siedlungspolitik ausserhalb des (politisch) «Möglichen» liegen, so wünsche ich mir, dass die Gemeindevertreter zumin- dest den «kleinen Dingen wie Gewässer und Naturwiesen die notwendige Aufmerksam- keit schenken. Dr. Peter Goop (Präsident der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz) «Bedrohtes erhalten und Verlorenes wiedergewinnen» Die Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) befasst sich im vorliegenden Umwelbericht schwer- punktmässig mit der Gemeinde Vaduz. Mit grossem Interesse erfahren wir u.a., dass es in Vaduz botanisch wertvolle Standorte für bestimmte Sorten von Or- chideen gibt. Unser Wald, vor wenigen Jahren noch Thema einer vielbeachteten Publikation der Gemeinde, ist ein weite- res Thema. Die Zeit hat es mit sich gebracht, dass eine «Waldschadenserhe- bung» im Mittelpunkt steht. Weitere Beiträge sind dem Verkehrspro- blem, der Gewässerverbauung und den von der Gemeinde besonders geförder- ten Rebzonen gewidmet. Es ist vornehme und wünschenswerte Aufgabe der LGU, die Bevölkerung für Umweltfragen zu sensibilisieren und überall dort den Mahnfinger zu erhe- ben, wo Zeichen gesetzt werden sollen. Sei es, weil es Bedrohtes zu erhalten oder Verlorenes wiederzugewinnen gilt. Aufgabe der politisch Verantwortlichen muss es dann sein, das Wünschbare zu Realisierbarem zu machen und die - gerade in Fragen der Umwelt - oft aus- einandergehenden Meinungen auf einen gangbaren, gemeinsamen Nenner zu bringen. Mit dem Umweltbericht ist den verant- wortlichen Politikern ein wichtiges In- strument zur besseren Erkenntnis und letztlich zur besseren Bewältigung der anstehenden Aufgaben in die Hand ge- geben. In diesem Sinne danke ich der LGU, dass sie für ihren vorliegenden Bericht Vaduzer Themen - die mir naturgemäss besonders am Herzen liegen - in den Mittelpunkt gestellt hat. Arthur Konrad, Bürgermeister Titelbild: Vaduz zwischen Tradition und Moderne. Das Bild stammt von Gerhard Marock aus Mauren. Es ist Teil einer Serie, die aus Anlass des Fotowettbe- werbes der LGU 1987 erstellt wurde (Prädikat «sehr gut»).