25. Dokumente L 1342, Mai 3. Güterteilung zu Sargans Die Grafen von Werdenberg zu Sargans teilen die gemeinsamen Besitzungen auf. Graf Hartmann III. erhielt die rechtsrheinischen Gebiete, Graf Rudolf IV. die linksrheinischen und verblieb auf der Burg zu Sargans, wihrend Graf Hartmann seinen Sitz auf Burg Vaduz nahm. Durch diese Teilung wurde Vaduz eine selbstindige Graf- schaft. (JBL 1941-54) Wir Ulrich von Gottes gnaden Bischoff ze Cur, vnd Wir Grave Albrecht von Werdenberch, Appt Her- man von Pfáferz, Appt Ulrich von Salmanswiller, vnd Her Fridrich vom Riet, Ritter, veriehen vnd tugen kunt allen den die disen gegenwürtigen Brief an sehent oder hórent lesen, Daz wir die Edelherren Graf Hartman vnd Graf Rudolf von Werdenberch, Herren ze Saneganz mit ain ander beriht hant vnd ir güter getailet alz hie nach geschriben stat, vnd alz sies an vns gesetzet hant. Bi dem ersten, daz Graf Hart- man. sol ze tail werden Vadutz die burch vnd waz darzu gehóret, Blumenegge die Burch vnd Nueze- derz vnd was darzu gehóret, swatz ennend Ryns ist ez si aygen oder, lehen, Vadutz halb vnd in Walgów anlüt vndan gut gesuchtz vnd ungesuchtz vntz an die Languat, ez sie phand lehen oder aigen daz soll vallen in Graf Hartmans taile vnd Hainrich der Schulthaiz von Saneganz mit lib vnd mit gutte. Sich sol óch Grave Hartman verzihen aller der ansprach, die er hatt oder gehan mócht an dem gut, daz Graven Ruo- dolf worden ist oder werden mag ze sinem Wibe vnd sol alle die brief wider geben, die er darumb hett. So ist diz der tail, der Graven Rudolf sol werden Sane- ganz Burg vnd stat vnd was dar zu hóret vnd die Vog- tay ze Pháferz vnd was darzu hóret, Die Frygen ze Lax vnd, mit namen waz im ze sinem wip worden ist oder werden mag vnd waz disent Ryns ist Saneganz halb lüt vnd gut aigen lehen vnd phand gesuchtz vnd vngesuchtz ane Hainrich den Schulthaizen von Sane- ganz mit lib vnd mit gut, der sol Graven Hartman beliben. Ez sol óch Grave Rudolf alle die Gülte gel- ten, da si schuldig sint uff disen huttigen tag, ane die gülte darumb phender g gesetzet sint, die sol iederman lôsen als si in sinem tail gelegen sint, Sich sol ôch Graf Hartmann hüten voraller phandung bi dem aiz alz er geschworn hat, reht ob ez sin aigen gült wäre ane alle geuerde. Swa aber er der gült schadhaft wurde, da sol in Grave Ruodolf vnschadhaft machen. Si sont óch waz man inen gelten sol gemainlich mit ain ander in nemen vnd tailen. Vnd wár daz man darumb phenden muz, daz soll ainer mit dez andern rat tun, phante aber der aine ane dez andern rat, wurd er dez schad- Anhang haft den schaden sol er ainig han. Aber dü gült des Herren von Maygelan sol Graven Hartman ainig sin, vnd solim Graf Rudolf dar zu niht beholfen sin. Ez sol óch enwedre den andern sines gutes enterben dur mutwillen bi dem aide alz si gesworn hant ez wire denne ob si lib erben gewunnent oder hetten. Wir Graf Hartman vnd Graf Rudolf die vorgnanten ver- iehen offentlich an disem brief, daz der vorgnant Teil, vnd was da vor geschriben statt mit vnserm guten wil- len beschehen ist, vnd lobent mit guten trüwen vnd bi den aiden, so wir darumbe gesworn hant, stát ze haden den vorgnanten tail vnd was da vor geschriben ist. Vnd wir der vorgnant Graf Hartman verzihen vns aller der ansprach so wir haben oder gehan móchten an dem gut vnserz vorgnanten bruderz wip. Vnd ze ainem warem vrkund vnd vestenunge aller dirre vor- geschribner dinge so henken wir baide vnseren insigel an disen Brief der geben ist ze Saneganz in der Stat do man zalt von Christez geburtte drüzehen hundert jar dar nach in dem zway vnd vierzigesten jare, an dem fritag nach jngendem Maigen. (83) Übersetzung (JBL 1941-56) Wir Ulrich von Gottes Gnaden Bischof zu Chur und wir Graf Albrecht von Werden- berg, Abt Hermann von Pfifers, Abt Ulrich von Sal- mannsweiler und Herr Friedrich vom Riet, Ritter, bekennen und tun kund allen denen, die diesen gegenwirtigen Brief ansehen oder horen lesen, dass wir die Edelherren Graf Hartmann und Graf Rudolf von Werdenberg, Herren zu Sargans, mit einander gütlich geeinigt und ihre Güter geteilt haben, wie hiernach geschrieben steht und wie sie es an uns gesetzt haben: Bei dem ersten: Graf Hartmann soll zu teil werden Vadutz die Burg und was dazu gehórt, Blumenegg die Burg und Nüziders und was dazu gehórt, was ennet des Rheins i ist, es sei eigen oder Lehen Vaduz halb und im Walgau, an Leuten und an Gut, gesuchtes und ungesuchtes bis an die Land- quart, es sei Pfandlehen oder Eigen, das soll fallen in des Grafen Hartmanns Teil, ebenso Heinrich der Schultheiss von Sargans mit Leib und mit Gut. Auch soll Graf Hartmann verzichten all der Ansprach, die er hat oder haben möchte an dem Gut, das Graf Rudolf zugefallen ist oder zufallen mag zu seinem Weibe, und er soll alle die Briefe zurück geben, die er darum hätte. So ist dies der Teil, der Graf Rudolf zufallen soll: Sar- gans die Burg und Stadt und was dazu gehört, die Vogtei zu Pfäfers und was dazu gehört, die Freien zu Lax und mit Namen was ihm zu seinem Weibe zuge- fallen ist oder zufallen mag und was diesseits des Rheines Sargans halb ist, Leute und Gut, Eigen, Lehen und Pfand, Gesuchtes und Ungesuchtes, ohne Heinrich den Schultheissen von Sargans mit Leib und mit Gut; dieser soll dem Grafen Hartmann bleiben. 1013