Rhein und Rüfen 926 Rüfenot Schaan, Vaduz, Triesen und Balzers sind Dörfer, deren Bewohner seit jeher grossen Rüfegefahren ausgesetzt waren. Aber erst nachdem der Rheinstrom gewuhrt war, ging man daran, sich der Rüfen zu erweh- ren und vor allem ihren Lauf von den Dorfsiedlungen abzulenken. Welche Gefahren Triesen und seinen Bewohnern durch Rüfegänge erstehen können, das zeigten die Katastrophen von 1910 (Dorfbach und Feldrüfe) und 1985 (Falltobel/Guggerboden/Schindelholzbach/Feld- rüfe und Badtobelrüfe). Siehe hierzu den Abschnitt «Rüfen». 24. Rhein und Rüfen I. Der Rhein Der Kampf mit dem Talvogt Rhein Der ursprünglich gegen den Walensee abfliessende Rhein wurde durch die Schuttkegel der Tamina und der Seez in seiner Richtung geán- dert, so dass er nun dem Bodensee zufliesst, wenn auch nicht ungehin- dert! Das Ellhorn verwehrte ihm den Weg nach dem heutigen Balzers- Miáls. Hatte er dort überhóht Schuttmaterial aufgeschwemmt, wandte er sich Richtung Schollberg, überflutete dort die Gegend, um sich dann bei einer nichsten Grosse von seinem angeschwemmten Schuttkegel wieder mehr quer durchs Tal dem heutigen Triesen und Vaduz zuzu- wenden. Die Rüfestósse in Triesen (Lawena , Badtobel, Litzenen, Berg- sturzgelànde beim heutigen Triesner Dorf bis hinab nach Maschlina) vermochten die Wucht seiner Stósse bei Hochwasser nicht zu brechen, er schwemmte sie weg und transportierte das Material weiter. So sieht man heute ın Triesen längs der Landstrasse an den «Borten» in Maschlina, vom Dorf Triesen südwärts bıs über die Lawenarüfe hinaus, was der Rhein einst hier abgetragen, weggeschwemmt und zerstört hat. Im «Zickzack» suchte er sich seinen Lauf durch die Sumpflandschaft des Tales. Schon der Ur-Rhein baute die sich seinem Laufe entgegenstellen- den «Rüfeköpfe» ab und tat damit das, was die Menschen im Laufe des letzten Jahrtausends mit unzulánglichen Mitteln der Korrektur ihm mit Wuhren aller Art («Kópfe», «Schupfwuhre») antun wollten. Er zer- störte diese unzulánglichen Arbeiten ebenso, wie er in uralter Zeit die Rüfeschuttkegel auf beiden Talseiten anfrass, wegschwemmte und sich nicht einwuhren liess. Im letzten Jahrhundert besannen sich die Men- schen und begannen, die wahren Ursachen der Zerstörungen zu beseiti- gen, ındem sie dem Fluss zwischen Dämmen ein sichereres Bett schaff- ten, anstatt ihn von einer Seite auf die andere zu «schupfen». Der Talvogt Rhein und das Rheintal Nur noch wenige Dorfbewohner in Triesen haben sich mit dem Talvogt Rhein persónlich befasst: beim Wuhren mitgearbeitet, Wasser- nóte bannen helfen, bei Hochwasser, wenn die Sturmglocken làuteten, unter Lebensgefahr mitgeholfen, drohende Ausbrüche zu verhindern, Rheinholz (Sandholz) aus dem hochgehenden Rhein mit Haken heraus- geholt und auch wenige sind es, welche die bis 1943 teilweise auch in Triesen bestandenen Auenwilder im Gebiete hinter den Rheinwuhren