Kirche und kirchliche Verhältnisse, Pfarrer und Kirchenbauten Landesbank (damals noch Sparkasse genannt) konnte keine Hypothe- ken in «harter» Währung, als welche der Schweizer Franken angesehen wurde, gewähren. Nach Einführung des Sachenrechtes (nach dem Vor- bild des schweizerischen Zivilgesetzbuches von 1912) gaben Schweizer Kredite auf liechtensteinische Grundstücke oder kauften sie mit guter Schweizerwührung. Es bestand die Gefahr, dass viel Grund an Auslän- der verkauft werde. Der Landtag beschloss deshalb am 28. Mai 1923 im Zuge der Verhandlungen über den Abschluss des Zollvertrages: «Die Verausserung von Grundstücken im Sinne des Sachenrechtes ist nur mit Zustimmung der Gemeindegrundverkebrskommission zulässig.» Die Genehmigung der Veráusserung ist zu untersagen, wenn sie zu spekula- tiven Zwecken erfolgt, wenn der Preis zu niedrig ist, wenn durch den Verkauf der hiesige Bauernstand offensichtlich gefáhrdet ist. Ebenso mussten über 4 Jahre gehende Pachten zur Genehmigung vorgelegt wer- den. Es war ein Rekursverfahren vor der Landesgrundverkehrskommis- sion môglich. Auf den 1. August 1924 wurde das Gesetz aufgehoben. Erst 1941 wurden mit LGBI. Nr. 5 die gleichen sperrenden Vor- schriften von 1923 wieder eingeführt und seitdem, stets verfeinert, bei- behalten, wobei bald das Kriterium beim Verkäufer, bald (derzeit) beim Käufer gesucht und allgemein - also nicht nur in Rücksicht auf die Bauernschaft - jeder Kaufvertrag und langfristige Pachtvertrag geprüft wird. Beschränkung des Kaufes von Grundstücken brachten die Vor- schriften im Personen- und Gesellschaftsrecht für die sog. tote Hand (Art. 238), das ist Kauf oder Erwerb durch Schenkung durch Verbands- personen (Gesellschaften), wenn das Grundstück grósser ist als es für eine Heimstátte (Art. 795) gebraucht wird. Diese Vorschrift ist bisher nie praktiziert worden. Der umfangreichste Bodenverkauf an Auswärtige fand in Triesen im Zusammenhang mit der Etablierung der ehemaligen Weberei Triesen durch Caspar Jenny in den Jahren 1870-1887 statt. Damals kaufte die «Fabrik» — wie die Triesner einfach sagten - 102 Parzellen Wiesland mit zusammen 25 520 Klafter auf und bildete im wesentlichen daraus das Weiherstallgut. Dazu kamen noch das eigentliche Fabrikgebáude, die alte Fárberei am Dorfbach, das Areal für das Arbeiterhaus (Kosthaus), das Direktorhaus und das sog. Kesselhaus. 14. Kirche und kirchliche Verhältnisse, Pfarrer und Kirchenbauten Die älteste Zeit Nach der Eroberung Rätiens durch die Römer ist unsere Gegend aufs engste mit dem Römischen Reich verbunden verblieben. Die Römer brachten das Christentum nach Rätien. Der christliche Glaube kam durch Soldaten, Kaufleute, Beamte, Boten und römische Siedler hierher. Auch wenn um diese Zeit der Name Triesen noch nirgends auf- scheint, so sind doch vermutlich schon damals Leute hier mit dem christlichen Glauben in Berührung gekommen. Ebenso dürfen sich in den Zeiten der blutigen Christenverfolgungen bis zu deren Einstellung durch den römischen Kaiser Konstantin um 312 Christen in die räti- schen Täler geflüchtet haben. 553