Der Gemeindenutzen (Bürgernutzen) 548 seine Frau ins Alprecht miteinkaufen, erst dann war seine Familie alp- berechtigt. Dagegen konnte ein einmal alpberechtigt gewordener Bürger auch dann, wenn er ausserhalb der Gemeinde oder seiner Genossen- schaft lebte, der er zugeteilt war, das Alprecht ansprechen. Immer war für das Ausüben des Alprechtes Voraussetzung, dass der Ansprechende die vollen Lasten mittrug (Frondienst leistete, das heisst die sog. Alptage leistete, mithalf bei Alpräumung, Wegbauten, Stallbauten etc.). Dafür erhielt der Alpberechtigte bei Verpachtung der Alpe Anteil am Pacht- ertrágnis. Die Bewirtschaftung der Alpen überliess die Gemeinde Triesen seit jeher den für jede Alpe (Lawena, Valüna, Wang, Voralpen Platta und Münz) bestellten Organen nach Gewohnheitsrecht und Statuten. Wer sein Alprecht als Bürger nicht ausnützte, weil er kein Vieh auftreiben konnte, der erhielt - jedoch erst seit dem Inkrafttreten des Gemeindege- setzes von 1864 - den sog. Grasnutzen. Das heisst, der Viehtreibende musste, abgestuft nach seiner aufgetriebenen Habe, ein Weidgeld bezah- len, das dann auf alle Alpberechtigten - nach Familien - im Alpertrágnis als Grasnutzen zugeteilt wurde. Nach und nach, besonders dann, wenn die eigenen Bürger als Alpberechtigte die Alp nicht voll zu bestossen vermochten, konnten auch die sog. Hintersassen vor auswártigen Interessenten alpen, sie wur- den angenommen, mussten aber zahlen. Der Wald als Teil des Bürgernutzens Der Nutzen an den Waldungen (Holzbezugsrecht) stand nur dem Bürger zu, der Nichtbürger (Hintersass) musste das Holz kaufen. Bis in die neueste Zeit ist der Unterschied klar ersichtlich bei der Zuteilung des sog. Losholzes, das als Brennholz nur der Bürger beanspruchen kann, und zwar nur jener, der in der Gemeinde wohnt. Dieses Vorrecht ist seit dem Übergang zur Heizung mit Ol, Gas, Kohle, Elektrizität etc. und dem Überangebot der-Holznutzung gegenüber der Nachfrage seit den 1950er Jahren illusorisch geworden. Ausgeübt wird noch das Recht des Klaubholzsammelns, dann wáührend des «offenen Waldes» (vom 3. November bis Ende Márz) das Recht, Dürrholz bis zu 10 cm Durch- messer ohne Entschádigung nutzen zu dürfen, weiters, sich Zaunholz und Laub zu holen, wahrend das Sammeln wildwachsender Beeren und Schwámme grundsátzlich jedermann auf Allmeind und in Wald und Alpe gestattet ist. (Art. 113 Sachenrecht, aus dem Gewohnheitsrecht übernommen.) Zeitweilig war der Einkauf ins volle Bürgerrecht noch getrennt zwischen Bürgerrecht (mit Anteil an Gemeindeboden) und Einkauf ins Alprecht. Neubürger sind auch in Triesen seit 1922 vom Anteil am Gemein- denutzen und den Alpen ausgeschlossen. Ob für sie ein gesonderter Ein- kauf möglich ist? Mangels Interesse daran ist diese Frage bisher nicht berührt worden.