Bevölkerungsentwicklung Gemäldegalerie und anderes untergebracht wird, das ist im sog. «Eng- länderbau». Auch diese Klassenlotterie musste schliessen, weil sie im Rahmen des Zollanschlussvertrages mit der Schweiz als gegen schwei- zerische Vorschriften verstossend nicht geduldet werden konnte. 7. Bevölkerungsentwicklung Die Bevölkerung Wie dicht die Bevölkerung unseres Landes und jene der heutigen einzelnen Dörfer zur Zeit der Räter (bis 15. v. Chr.) und der Zeit der nachfolgenden Rätoromanen war, wissen wir nicht. Ebenso sind uns Zahlen vor dem Jahre 1000 n. Chr. nicht bekannt, lediglich wissen wir etwas vom Untergang des alten Volksstammes und der Einwanderung der Alemannen. Nach der Schlacht bei Zülpich (496) erhielten unter König Theoderich damals die Alemannen Wohnsitz mit Ländereien in unserer Gegend. So lebten hier neben den alten romanisch sprechenden Landbewohnern die deutsch redenden Alemannen. Romanische und deutsche Sprache waren bei uns bis ins 12. Jahrhundert gleichberechtigt. Erst im 12. Jahrhundert verschwand die romanische Sprache bei uns. KB (61) berichtet hierzu: «Was das Verbáltnis der zwei Landessprachen zu einander anbetrifft, lásst sich aus den Namen in den Urkunden folgende Verschiebung in unserer Gegend nachweisen: von 800 bis 807 ‘fi Ale- mannen ^ Romanen; um 817 ' Alemannen ?/. Romanen; 820-850 ‘4 Alemannen ?^ Romanen; 850 bis 890 ' Alemannen '/» Romanen». Zu- rückgeblieben sind Sprachreste, erhalten in den Ortsbezeichnungen, Flurnamen und Bezeichnung von Gegenständen. Die 1980/81 auf dem sog. Runden Büchel in Balzers gemachten Gräberfunde verweisen auf die Anwesenheit einer bereits geschlossenen Siedlergruppe der Alemannen um 700 n. Chr. in unserm Lande hin. Auch an andern Orten des Landes waren bereits früher Funde gemacht worden, die auf die Anwesenheit von alemannischen Siedlungsgruppen vor 800 zeugen. Lange dürfte die Sprachengrenze im Raume des Hir- schensprunges (Rüthi/SG) bestanden haben, nachdem sich Alemannen im untern Rheintale bereits im 5. Jahrhundert sesshaft gemacht hatten, während sich das romanische Element in Sprache und Bevölkerung in unserer Gegend viel länger erhalten konnte, da die Alemannen verein- zelt nur als Siedler und als solche bereits schon vor der Einwanderung der Walliser im Rheintale anzutreffen waren. Verschiedene Faktoren beeinflussten die Entwicklung der Wohn- bevölkerung von Land und Gemeinde: Vorhandenes Kulturland, Arbeitsgelegenheit, Kriegsläufe, Seuchenzüge, Einfluss von Klima, Rhein- und Rüfegefahr. Die ältesten Siedlungen befanden sich an den Abhängen. Solange der Rhein nicht gebannt war, konnte nur mit Schwierigkeiten auf den Rheininseln gesiedelt werden (zwischen den Rheinarmen). Ebenso musste den Rüfegängen ausgewichen werden. Die Siedlungsplätze waren beschränkt. Das galt vor allem für Triesen, das in alter Zeit von Rüfeniedergängen und Bergstürzen bedroht war und viel Kulturland erst später roden konnte, ebenso vom Rheinlauf wieder vertrieben oder